_1SPOLSPORT221-B_110212_4c_1
+
Die »Akte« Jake Hirst« ist nun geschlossen.

OFC und Gießen schließen »Akte Hirst«

  • vonRedaktion
    schließen

(sm/sno). Eine Erfolgsprämie für Einsatzzeiten unter Vorbehalt des Klassenerhalts hatte einst der FC Gießen bei der Verpflichtung von Jake Hirst im August 2019 mit den Offenbacher Kickers vereinbart. Doch wie dem oft so ist, gab es dabei Unstimmigkeiten und so standen sich beide Fußball-Regionalligisten am Donnerstag vor dem Landgericht Gießen in einem ungewöhnlichen Duell gegenüber - am kommenden Samstag kommt es bekanntlich zum sportlichen Wettstreit in Gießen.

Richterin Beate Bremer erläuterte bei der Güteverhandlung, um was es geht, nämlich um ein vereinbartes Erfolgshonorar »nach Einsätzen«. 10 000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer waren seinerzeit »mit handschriftlichem Vermerk« vereinbart worden, wenn Hirst insgesamt zwölf Einsätze für den FC Gießen bestreitet. Der Bad Nauheimer Mittelstürmer, der mittlerweile beim FSV Frankfurt spielt, stand in der Saison 2019/20 beim FC Gießen unter Vertrag, kam auf 17 Einsätze und schaffte mit dem FC Gießen den ebenfalls als Bedingung verknüpften Klassenerhalt. Weil es jedoch lediglich elf Einsätze »von Beginn«, also in der Startaufstellung waren, kam es nun letztlich zum Streit der beiden Vereine. Die Vereinbarung hatte seinerzeit der Sportliche Leiter des FC Gießen, Franz Gerber, getroffen. Zur Gerichtsverhandlung war Gerber zwar geladen, durfte jedoch aus Österreich nicht in die Bundesrepublik einreisen aufgrund der aktuellen Corona-Situation. Somit fehlte nicht nur ein wichtiger Zeuge. Richterin Bremer bemühte sich um eine gütige Einigung der beiden Parteien. Während Notvorstand Turgay Schmidt in seiner Funktion als Rechtsanwalt die Belange des FC Gießen vertrat, führte für die Offenbacher Kickers Rechtsanwalt Horst Kletke die Verhandlung. Angesichts der aktuellen Lage des FC Gießen rang Schmidt dabei um jeden Euro, nachdem die Offenbacher Seite zunächst einen Vergleich 75:25 Prozent, der FC Gießen ein 50:50 und die Richterin einen Zwei-Drittel:Ein-Drittel-Vergleich angeregt hatte. Dem Argument von Schmidt, der FC Gießen verfüge über »kein Geld«, hielt Kletke entgegen: »Das ist ein alter Hut, das höre ich hier in Gießen seit 30 Jahren«.

»Ich bin Notvorstand und vom Amtsgericht eingesetzt. Auch wenn es nur ein paar Hundert Euro sind, ist das viel für uns«, verdeutlichte Schmidt dem Offenbacher Juristen die aktuelle Situation in Gießen. Letztlich einigten sich beide Anwälte »ohne Anerkennung einer Rechtspflicht« darauf, dass der FC Gießen an die Offenbacher Kickers 6500 Euro Brutto zahlt.

Nächstes Top-Spiel

Schon heute müssen die Teams das Augenmerk wieder aufs Sportliche richten. Immerhin haben die Offenbacher den ersten Platz noch nicht völlig aus den Augen verloren. Um 14 Uhr steht für die Elf von Trainer Sreto Ristic das nächste Spitzenspiel an. Dann gastiert der einen Zähler bessere SSV Ulm in Offenbach.

Der FC Gießen blickt indes auf eine bedeutsame Partie beim Konkurrenten im Abstiegskampf, der SG Sonnenhof Großaspach, und will dabei sein Spiel im letzten Drittel verbessern (Sa., 14 Uhr). »Ich wünsche mir da eine große Steigerung«, sagt FC-Trainer Daniyel Cimen. »Wir können mit der Körpersprache vorleben, ein Tor erzielen zu wollen. Wir haben im Training daran gearbeitet, Laufwege zu automatisieren. Im Vollsprint an den ersten Pfosten, damit du dir den einen entscheidenden Meter Vorsprung erarbeitest. Ich wünsche mir auch mehr gesunden Egoismus.«

Nicht mehr unter Druck steht der Gegner des FSV Frankfurt, der zeitgleich den FC Homburg am Bornheimer Hang empfängt. Vor Saisonbeginn angetreten, um im Titelrennen Akzente zu setzen, befinden sich die Saarpfälzer knapp sieben Monate später im Niemandsland der Tabelle. 18 Punkte beträgt der Abstand zum Aufstiegsplatz, zu den Abstiegsrängen besteht ein Zwölf-Punkte-Polster. »Wir wollen an die Leistung vom Dienstag (0:0 beim OFC) anknüpfen«, sagt Routinier Muhamed Alawie und fügt an: »Es wird alles über Kampf und Laufbereitschaft gehen.« Der FSV rangiert mit 51 Zählern aus 28 Partien auf Rang sechs.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare