Gruppenliga-Derby

Özisli schießt Türkischen SV Bad Nauheim zum Derbysieg

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Derbystimmung, bestes Fußball-Wetter: Vor 220 Zuschauern entführte der TSV Bad Nauheim bei dem SKV Beienheim den Sieg. Matchwinner: Baki Özisli.

Derbystimmung, bestes Fußball-Wetter, keine weiteren Pflichtspiele in der Region: Beim Gruppenliga-Gipfeltreffen zwischen dem bisherigen Rangdritten SKV Beienheim und dem nur einen Zähler zurückliegenden Tabellenvierten TSV Bad Nauheim hätten die Rahmenbedingungen gar nicht besser sein können. Etwa 220 Zuschauer bildeten auf dem Beienheimer Sportplatz eine stattliche Kulisse, wobei die Frage, welcher der beiden Wetterauer Gruppenliga-Vertreter auf Tuchfühlung zum Frankfurter Führungsduo Spvgg. 05 Oberrad und SV BKC Bosnien bleiben würde, zweifellos Priorität hatte. Die Antwort: Das Team von Bad Nauheims Spielertrainer Tufan Tosunoglu – neuer Tabellendritter – verfügt nach dem 2:1-(0:0) Auswärtserfolg beim Lokalrivalen ab sofort über die bessere Perspektive.

Kampfbetonte Partie

Auf holprigem Boden entwickelte sich von Beginn an eine eher kampfbetonte Partie, die den Platzherren bereits nach zwei Minuten die große Führungschance eröffnete: Luca Calla verfehlte Kamber Kocs Kasten um Haaresbreite. Die Bad Nauheimer Gäste, bei denen die Defensivkräfte Fabian Schusterschitz (verletzt) und Erdinc Usta (gesperrt) ersetzt werden mussten, blieben die Antwort allerdings nicht schuldig: SKV-Keeper Tautvydas Tazokas rettete in höchster Not gegen Firat Can, der nach einem Pejic-Freistoß aus der Drehung abgezogen hatte (11.). Ansonsten bot Halbzeit eins keine wirklichen Highlights. Dass der Türkische SV in Sachen Raumaufteilung und taktischer Ausrichtung jedoch über Vorteile verfügte, war schon früh unverkennbar. Auf Beienheimer Seite sicher ein Handicap: Regisseur Ante Paradzik war nicht dabei – es fehlte die ordnende Hand im Spielaufbau.

Doppelpack von Özisli

Die zweiten 45 Minuten brachten mehr Schwung und in der 56. Minute die Gäste-Führung: Jasmin Emrovic spielte steil, Salih Yasaroglu flankte von links, und im Zentrum ließ sich Baki Özisli – gestern Nachmittag der Bad Nauheimer Matchwinner – nicht zweimal bitten und verwandelte cool. Neue Hoffnung für Beienheim nur fünf Minuten später: Freistoß Adrian Suarez, Kopfball Waldemar Patzwald – 1:1.Die Wende zugunsten der Platzherren? Keineswegs, denn damit hatte die Spisla-Elf ihr Pulver verschossen. Die letzte halbe Stunde gehörte den Kurstädtern. Und zwar derart eindeutig, dass man die erneute TSV-Führung, erzielt durch den Doppeltorschützen Baki Özisli nach einer missratenen Tazokas-Abwehr in der 72. Minute, glatt als eher mäßige Ausbeute deutlicher Bad Nauheimer Dominanz bezeichnen könnte. Jedenfalls lagen weitere Gästetore in der Luft, fielen aber nicht, weil Simon Kammer (68. – Pfosten) sowie in der Schlussphase Salih Yasaroglu (81./86.) und der eingewechselte Tufan Tosunoglu (84./90.) Pech im Abschluss hatten.

Stimmen zum Spiel

Sebastian Spisla (Spielertrainer SKV Beienheim): "Natürlich bin ich enttäuscht, denn den Start in die Restrückrunde hatten wir uns ganz anders vorgestellt. Uns fehlte anscheinend die richtige Einstellung, der unbedingte Wille, dieses Spiel zu gewinnen. Diesbezüglich waren die Bad Nauheimer besser drauf, und deshalb haben sie den Platz auch verdientermaßen als Sieger verlassen. Vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn uns die Führung geglückt wäre. Aber Fußball ist kein Wunschkonzert."

 

Tufan Tosunoglu (Spielertrainer TSV Bad Nauheim): "Für uns war’s ein gelungener Nachmittag. Meine Mannschaft hat sich an alle taktische Vorgaben gehalten und absolut verdient gewonnen, wobei wir am Ende dem dritten oder vierten Treffer näher waren, als Beienheim dem Ausgleich. Einziges Ärgernis war der Gegentreffer zum 1:1, denn der Freistoß für Beienheim, der dieses Tor ermöglichte, war gar keiner." (ub)

SKV Beienheim: Tazokas – Heck, Serge Mouzong, Timon Wolf (60. Nowak) – Pllana, Pircek (74. Spisla), Döring (46. Patzwald), Suarez – Michalak, Calla, Hirzmann.

TSV Bad Nauheim: Kamber Koc – Karakoc, Firat Can, Kirim, Pejic – Emrovic, Kuzpinar – Kammer, Adege (64. Sancar/86. Passet), Özisli (73. Tufan Tosunoglu) – Salih Yasaroglu.

Im Stenogramm / Tore: 0:1 (56.) Özisli, 1:1 (61.) Patzwald, 1:2 (72.) Özisli. Schiedsrichter: Thorben Fischer (Rödermark). – Zuschauer: 220.

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