Ober-Rosbacher Trio muss binnen einer Minute runter

Der FC Ober-Rosbach hat in der Gruppenliga Frankfurt West gegen Viktoria/Preußen Frankfurt mit 0:10 verloren. Eine Niederlage in dieser Höhe gegen den Tabellennachbarn hatte freilich seine Gründe.

Das 0:3 durch den Preußen-Spieler Aljoscha Richter war in der 32. Minute gerade gefallen, als Tolgahan Oetuen die Ober-Rosbacher Mecker-Orgie begann. Zunächst sah der FCO-Führungsspieler die Gelbe Karte, echauffierte sich dann weiter und bekam von Schiedsrichter Jan Turinski aus Bensheim die Gelb-Rote Karte gezeigt. Teamkollege Deniz Yilmaz war mit dieser Entscheidung gar nicht einverstanden und wollte den Schiedsrichter daran hindern, die Rote Karte zu zeigen. Diese erhielt er daraufhin selbst. Und weil sich vor dem Anstoß auch Ufuk Arduc nicht beruhigte und nach verbalen Entgleisungen die Rote Karte erhielt, war der FC Ober-Rosbach in der Gruppenliga-Partie gegen Viktoria Preußen Frankfurt binnen einer Minute auf acht Mann reduziert. Die Gäste hatten im weiteren Spielverlauf keine Mühe, das Resultat in die Höhe zu schrauben und entschieden das Kellerduell klar mit 10:0 (5:0) für sich.

Ober-Rosbachs Trainer Thorsten Brennemann war nach dem Spiel freilich bedient, hatte seine Mannschaft doch aus den vergangenen fünf Spielen zwölf Punkte geholt und wollte diesen Aufwärtstrend gegen den Tabellennachbarn bestätigen. »Die Undiszipliniertheiten meiner Mannschaft sind natürlich nicht zu entschuldigen. Nur die Leistung des Schiedsrichters war noch schlechter. Togi [Anm. d. Red.: Oetuen] war angeschlagen, er hatte aber sein Okay gegeben. Vielleicht hätte ich ihn draußen lassen sollen«, ärgerte sich Brennemann über sich, den Unparteiischen – und in erster Linie über die bis zur ominösen 32. Minute schwache Leistung seines Teams. Schiedsrichter Turinski hatte zwar nicht seinen besten Tag erwischt, bei den Platzverweisen blieb ihm aber aufgrund der Deutlichkeit der Vergehen keine andere Wahl. Pikant: Gleich zwei FCO-Sünder spielten in der vergangenen Saison noch für die Preußen (Yilmaz, Arduc).

Die Gäste fanden deutlich besser in die Partie und waren in den Zweikämpfen bissiger. Im Spiel nach vorne setzten sie auf Tempo und suchten immer wieder ihren Top-Torjäger Ibrahim Abbouz. Der FCO bekam in der ersten halben Stunde keinen Zugriff, wirkte zu lethargisch und lud durch eklatante Abwehrfehler den Gegner immer wieder zum schnellen Kontern ein. Bereits in der zweiten Minute prüfte Abbouz Dogan, der reaktionsschnell parierte. Sechs Minuten später war der Preußen-Stürmer im direkten Duell siegreich, nach einer Ecke und einem Schmanke-Versuch an die Latte staubte Abbouz aus nicht mal einem Meter zum 0:1 ab. Die Preußen blieben weiter am Drücker und vergaben durch Sporer (9./Arduc blockt ab) und Abbouz (12./Lupfer über den zu früh hinausgeeilten Dogan am Tor vorbei) hochkarätige Gelegenheiten. Die Treffer zum 0:2 und 0:3 fielen dagegen etwas unglücklich aus Ober-Rosbacher Sicht. Einen Marbouh-Freistoß lenkte Patzwald zum 0:2 in die eigenen Maschen (26.), und beim 0:3 durch Richter fälschte ein hineingrätschender FCOler das Leder unglücklich ab (32.).

Nach den drei Platzverweisen war Brennemann zu Umstellungen gezwungen und brachte wenig später Petrov für Süleyman Karaduman. Der neue Mann und Pamuk ordneten sich nun in der Viererkette ein, das System war nun ein 4-1-2 mit Üstündag und Patzwald als Sturmspitzen. Noch vor der Pause stellten die Preußen auf 0:5 durch Jamal Marbouh (Pass Richter/39.) und einen Foulelfmeter von Manuel Neumeister (Davy an Marbouh/45.). Zwischenzeitlich hatte Abbouz nach einem Solo den Außenpfosten getroffen (43.).

Nach der Pause dominierten die Gäste das Geschehen, der FCO hielt im Rahmen seiner Möglichkeiten dagegen und verteidigte damit besser als in der ersten Viertelstunde. Dennoch erhöhten die Mainstädter – trotz zahlreicher Abseitssituationen und zu viel Eigensinn. Mario Sporer (56.), Abbouz (62.) sowie die eingewechselten Alexander Leichner (71.), Youssef Bouniete (75.) und Oguz Mert (80.) trafen für das junge Team von Thomas Mahlau, der im Kader auf zahlreiche Ex-A-Junioren des FV Bad Vilbel – seine ehemaligen Schützlinge dort – setzte.

FC Ober-Rosbach: Dogan – Süleyman Karaduman (40. Petrov), Arduc, Davy, Schusterschitz – Yilmaz, Pamuk – Patzwald, Oetuen, Saljihu (64. Serdar Karaduman) – Üstündag (80. Kueluek).

Viktoria/Preußen Frankfurt: Mazengo – Benincasa, Kitanoski, Mujagic, Richter – Marbouh (46. Mert), Neumeister, Schmanke, Lyzcarz (58. Leichner) – Abbouz, Sporer (58. Bouniete).

Tore: 0:1 (8.) Abbouz, 0:2 (26.) Eigentor Patzwald, 0:3 (32.) Richter, 0:4 (39.) Marbouh, 0:5 (45.) FE Neumeister, 0:6 (56.) Sporer, 0:7 (62.) Abbouz, 0:8 (71.) Leichner, 0:9 (75.) Bouniete, 0:10 (80.) Mert.

Rot: Yilmaz (32./Tätlichkeit am Schiedsrichter), Arduc (32./Meckern). – Gelb-Rot: Oetuen (32./Meckern/alle FCO). – Schiedsrichter: Turinski (Bensheim). Michael Wiener

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