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Gegensätze: Während Gießens Marco Boras hadert, jubeln die Offenbacher Serkan Firat (l.) und Elia Soriano über das 1:0. OV

OFC trotzt Personalproblemen

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(jmo/fri). Auf die Tabelle schaut bei den Offenbacher Kickers offiziell keiner. Zumindest wird das stets gebetsmühlenartig betont. Genormte Fußballersprache ist das. Aber nach dem trotz großer Personalprobleme erstaunlich souveränen 2:0 (1:0)-Sieg des Tabellenzweiten der Fußball-Regionalliga Südwest beim FC Gießen musste man nur in die Gesichter schauen, um zu sehen, was die OFC-Profis denken.

Hier ein freches Grinsen, dort ein breites Strahlen, da ein zufriedenes Lächeln. Die beste Rückrundenmannschaft der Liga (25 Punkte aus zehn Spielen) spürt, dass diese Saison Außergewöhnliches gelingen kann. Auch wenn der SC Freiburg II nach dem Topspiel gegen den TSV Steinbach Haiger (1:0) mit sechs Zählern Vorsprung auf dem Sehnsuchtsplatz der Kickers steht.

»Es ist doch geil, wenn man elf Spieltage vor Schluss als Tabellenzweiter so eklig am Tabellenführer klebt«, sagt Serkan Firat. Der 26-Jährige setzt dazu sein schelmisches Grinsen auf - und hat kein Problem damit, aus der Deckung zu gehen, was die Ziele für die restlichen Spiele anbetrifft. »Klar sind wir darauf angewiesen, wie Freiburg spielt«, sagt der Kunstschütze zum 1:0 in Gießen (39.), der die Kickers per Seitfallzieher nach klasse Vorarbeit von Denis Huseinbasic auf Kurs brachte: »Aber wir alle haben Bock darauf.« Bock steht für die Lust, das ganz große Ziel zu erreichen: den Aufstieg in die 3. Liga.

Am Samstag gestattete die beste Defensive der Liga (21 Gegentore in 31 Spielen) den mit Ex-Offenbacher Nejmeddin Daghfous im Sturmzentrum angetretenen Gießenern keinen ernsthaften Torschuss. »Wir haben es sehr gut gelöst und fast nichts zugelassen«, lobte Sreto Ristic. Der OFC-Coach trägt auch einen großen Teil zur aktuellen Offenbacher Erfolgsgeschichte bei. Er jammert nicht trotz aller personeller Probleme, die sich am Samstag durch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Maik Vetter (Verdacht auf Muskelfaserriss im Oberschenkel) nochmals verschärften. Ristic vertraut den Spielern, die ihm zur Verfügung stehen.

In Gießen musste er das komplette Mittelfeld umbauen, nachdem nach Charles Elie Laprevotte (Schulter-OP) auch Lucas Albrecht (Sprunggelenksprobleme), Tunay Deniz (10. Gelbe Karte), Florent Bojaj (5. Gelbe) und Davud Tuma (muskuläre Probleme) ausgefallen waren. Ristic schenkte auf der Doppel-Sechs den Youngstern Huseinbasic (19) und Luka Garic (20) das Vertrauen - und die zahlten es mit einer aufmerksamen Leistung zurück. »Jeder, der reinkommt, weiß, was er zu tun hat«, sagt Innenverteidiger Malte Karbstein, der mit dem 2:0 (87.) die aufgrund der Gießener Harmlosigkeit in der Offensive ohnehin geringen Zweifel zerstreute.

FSV punktet noch

Es gibt nicht viele Teams, die an der Kaiserlinde einen Zwei-Tore-Rückstand aufholen, also auf dem Terrain der stets aufstiegswilligen SV Elversberg. Dem FSV Frankfurt ist dies gelungen, er erreichte im Verfolgerduell ein 2:2 (1:2). Aber trotz des Achtungserfolgs ist die Aussicht, nochmals ins Titelrennen einzugreifen, trüber geworden.

Nach 20 Minuten gingen die Saarländer in Führung. Alieu Sawaneh leistete sich im Spielaufbau ein Missgeschick, und beim folgenden Konter ließ Robin Fellhauer FSV-Keeper Daniel Endres keine Chance. Dem 2:0 ging ein verunglücktes Abspiel von Luca Bazzoli voraus. Suero Fernandez schnappte sich den Ball und vollendete eiskalt (32.).

Ausgerechnet Bazzoli sorgte für etwas Zuversicht. Nach einem Eckstoß von Steffen Straub stieg er am höchsten und köpfte ein - 1:2 (45.). In der zweiten Hälfte waren die Frankfurter die effektivere Mannschaft. Bei einem Konter flankte Ihab Darwiche genau auf Arif Güclü, der sich zentral vor dem Tor behauptete und zum 2:2 einnickte (72.).

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