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Der Wetterauer Noah Michel ist fußballerisch viel herumgekommen. Als A-Jugendlicher trainierte er hin und wieder im Profikader der Frankfurter Eintracht mit. Mit Türk Gücü Friedberg liegt Michel in der Hessenliga gut im Rennen. FOTOL JAUX

Fußball

Noah Michel gewinnt Spielerwahl

  • vonFrank Schneider
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Noah Michel aus Glauburg-Stockheim ist zum Hessenliga-Spieler der Hinrunde gewählt worden. Eine Auszeichnung auch für Türk Gücü Friedberg.

(fra). Noah Michel ist der Hessenliga-Spieler der Hinrunde. Das ergab eine Wahl auf einer speziell für die höchste Fußball-Klasse des Landes eingerichteten Facebook-Seite. Der Kicker aus Glauburg-Stockheim, der für Türk Gücü Friedberg auf Torejagd geht, setzte sich gegen neun weitere Konkurrenten durch. Fast 1500 Stimmen wurden gezählt, 22,3 Prozent der Teilnehmer wählten Michel. Den zweiten Platz hinter ihm belegte Toni Reljic vom SC Hessen Dreieich, auf dem Bronzerang landete Christian Makana vom VfB Ginsheim.

»Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung, die ein Stück weit den Erfolg der Mannschaft widerspiegelt. Wir spielten eine starke Hinrunde - und ich konnte meinen Teil dazu beitragen«, betont der 25-Jährige, der vor gut einem Jahr seine Zelte beim Regionalligisten FC Gießen abbrach, um eine Klasse tiefer sein Hobby Fußball besser mit beruflichen Schritten vereinbaren zu können. Michel dankte dementsprechend dem Verein sowie seinen Teamkollegen. »Und ich danke natürlich allen, die mich gewählt haben.«

Türk Gücü Friedberg belegt aktuell Platz fünf in der Hessenliga. Michels persönliche Bilanz lautet 13 Tore in neun Partien. Damit liegt der Stürmer in der Torschützenliste einen Rang und einen Treffer hinter dem Führenden Varol Akgöz (FC Hanau 93), der es trotz toller Torquote nicht in die Auswahl der zehn nominierten Spieler schaffte. »Ich fand das irgendwie schade, denn Varol hätte es auch verdient gehabt«, sagt Michel fair. In der Vorauswahl war überhaupt kein Spieler des ältesten Fußballverein Hessens vertreten, vom Ligakonkurrenten 1. FC Erlensee immerhin Torwart Tim Kuhl. Hintergrund: Die zehn zur Abstimmung stehenden Hessenliga-Kicker wurden nicht etwa von einer Experten-Jury, sondern auf Vorschläge ihrer Anhänger bzw. der Facebook-Nutzer ausgewählt.

Michel fiebert dem Zeitpunkt entgegen, wo wieder Taten auf dem grünen Rasen ausschlaggebend für Erfolge sind. Der in Hanau bei der Deutschen Bahn als Fachlagerist beschäftigte Fußballer vermisst die regelmäßige Trainingseinheiten und den Punktspielbetrieb. Solch lange Pause sind dem 25-Jährigen bislang fremd gewesen. Bereits in jungen Jahren drehte sich bei Noah Michel alles um das runde Leder. Mit Ausnahme eines Jahres im Jugendinternat von Rot-Weiß Erfurt wurde er die längste Zeit seiner Jugend bei Eintracht Frankfurt ausgebildet. Als A-Junior durfte Michel unter dem damaligen Frankfurter Coach Armin Veh - vornehmlich in den Länderspielpausen im Profikader mittrainieren - und kam in dieser Zeit auch in zwei Freundschaftsspielen des Bundesligisten zum Einsatz. Den ersten Profivertrag unterschrieb er aber beim damaligen Drittligisten Jahn Regensburg. Eine Verletzung ließ ihn nicht richtig zum Zug kommen, der anschließende Wechsel zum FC Bayern Alzenau (zu dieser Zeit Hessenligist) entpuppte sich nicht wie erhofft als das Sprungbrett zurück in den Profifußball.

Bei Viktoria Nidda spielte Michel zusammen mit Kumpeln, absolvierte eine Ausbildung. Sportlich lief es in Nidda mit dem Verbandsliga-Aufstieg und einer guten Saison in Hessens zweithöchster Amateurklasse für den Stockheimer blendend, folglich klopfte der FC Gießen an. Der Aufstieg mit den Mittelhessen in die Regionalliga Südwest steht als größter Erfolg in Michels sportlicher Vita, vielleicht gelingt ihm selbiges mit seinem als ambitioniert geltenden derzeitigen Verein Türk Gücü Friedberg auch. Michel mag es nicht ausschließen, ebenso wenig wie eine neue Herausforderung bei einem anderen Verein.

Eines steht für ihn jedoch fest: Seinen Job möchte er wegen dem Fußball nicht mehr aufgeben. »Mir gefällt es bei Türk Gücü Friedberg, und so wie ich dort Fußball und Job unter einen Hut bekomme, ist es eigentlich für mich perfekt«, sagt der Spieler der Hessenliga-Hinrunde.

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