Offenbach und der Topspiel-Fluch

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(cd). Im sechsten Versuch soll der »Topspiel-Fluch« endlich gebannt werden: Kickers Offenbach hat diese Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest noch keine Partie gegen ein Team gewonnen, das aktuell die Plätze eins bis fünf belegt. Es gab drei Unentschieden und zwei Niederlagen, wobei die jüngste mit 0:4 beim TSV Steinbach Haiger deutlich ausfiel.

Und am Samstag (14 Uhr) gastiert Tabellenführer SC Freiburg II in Offenbach. Was müssen die Kickers dann besser machen?

Defensive und Offensive: Ihre weiterhin gute Ausgangslage (Platz drei) haben die Kickers vor allem der Defensive zu verdanken, die mit Blick auf die Gegentore, die mit Abstand beste der Liga ist. Im Schnitt muss OFC-Torhüter Stephan Flauder nur 0,7 Mal pro Partie hinter sich greifen. In den Topspielen ist dieser Wert aber deutlich höher (1,6).

Bei der Offensive verhält es sich genau umgekehrt: 44 erzielte Tore in 26 Begegnungen (Schnitt: 1,7) sind nur der siebtbeste Wert der Liga. In den fünf bisherigen Spielen gegen die Top-Fünf gelangen den Kickers sogar nur drei Treffer, also 0,6 pro Partie.

Schnelligkeit: Der OFC hat auf einigen Positionen Tempo-Defizite. Steinbach zeigte diese zuletzt wieder auf. War das 0:1, als Ronny Marcos auf der linken Seite überlaufen wurde, noch auf einen Stellungsfehler zurückzuführen, fiel auf, dass die Mittelhessen das Zentrum ebenfalls deutlich schneller überbrückten als die Kickers. Vor allem Tunay Deniz kam hier oft nicht hinterher. Ähnliches war in der Partie beim VfB Stuttgart II (2:2) zu beobachten. Und nun kommt der SC Freiburg II, der den Kickers im Hinspiel (2:2) vor allem mit seinen flinken Außenangreifern vor gewaltige Probleme gestellt hatte.

Aggressivität: In Steinbach nahm der Gegner die großzügige Regelauslegung des Unparteiischen sofort an, während die Kickers mehrfach lamentierten und sich den Ball abjagen ließen. Richtige Aggressivität kam erst mit der Einwechslung von Maik Vetter (73.) in die Partie.

Cleverness: Dass die Steinbacher den eigenen Platz am besten kennen, ist logisch, erklärt aber nicht, warum die Kickers es 90 Minuten lang nicht schafften, sich auf die äußeren Bedingungen einzustellen. Schließlich wehte der Wind bereits beim Warmmachen. Das wirkte wie ein Fußballer, der mit dem falschen Schuhwerk aufläuft, die Treter aber dennoch nicht wechselt. Fehlende Cleverness war nicht das erste Mal ein Problem: Drei ihrer vier Platzverweise kassierten die Kickers in Duellen mit den Top-Fünf.

Fazit: Die Kickers wissen, dass sie einiges besser machen müssen, wenn sie gegen Freiburg II bestehen wollen. »Wir können es besser und haben die Chance, aus Fehlern zu lernen«, sagt Ramon Berndroth vom Trainerteam.

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