Oliver Heil und Andreas Klause holen Slot für Hawaii

(mw/web/kat) Beim Ironman in Frankfurt waren auch wieder zahlreiche Wetterauer Triathleten dabei, die alle ihre ganz persönlichen Ziele hatten - der Traum eines jeden Starters dürfte jedoch die Qualifikation für die Ironman-WM in Hawaii sein. Realistisch ist dies jedoch nur für einen Bruchteil des Starterfeldes. Aus heimischer Sicht hatten sich der Ober-Mörlener Oliver Heil und der Bad Vilbeler Andreas Klause die WM-Qualifikation vorgenommen - und schafften dies auch, wobei sie beide als Nachrücker profitierten.

Das Duo blieb ebenso unter zehn Stunden wie der Oppershofener Henrik Apel. Er landete in seiner Altersklasse jedoch nicht so weit vorne, dass er einen der Slots für Hawaii ergattern konnte. Schnellste heimische Frau über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen war Andrea Heinze aus Bad Vilbel. Sie musste lediglich in der dritten Disziplin der Hitze Tribut zollen.

Heil, Klause und Apel gingen aufgrund ihrer angepeilten Zielzeit schon um 6.45 Uhr an den Start, gemeinsam mit den Profis. Bei allen Dreien verlief das Schwimmen im Langener Waldsee nach Plan. Heil stieg nach nur 56 Minuten aus dem Wasser, keine zehn Minuten nach dem Vorjahressieger Chris McCormack. Apel war mit 1:02:58 Stunden zwei Minuten schneller als geplant, knapp unter 1:05 Stunden folgte Klause aus dem 24,5 Grad Celsius warmen Wasser.

Als Apel und Klause aus dem Wasser kamen befand sich der 29-jährige Heil bereits auf der Radstrecke. "Die ersten 100 Kilometer verliefen wunderbar. Da war ich noch auf dem Kurs, meine geplante Radzeit von 4:50 Stunden zu schaffen. Am Ende kam ich sieben Minuten später in der Wechselzone an. Das war schon ein blödes Gefühl zu wissen, dass ich hinter der Zeit bin", berichtet Heil. Der Student, der für den TV Braunfels startet, wechselte trotzdem bereits als 97. Athlet auf die Laufstrecke am Mainufer in Frankfurt.

Pech hatte Andreas Klause beim Radfahren. Bereits zweimal hatte er eine Zeit unter fünf Stunden nur knapp verpasst, dieses Mal sollte es endlich klappen. Doch ein technischer Defekt in der zweiten Runde in Friedberg kostete ihn rund fünf Minuten. "Ich habe dann versucht, noch ein paar Kräfte für den Lauf zu sparen. Denn für eine Zeit unter fünf Stunden hätte es sowieso nicht mehr gereicht", erklärte Klause, der letztlich 5:06 Stunden benötigte.

Besser lief es beim Radfahren für den Wirtschaftsinformatiker Henrik Apel. Er fuhr die 180 Kilometer mit durchschnittlich knapp 35 Kilometer pro Stunde und hatte erneut Zeit auf seinen Plan gutgemacht. Nach 5:12:15 Stunden wechselte er auf die Laufstrecke.

Heil musste hingegen auf der Laufstrecke die sieben verlorenen Minuten wieder gutmachen, um noch nach 9:10 Stunden ins Ziel kommen zu können. Den Marathon, seine Lieblingsdisziplin, lief er mit durchschnittlich 4:40 Minuten pro Kilometer am Main entlang und machte damit einige Plätze in der Gesamtwertung gut. Am Ende kam der Wetterauer Triathlet, der für die Braunfelser in der Regionalliga startet, mit einer Marathonzeit von 3:17:31 Stunden am Römerberg an. Die Stoppuhr blieb bei 9:16:02 Stunden stehen. Dies bedeutete Platz zwölf in der Altersklasse M25 und den 57. Rang in der Gesamtwertung. Abzüglich der Profis gehörte Heil damit zu den 30 schnellsten "Ironmen" in Frankfurt. "Ich hätte Siebter in meiner Altersklasse werden müssen, um mich direkt für Hawaii zu qualifizieren. Jetzt muss ich hoffen, dass einige der vor mir platzierten Athleten absagen. Dann könnte ich nachrücken", sagte er noch am Sonntag. Gestern dann, bei der offiziellen Siegerehrung, wurden die begehrten Slots vergeben - und in der Tat konnte sich Heil über den letzten Nachrückerplatz freuen und fliegt nun im Oktober nach Hawaii, wo am 10.

