Nur Nils Müller ist in Braunschweig "happy"

(jn) Mit gemischten Gefühlten ging es für die Athleten der LG Ovag Friedberg-Fauerbach von den Deutschen Meisterschaften zurück in die Kreisstadt. Auf der einen Seite stand die Gewissheit, in Braunschweig ohne eine einzige Medaille geblieben zu sein.

Auf der anderen Seite machte das Rumpfaufgebot der LG zumindest größtenteils das Beste aus dieser Situation. Klar, die Enttäuschung bei Till Helmke und Niklas Zender über die nicht gebrachten Leistungen und dem damit verbundenen Aus für die EM in Barcelona war groß (die WZ berichtete). Beide hatten sich mehr vorgenommen und konnten beim vorläufigen Saisonhöhepunkt nicht überzeugen. Aufgrund einer Knieverletzung muss Niklas Zender die Saison jetzt sogar ganz abbrechen. Auch das ist ein schmerzhafter Rückschlag für die Kreisstädter, die sich in diesem Jahr so viel vorgenommen hatten.

Damit konnte der Viertelmeiler auch nicht wie geplant die 4x400 Meter-Staffel der LG verstärken. Dennoch machten Christian Klein, Sven Langer, Daniel Rabstein und Julius Schmidt ihre Sache richtig gut, holten in 3:15,93 Minuten den siebten Platz.

Till Helmke kam schon im 200-Meter-Vorlauf nicht richtig in Fahrt, und das zog sich dann bis ins Finale durch. Als Sechster hatte er das Nachsehen, auch hinter Teamkollege Nils Müller. Der schaffte als Fünfter in 21,46 Sekunden seine bisher beste Platzierung bei Deutschen Meisterschaften.

"Ich bin richtig happy und zufrieden mit der Platzierung", sagte Müller hinterher, "auch wenn die Zeiten von uns allen nicht besonders toll waren". Das lag vielleicht auch am starken Gegenwind, der den Sprintern in Braunschweig zu schaffen machte.

Die einzige Chance, eine Medaille zu holen, blieb somit über 4x100 Meter. Doch ausgerechnet Helmke und Müller verpatzten den Wechsel, das Quartett aus der Kreisstadt schied bereits im Vorlauf aus. "Das kann bei einer Staffel immer ganz schnell gehen, wie man leider bei uns gesehen hat", kommentierte Nils Müller das tragische Aus. Das selbe Schicksal ereilte beispielsweise auch das Quartett aus München rund um den deutschen Jahresbesten Tobias Unger.

Alle anderen LG-Athleten schafften es aber jeweils ins Finale. So zum Beispiel Christiane Klopsch über 400 Meter Hürden. Die 19-Jährige wurde bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften als Aktive mit 58,09 Sekunden Sechste. "An sich kann ich mit dem sechsten Platz schon zufrieden sein", beurteilte sie ihren Auftritt in Braunschweig. "Aber ich bin eine Sekunde über meiner Bestzeit geblieben, das ist echt doof. Ich hatte hinten raus einfach nicht mehr genug Kraft, deshalb ist die Zeit jetzt nicht so toll geworden".

Dennoch schlug sich Christiane Klopsch bei ihren ersten richtigen "Deutschen" beachtlich und machte zwei gute Rennen, zumal sie gleich zweimal auf der ungeliebten Außen- bzw. Innenbahn laufen musste.

Daniel Rabstein schaffte es ebenfalls über 400 Meter Hürden ins Finale. Nach 52,92 Sekunden im Vorlauf rutschte er als Achter noch in den Endlauf. Dort konnte sich Rabstein dann noch einmal steigern und wurde in 52,64 Sekunden Siebter. Etwas mehr wäre hingegen für Bianca Schmid drin gewesen. Die Hochspringerin der LG wurde mit übersprungenen 1,80 Meter Siebte. Mit ihrer Saisonbestmarke von 1,84 Meter wäre sie als Vierte dicht dran gewesen an einer Medaille.

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