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Szene aus dem Hinspiel: Der Offenbacher Tunay Deniz (l.) legt sich mit Milad Salem (FC Gießen) an.

OFC mit Selbstvertrauen nach Gießen

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(jmo). Ein ausgemachtes Hessenderby ist es sicher nicht, was auch an der fehlenden Historie in den Duellen zwischen dem FC Gießen und Kickers Offenbach liegt. Und doch erwartet den Tabellenzweiten der Fußball-Regionalliga Südwest am Samstag (14 Uhr) beim Tabellen-16. ein Spiel mit besonderen Emotionen. Zum einen, weil auf Gießener Seite einige Spieler mit OFC-Vergangenheit auflaufen werden.

Zum anderen haben die Kickers mit Gastspielen in Gießen nicht die besten Erfahrungen gemacht. »Es war dort immer sehr schwer«, weiß auch Maik Vetter.

Der dienstälteste Offenbacher Profi stand in zwei der drei Partien gegen den Klub im Aufgebot. Im Hessenpokal schied der OFC im Dezember 2019 nach einer 0:1-Niederlage aus. Im Punktspiel kam er vergangene Saison nicht über ein 1:1 hinaus. Auch im Hinspiel dieser Saison tat sich Offenbach beim 1:0-Erfolg am Bieberer Berg schwer. Zeit, eine Rechnung zu begleichen? »Nein«, sagt Vetter: »Aber wir werden das sicherlich noch mal in die Mannschaft transportieren, wie unangenehm es ist, dort zu spielen.«

Doch der 29-jährige Rosbacher hat wie das gesamte Kickers-Team nach nur einer Niederlage in den letzten 15 Pflichtspielen genug Selbstvertrauen getankt, um trotz großer Personalsorgen selbstbewusst nach Mittelhessen zu fahren. »Gießen hat eine gute Truppe mit vielen erfahrenen Spielern«, sagt der Rechtsverteidiger mit Blick auf Ex-Profis wie Henrik Starostzik (30/u. a. Dynamo Dresden), Michael Fink (39/früher u. a. Eintracht Frankfurt), den Ex-Offenbacher Nejmeddin Daghfous (34) oder Milad Salem (33). Dazu kommen die beim OFC einst in der Jugend aktiven Perspektivspieler wie Linksaußen Tim Korzuschek (22/9 Tore) und Innenverteidiger Marco Boras (19), die unter dem früheren Offenbacher Profi Daniyel Cimen eine gute Entwicklung genommen haben.

»Wir werden Gießen sicherlich nicht unterschätzen«, sagt Vetter. »Aber bei allem Respekt: Wenn wir unsere Leistung bringen, sind wir stärker.« Die Überzeugung, die aus seinen Worten spricht, unterstreicht das wiedergewonnene Selbstwertgefühl. Vetter hatte in der ersten Saisonhälfte aufgrund einer Sehnenverletzung im Oberschenkel lange pausiert und dann einige Zeit benötigt, um auf Touren zu kommen. Zugute kam ihm dabei, dass Trainer Sreto Ristic ihm eine feste Position hinten rechts gab. »Das war hilfreich, um in den Rhythmus zu kommen«, glaubt Vetter. »Er macht das dort mit seiner Persönlichkeit sehr gut«, lobt Ristic, der auf Vetters hinlänglich bekannte Qualitäten (Kampfgeist, Leidenschaft) und seine neuen (Torgefahr mit links) auch in Gießen setzt. Damit es endlich klappt mit dem ersten Offenbacher Erfolgserlebnis in Mittelhessen.

Der FSV Frankfurt gastiert im Verfolgerduell zeitgleich bei der SV Elversberg. Beim 2:1-Erfolg in Alzenau unter der Woche wurde Jake Hirst noch geschont. Der Bad Nauheimer darf auf einen Einsatz heute hoffen.

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