auf Big Island die WM stattfindet. "9:16 Stunden in meiner Altersklasse ist eine Hawaii-würdige Leistung", befindet Heil, der sich mit akribischem Training auf den Ironman Germany vorbereitet hatte.

Bei mittlerweile rund 30 Grad Celsius kämpfte sich Henrik Apel über die Laufstrecke. Obwohl das Laufen die Lieblingsdisziplin von Apel ist, konnte er seine angepeilte Marathonzeit von 3:29 Stunden nicht erreichen. Mit 3:39 Stunden kam er als 32. seiner Altersklasse M25 ins Ziel und erreichte damit dennoch das Ziel, unter zehn Stunden zu bleiben - und dies trotz eines Durchhängers auf der Laufstrecke zwischen Kilometer 15 und 20. Die Uhr zeigte 9:58:45 Stunden. "Das war der anstrengendste Wettkampf meines Lebens. Von Anfang bis Ende ein Kampf gegen die Uhr und die körperliche Leistungsfähigkeit. Aber das war wieder mal ein gelungener Tag, für den sich die lange Vorbereitungszeit gelohnt hat", freute sich Apel.

Auch Klause konnte sich am Ende freuen, denn trotz der Hitzeschlacht konnte er sein Tempo fast bis zum Ende durchziehen. Die Information bei Kilometer 34 aus dem Live-Ticker, dass er auf Rang 14 in seiner Altersklasse sei, motivierte ihn zusätzlich. Er kam schließlich in 9:52:09 Stunden auf Rang 18 in der M45 und rückte als Vorletzter noch nach - 16 Slots wurden in dieser Altersklasse vergeben. "Ich freue mich riesig, es dieses Jahr geschafft zu haben. 2008 haben mir nämlich nur 88 Sekunden gefehlt, sagte Klause.

Auch Henriks Bruder Marcus Apel war mit dem Ziel angetreten, bei der Stundenanzahl einstellig zu bleiben. Beim Schwimmen verfehlte er knapp die angepeilte Marke von 60 Minuten, hielt sich aber dennoch vor seinem Bruder. Den Vorsprung baute er auf dem Rad auf über zehn Minuten aus. Im Laufen brach er jedoch ein, konnte nur noch 6:39 Minuten pro Kilometer erreichen und finishte in 10:53:09 Stunden. "Für eine Zeit unter zehn Stunden hätte alles perfekt laufen müssen", resümierte der 36-jährige Mathematiker, der meint: "Einen Ironman kann ich jedem nur empfehlen. Es ist toll wenn man das einmal geschafft hat und alles gegeben hat."

Nach elf bis zwölf Stunden ins Ziel kommen - das hatte sich der Butzbacher Kai Mengel vorgenommen, denn die Vorbereitung auf seinem allerersten Triathlon verlief nicht optimal. Er hatte im Vorfeld sogar überlegt, gar nicht erst an den Start zu gehen. Nach 1:29 Stunden kam er aus dem Wasser - Mengel hatte erst in der Vorbereitung das Kraulen gelernt. Mit einem Stahlrennrad, welches bei einem Ironman nur selten zu sehen ist, legte er die 180 Kilometer in 5:25 Stunden zurück. Immer mit dabei war seine vier Wochen alte Tochter, deren Foto sich der Informatiker zur Motivation auf den Lenker geklebt hatte. In seiner Lieblingsdisziplin, dem Laufen, brauchte der für den TGV Schotten startende Triathlet pro Kilometer durchschnittlich 5:18 Minuten und benötigte somit 3:43 Stunden. Nach 10:49:45 Stunden kam Mengel sehr zufrieden ins Ziel.

