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Oberliga-Verzicht – Stellungnahme FV Bad Vilbel

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Früher, in gemeinsamen Oberliga-Zeiten, waren Duelle zwischen dem SV Bernbach und dem FV Bad Vilbel stets hoch brisante Angelegenheiten. Mittlerweile jedoch, eine Etage tiefer in der Landesliga Süd, ist davon nicht mehr viel übrig geblieben, denn vor der am Sonntag ab 15 Uhr auf dem Bernbacher Sportgelände steigenden Auseinandersetzung zwischen den beiden Erz-Rivalen steht fest: Für die gastgebenden Freigerichter (Platz 17/29 Zähler) ist der Abstieg in die Bezirksoberliga nach sechs Niederlagen in Serie so gut wie beschlossene Sache, während für die Mannschaft von Bad Vilbels Coach Alexander Sturm (Rang 5/53 Punkte) die Oberliga-Pforte wegen des Verzichts auf wirtschaftliche Nachbesserungen, die der Hessische Fußball-Verband bezüglich des Startrechts in der Oberliga Hessen als zwingend erforderlich erachtete, definitiv verschlossen bleibt (die WZ berichtete).

Man kann sich vorstellen, dass diese Meldung, die der FV-Vorstand der Öffentlichkeit eigentlich erst am 34. und letzten Spieltag präsentieren wollte, Coach Alexander Sturm, die Kaderspieler und alle FV-Fans wie ein Keulenschlag getroffen hat. Alexander Sturm, der in Bernbach nach vier Siegen in Serie keine Personal-Änderungen vornehmen wird, sieht's von der sportlichen Seite: »Ich hoffe, dass sich die Mannschaft jetzt nicht hängen lässt und versucht, die Runde mit zwei Siegen über Bernbach und Alsbach abzuschließen.«

Mit folgendem Kader ist zu rechnen: Gübler (Istuk), Bretthauer, Maric, Britze, Custoza, Groda, Paetzold, Männel, Sejdovic, Huwa, Jagodzinski, Neininger, Bradasch, Cicek, Sturm, Buderi (?).

Weshalb die Brunnenstädter, die sich bei noch zwei ausstehenden Pflichtpartien mit Rot-Weiß Darmstadt 3./54 – bei der DJK/SSG Darmstadt) und dem FSV Frankfurt II (4./53 – empfängt SF Seligenstadt) derzeit ein spannendes Fernduell um die so wichtigen Positionen drei und vier liefern, von vorneherein auf ein Oberliga-Startrecht verzichtet haben, teilte Karl Schwerd (sportlicher Leiter) der WZ-Sportredaktion im Auftrag des FV-Präsidiums mit. Hier der exakte Wortlaut: »Entgegen anders verlautbaren Meinungen hat der FV Bad Vilbel den Wirtschaftlichkeits-Nachweis, welcher für die Zulassung zur Oberliga Hessen notwendig ist, termingerecht beim Hessischen Fußball-Verband abgegeben.

Zu einigen Punkten hat der HFV eine zusätzliche Nachbesserung des Budgets gefordert. Da dies den finanziellen Rahmen der nächsten Saison jedoch wesentlich überschritten hätte, hat der FV Bad Vilbel von dieser Forderung Abstand genommen, wird also nicht mit unvollständigem Budget und abenteuerlichen Finanz-Gebaren, sondern mit einem soliden und überschaubaren Finanz-Haushalt in die nächste Landesliga-Saison starten. Diese Entscheidung hat sich der Vorstand des FV Bad Vilbel auf gar keinen Fall leicht gemacht, ist jedoch aus Sicht der Verantwortlichen die einzige Möglichkeit, den Finanzhaushalt des Vereins zu stabilisieren. Auch gegenüber unseren Sponsoren fühlen wir uns in der Pflicht, mit deren finanzieller Unterstützung verantwortungsvoll und innovativ umzugehen. Letztendlich auch gegenüber dem Wettbewerb beziehungsweise allen konkurrierenden Vereinen in dieser Liga. Der FV Bad Vilbel wird weiter den Weg der Konsolidierung einhalten und im sportlichen Bereich den Focus auf eigene Nachwuchskräfte und ehrgeizige Spieler in den eigenen Reihen setzen.«

Nimmt man diese Ausführungen etwas genauer unter die Lupe, muss man sagen: Die Präsidiums-Mitglieder Domingo Correa-Perez und Thorsten Schamma haben im Grunde genommen nur konsequent gehandelt, denn wo kein Geld für höhere Ansprüche vorhanden ist, da kann man halt keins ausgeben und muss sich notgedrungen in Enthaltsamkeit üben. Denn die Erfahrung lehrt: Klubs, die das Motto »Klotzen statt Kleckern« ohne ausreichend finanziellen Background bevorzugten, haben diese Vorgehensweise später teuer bezahlen müssen. Bleibt nur die Frage: Weshalb hat der FV-Vorstand versucht, den definitiven Oberliga-Verzicht für die Saison 2008/2009 den Spielern, den Betreuern, den Fans und den Print-Medien wochenlang vorzuenthalten? »Um eine Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden«, erklärt Klub-Chef Domingo Correa-Perez. Man habe befürchtet, die Mannschaft werde womöglich nicht mehr mit hundert Prozent zur Sache gehen: »Und das wollten wir unter allen Umständen verhindern. Schon alleine deshalb, um uns Vorwürfe anderer Vereine zu ersparen.« Gleichwohl sollte das FV-Präsidium froh sein, dass die WZ-Sportredaktion von dessen Absicht früher als eigentlich vorgesehen Wind bekommen hat. Denn man stelle sich folgendes Szenarium vor, das nach dem aktuellen Stand der Dinge durchaus denkbar ist: Am 1.

Juni, nach dem letzten Bad Vilbeler Heimspiel gegen den FC Alsbach, wäre für die Grün-Weißen Platz vier hinter Rot-Weiß Darmstadt (Aufstiegsrelegation) oder gar Rang drei (Direktaufstieg) vor Darmstadt oder dem FSV Frankfurt II beschlossene Sache. Und dann müsste der Vorstand Farbe bekennen. Wut und Enttäuschung wären auf jeden Fall um ein Vielfaches größer, als es jetzt der Fall ist. Uwe Born

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