Beachtlich

Im Oberhaus angekommen

Die Zuschauerzahlen steigen und die Leistungen stimmen: Badminton-Bundesligist SV Fun-Ball Dortelweil hat als Aufsteiger eine beachtliche Entwicklung hinter sich.

Mit großem Selbstbewusstsein war der SV Fun-Ball Dortelweil Ende September in die Spielzeit in der Badminton-Bundesliga gestartet. Nach einer starken Aufstiegssaison ohne Niederlage hatte sich das Team um Kapitän Peter Lang vorgenommen, sich im deutschen Oberhaus zu etablieren. »Wenn der Klassenerhalt gelingt, dann haben wir gute Chancen, uns zu halten«, hatte Teammanager Klaus Rotter vor dem Saisonstart zu Protokoll gegeben. Nach Abschluss der Hinrunde spricht einiges dafür, dass sich die Fun-Baller auch in der nächsten Spielzeit mit den besten Teams Deutschlands messen dürfen. Mit drei Siegen aus neun Spielen liegen sie derzeit als Drittletzter des Klassements zwar nur einen Punkt vor dem Relegationsplatz, hätten aber mit etwas mehr Glück einige Punkte mehr auf der Habenseite verbuchen können.

»Wir sind in der Bundesliga angekommen«, sagt Rotter, der mit dem SV Fun-Ball bereits zwischen 2013 und 2015 Erstliga-Luft geschnuppert hatte. Damals war die Mannschaft nicht konkurrenzfähig und blieb nur deshalb zwei Spielzeiten in der Klasse, weil sich ein anderes Team zurückzog. Mit nur einem Sieg stiegen die Fun-Baller schließlich ab und wappneten sich für die nächste Aufstiegsmission, die im Frühjahr in der Relegation abgeschlossen wurde. Da sich die langjährige Leistungsträgerin Anika Dörr anschließend dem frisch gebackenen Meister TV Refrath anschloss, waren die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Der amtierende englische Einzelmeister Alex Lane war nur einer von fünf hochkarätigen Neuzugängen. In den ersten drei Saisonspielen demonstrierte der Importspieler von der Insel im zweiten Einzel seine besonderen Fähigkeiten, verletzte sich dann aber und konnte in der Hinrunde nicht mehr spielen. Die erfahrene Rui Chen sollte in Anbetracht dessen häufiger aus Malaysia einfliegen, doch hartnäckige Achillesehnenbeschwerden verhinderten das. »Wenn wir immer komplett gewesen wären, dann würden wir jetzt mindestens zwölf Punkte auf dem Konto haben«, meint Rotter, der fest an den Klassenerhalt glaubt: »Wir brauchen noch fünf Punkte – und die werden wir holen.«

Guter Start

Bereits zum Saisonauftakt deuteten Lang und Co. an, dass mit ihnen zu rechnen ist. Vor rund 200 Zuschauern boten die Wetterauer dem Spitzenteam 1. BV Mülheim einen großen Kampf und unterlagen unglücklich mit 2:5. Auch gegen Meister Refrath (ebenfalls 2:5) schnupperte der Aufsteiger an einer Sensation. Nach Siegen gegen den TSV Freystadt (6:1), TSV Trittau und TSV Neuhausen-Nymphenburg (jeweils 4:3) standen die Fun-Baller auf einem Playoff-Platz, ehe sie zuletzt drei Niederlagen in Folge hinnehmen müssen. Trotzdem ist Kapitän Lang keineswegs bange vor den verbleibenden neun Begegnungen: »Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in eine Abwärtsspirale rutschen. Wir haben nie schlecht gespielt, hatten viele enge Spiele und sind in der Breite stark aufgestellt«, betont der 25-Jährige, der mit seinem Team in dieser Runde deutlich höheren Belastungen ausgesetzt ist.

Denn die Fahrten zu den Auswärtsspielen sind länger, zudem muss das Team häufiger unter der Woche ran. Bereits am nächsten Dienstag (19 Uhr) ist dies beim 1. BC Beuel (Stadtteil von Bonn) erneut der Fall. Hinzu kommt, dass die Leistungsunterschiede zwischen der ersten und zweiten Bundesliga groß sind. Einige Teams haben Profis in ihren Reihen, während im deutschen Unterhaus ausschließlich Amateure aktiv sind. »Vor diesem Hintergrund können wir stolz sein, was wir ohne Profis bislang geleistet haben«, sagt Lang, der mit seinem Team mittelfristig um die Playoffs mitspielen will. »Die Chancen stehen gut. In den vergangenen Jahren war unsere Mannschaft immer zu gut für die zweite und zu schlecht für die erste Bundesliga. Mittlerweile sind wir in der ersten Bundesliga aber genau richtig«, meint Lang.

Tolle Stimmung auf Rängen

Die beachtliche Entwicklung des SV Fun-Ball Dortelweil, dessen zweite Mannschaft den Aufstieg in die zweite Bundesliga im Visier hat, hat sich bereits positiv auf die Zuschauerresonanz ausgewirkt. Zu Zweitligazeiten kamen selten mehr als 100 Fans in die Sporthalle der Europäischen Schule – heute sind es häufig rund 200. »Wir haben ein perfektes Publikum, das für eine bomben Stimmung sorgt«, frohlockt Rotter und schiebt nach: »Wenn wir bald die Playoffs erreichen sollten, dann werden bestimmt noch einige mehr kommen.«

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