Ralf Vogelsberg aus Echzell überraschte bei seinem Ironman-Debüt mit 10:42:12 Stunden und zeigte ausgeglichene Leistungen in allen drei Disziplinen. Klaus-Jörg Kopf bekam auf dem Rad bei Kilometer 130 starke Magenkrämpfe, was ihn vor allem im Marathon beeinträchtigt, den er mehr walkend als laufend zu Ende brachte. Mit seiner Endzeit von 14:59:08 Stunden zeigt sich der Elektromeister der OVAG nicht sehr zufrieden und wird zunächst erstmal keinen Ironman mehr bestreiten.

Die heimischen Triathleten mit Einzelzeiten in Stunden (Schwimmen/Radfahren/Laufen) und Gesamt- sowie Altersklassenplatzierung (2304 Finisher gesamt).

Frauen: 129. (17. W45) Andrea Heinze (Bad Vilbel) 12:32:59 (1:10:26/5:59:11/5:16:38), 148. (6. W50) Linda Steinbuch (Tria Wetterau) 13:05:15 (1:11:23/ 6:18:59/ 5:25:19), 155. (21. W45) Edwina Noss-Wittig (Wöllstadt) 13:16:42 (1:20:08/6:42:49/5:00:37), 176. (42. W30) Nina Reisinger (Bad Vilbel) 13:53:44 (1:18:51/6:13:10/ 6:09:17), 190. (41. W35) Kerstin Vogt (Butzbach) 14:22:39 (1:20:44/7:00:46/5:47:06), 217. (52. W30) Kerstin Schmitz (Gambach) 15:31:09 (1:18:18/7:30:34/6:20:13).

Männer: 53. (12. M25) Oliver Heil (Ober-Mörlen) 9:16:02 (0:56:23/4:57:17/3:17:31), 237. (18. M45) Andreas Klause (Bad Vilbel) 9:52:09 (1:04:28/5:06:35/3:36:04), 287. (32. M25) Henrik Apel (SG Oppershofen) 9:58:45 (1:02:58/5:12:15/3:37:21), 531. (125. M40) Ingo Klingenberg (Bad Vilbel) 10:32:58 (1:12:24/5:25:52/3:44:05), 586. (139. M40) Marcel Bender (Bad Vilbel) 10:39:06 (1:06:46/5:33:59/3:50:50), 592. (29. M50) Roland Wagner (Friedberg) 10:39:41 (1:10:10/5:26:18/3:54:25), 610. (110. M30) Ralf Vogelsberg (Echzell) 10:42:12 (1:18:18/ 5:36:26/3:40:49), 625. (152. M40) Stefan Guse (Karben) 10:43:26 (1:16:03/ 5:18:54/3:59:23), 655. (162. M40) Heiko Bürger (Bad Nauheim) 10:46:12 (1:24:14/5:17:10/ 3:55:55), 663. (167. M40) Jochen Menzen (Bad Vilbel) 10:46:38 (1:13:44/5:17:44/4:08:05), 697. (127. M30) Michael Wörner (Bad Vilbel) 10:50:50 (1:13:28/5:17:14/ 4:11:40), 708. (184. M35) Uwe Sommer (Butzbach) 10:51:53 (1:05:35/5:23:17/4:10:41), 722. (187. M35) Marcus Apel (Friedberg) 10:53:09 (1:00:10/5:01:27/ 4:40:45), 781. (202. M40) Peter Eifler (Bad Vilbel) 10:59:04 (1:07:25/5:28:17/4:15:28), 796. (104. M45) Bernd Keuchler (Weckesheim) 11:01:53 (1:12:19/5:36:08/4:04:26), 814. (73. M25) Thabo Stahler (Bad Vilbel) 11:03:16 (1:07:31/ 5:39:36/3:59:53), 844.

