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Nach einer Roten Karte wird der Oberauer Enis Gjoshi nun gesperrt. SYMBOLBILD: IMA

Oberau kommt mit Geldstrafe davon

  • VonFrank Schneider
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(fra). Ost-Gruppenligist Sportfreunde Oberau ist wegen der Vorkommnisse bei den Altenstädter Fußball-Gemeindemeisterschaften vom Kreissportgericht Büdingen zu einer Geldstrafe von 150 Euro verurteilt worden. Der Spieler Enis Gjoshi wurde in der Verhandlung in Bleichenbach wegen Schiedsrichterbeleidigung für zwei Wochen gesperrt.

Was war am 23. Juli auf dem Sportgelände in Altenstadt passiert? Das Team des Gruppenligisten hatte im Turnierfinale gegen den Kreisoberligisten FSG Altenstadt beim Stand von 0:1 geschlossen das Feld verlassen und das Weiterspielen abgelehnt. Grund waren laut Angaben der Oberauer eskalierende Diskussionen mit Schiedsrichter Pascal Filges (VfB Friedberg). Dieser zeigte dreimal Gelb-Rot und einmal Rot gegen Oberau. Zumindest wurde das so vermutet. Der junge Schiedsrichter habe sich, so erzählten es Zeugen während der Sportgerichtsverhandlung, mit hoch gehobenen Karten im Kreis gedreht. Eine Zuordnung der Karten zu einzelnen Spielern war nach Aussagen des Oberauer Lagers nicht mehr möglich. Aus Sicht der Sportfreunde wirkte der Schiedsrichter vielmehr herablassend. Sachliche, nicht emotionsgeladene Meinungen hätten keine Würdigung gefunden, vielmehr sei seine Verhaltensweise geprägt von der Ausübung seiner Schiedsrichtermacht gewesen. »Um weiteren Schaden von der Mannschaft abzuwenden, haben die Verantwortlichen der Sportfreunde Oberau ihre Mannschaft veranlasst, das Spielfeld zu verlassen und damit den Spielabbruch herbeigeführt, ohne die Konsequenzen zu bedenken«, erklärte Kreissportgerichtsvorsitzender Manfred Schmidt (Rinderbügen).

Laut Spielordnung des Hessischen Fußball-Verbandes ist dies aber verboten. »Das Recht zum Spielabbruch hat nur der Schiedsrichter«, klärt Schmidt auf. 100 Euro teuer war letztlich der Spielabbruch, der für das Kreissportgericht unter dem Vorsitz von Schmidt und den Beisitzern Manfred Bohl (Nidda-Fauerbach) und Gerhard Sinner (Kefenrod) als »leichter Fall« bewertet wurde. Wäre das Gremium zu einem anderen Schluss gekommen, hätte dem Gruppenligisten gar ein Abzug von Punkten in der laufenden Saison gedroht.

Die Rote Karte warf weitere Fragen auf, denn schließlich sind Feldverweise zu sanktionieren. Schiedsrichter Filges hatte den Spieler mit der Nummer 18 auf seiner Notizkarte notiert. Allerdings taucht diese Nummer 18 gar nicht auf dem Spielberichtsbogen auf. »Eine Nummer 18 gab es in unserem Trikotsatz noch nie«, berichtete Oberaus Spielausschussvorsitzender Peter Kuhl auf Nachfrage. Eine Gegenüberstellung war jetzt in Bleichenbach notwendig - Enis Gjoshi wurde schließlich als Übeltäter überführt. Zwei Wochen muss der Oberauer nun zuschauen.

Die Spielberechtigungen hatte Schiedsrichter Filges vorab nicht überprüft. Dieser Fehler wurde dem jungen Mann vom Sportgericht dann auch zur Last gelegt: Macht 50 Euro Strafe für seinen Verein VfB Friedberg, der zudem noch anteilig an den Verfahrenskosten beteiligt wurde.

Schon im Halbfinale zuvor zwischen Rommelhausen und Oberau war es zu einer unsportlichen Handlung gekommen. Ein Zuschauer beziehungsweise Vereinsoffizieller der Sportfreunde soll Pascal Filges mit den Worten »Bist du blind?« konfrontiert haben. Da der Oberauer nicht ermittelt werden konnte, bekam der Verein noch 50 Euro für dieses ungebührliche Verhalten aufgebrummt.

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