(110. M45) Stefan Hallwirth (Tria Wetterau) 11:07:33 (1:15:51/5:14:24/ 4:28:49), 884. (113. M45) Ralf Bohlender (Bönstadt) 11:11:01 (1:05:57/5:23:47/4:35:00), 912. (250. M40) Thomas Härtel (Butzbach) 11:13:55 (1:12:29/5:52:36/ 3:55:26), 987. (271. M40) Antonio Miranda (Fun-Ball Dortelweil) 11:24:13 (1:06:46/5:35:49/4:31:31), 1008. (89. M25) Thomas Gerber (RSC Niddatal) 11:26:22 (1:22:19/5:26:27/4:28:00), 1117. (184. M30) Jochen Weil (Oppershofen) 11:38:45 (1:07:48/5:08:58/5:08:32), 1172. (273. M35) Uwe Schupp (Bad Nauheim) 11:44:51 (1:06:52/5:42:14/4:47:52), 1173. (274. M35) Thomas Behme (Dortelweil) 11:45:13 (1:14:40/5:29:30/4:45:37), 1178. (183. M45) Bernd Reich (Butzbach) 11:45:43 (1:17:46/5:54:14/4:19:55), 1210. (336. M40) Rüdiger Reiß (Triathlon Wetterau) 11:50:22 (0:55:39/5:40:14/5:09:19), 1315. (365. M40) Ralf Gorr (Friedberg) 12:06:45 (1:15:40/6:09:31/4:26:27), 1329. (212. M45) Klaus Neumeier ( Fun-Ball Dortelweil) 12:09:23 (1:26:19/5:51:09/ 4:41:58), 1352. (218. M30) Christian Johr (Frühchen Team) 12:14:21 (1:16:25/ 6:06:12/4:42:30), 1360. (75. M50) Hubertus Obst (RV 1911 Rosbach) 12:15:56 (1:19:30/5:57:52/4:41:31), 1397. (393. M40) Uli Neubauer (Rosbach-Rodheim) 12:22:47 (1:16:08/5:43:50/ 5:11:46), 1424.

(124. M25) Dominic Heil (Gambach) 12:26:21 (1:16:24/5:59:04/ 4:54:19), 1466. (235. M45) Michael Claus (Bad Vilbel) 12:32:06 (1:19:54/6:11:48/ 4:44:49), 1489. (239. M45) Markus Lambrecht (Butzbach) 12:37:05 (1:39:13/6:30:43/4:06:23), 1533. (344. M35) Jochen Schrenk (Gambach) 12:47:42 (1:15:33/ 6:07:46/4:59:35), 1565. (130. M25) Michael Niegemann (Bad Vilbel) 12:54:04 (1:20:16/6:30:15/4:49:08), 1567. (255. M45) Klaus Deuchert (Bad Vilbel) 12:54:31 (1:31:21/5:53:08/5:19:58), 1579. (99. M50) Harald Jörg (Butzbach) 12:58:01 (1:26:25/6:27:32/4:52:37), 1591. (257. M45) Stefan Kalix (Rodheim) 13:00:13 (1:35:29/ 6:07:10/5:07:08), 1625. (107. M50) Bernhard Möller (Bad Vilbel) 13:10:41 (1:32:58/6:20:20/5:04:52), 1668. (271. M45) Andreas Kroh (Rosbach-Rodheim) 13:23:23 (1:13:26/5:57:26/6:01:27), 1672. (459. M40) Joachim Kunze (TSV Friedberg-Fauerbach) 13:24:46 (1:30:29/ 6:20:09/5:18:20), 1686. (464. M40) Jose Miguel Sanchez (Bad Vilbel) 13:28:00 (1:23:11/6:23:30/5:31:10), 1710. (116. M50) Tobias Jäger (Södel) 13:34:59 (1:20:21/ 6:38:05/5:21:39), 1751. (482. M40) Uwe Hof (Niddatal) 13:52:25 (1:23:58/5:55:35/6:18:05), 1786. (263. M30) Marcel Schulze (Bad Vilbel) 14:05:57 (1:36:35/7:04:45/ 5:08:27), 1802.

(267. M30) Markus Bischoff (Bad Nauheim) 14:14:43 (1:10:47/6:27:01/6:22:31), 1837. (29. M55) Reinhard Grund (Karben) 14:44:03 (1:32:41/6:53:10/ 5:41:32), 1861. (308. M45) Klaus-Jörg Kopf (Frühchen Team) 14:59:08 (1:21:43/6:24:37/6:55:04). (web)

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