Niklas Deske RT-Matchwinner im Penaltyschießen

(mn) Die letzte, die allerletzte Szene des dreistündigen Eishockey-Thrillers in der Zwischenrunde der Oberliga West brachte den Showdown: Lanny Gare gegen Niklas Deske; der Ex-Kapitän der Roten Teufel im Penaltyschießen gegen seinen früheren Arbeitgeber.

Ein gellendes Pfeifkonzert begleitete den 34-Jährigen bei seinem Anlauf, und nur zwei Tage nach dem souverän wie entscheidend verwandelten Versuch im Spiel gegen Kassel zeigte der Penaltyspezialist der Löwen Frankfurt vor 4400 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion Nerven. Deske parierte auch gegen den dritten Frankfurter Schützen und avancierte neben Harald Lange, der als einziger Spieler überhaupt verwandeln konnte, und dem dreifachen Torschützen Chris Stanley zum Matchwinner des EC Bad Nauheim beim 7:6 (0:1, 4:3, 2:2/1:0)-Erfolg gegen die nach regulärer Spielzeit in dieser Saison weiterhin ungeschlagenen Nachbarn vom Main.

"Ich hatte einen Riesenspaß. Die Mannschaft hätte mich aber auch nicht besser unterstützen können. Meine Vorderleute haben unheimlich hart gearbeitet und immer wieder Schüsse geblockt", sagte der 18-jährige Torhüter, der Thomas Ower zu ersetzen hatte.

Die Gegentreffer zum 0:2 (21.) und zum 2:4 (34.) hatten einen Knacks im Spiel der grippegeschwächten Roten Teufel (am Freitag gegen Schlusslicht Hamm erst nach Penaltyschießen erfolgreich) erwarten lassen, doch konnten die Hausherren zweimal ausgleichen, im Schlussdrittel gar eine doch recht unerwartete Zwei-Tore-Führung erkämpfen, die binnen der letzten 184 Sekunden allerdings noch verspielt wurde. Gleich vier der sechs Treffer erzielte Bad Nauheim im Powerplay (Frankfurt deren zwei - dazu ein Tor in Unterzahl).

Das Spiel nahm erst im zweiten Abschnitt echten Derby-Charakter an. 20 Minuten lang ackerten die Gastgeber mit großer Leidenschaft, doch fehlte das Glück im Abschluss, während Frankfurt - spielerisch überlegen - den Fehler im RT-Spiel mit dem Führungstreffer bestrafte. Im zweiten Abschnitt überschlugen sich dann förmlich die Ereignisse. In einer an sich fairen Partie hagelte es fortan Strafminuten - und Tore; erstmals in diesder Saison kassierte Frankfurt sechs Gegentreffer binnen 60 Minuten.

Wirkte das Powerplay - speziell das der Roten Teufel - im ersten Drittel noch äußerst fahrig und überheblich (und kostete Eddy Rinke später gar seinen Platz im ersten Block), so sollte das Überzahl-Spiel später entscheidende Bedeutung bekommen. Vor Löwen-Torwart Danijel Kovacic wurde verbissen gerackert, was sich letztlich in Form von vier Treffern auszahlen sollte. Frankfurt haderte mit den Entscheidung der Unparteiischen, die Gastgeber müssen sich hingegen an die eigene Nase packen, oft fern des eigenen Gehäuses ohne Not Strafzeiten der kleinlich leiteten Unparteiischen herausgefordert zu haben. Bis vier Minuten vor dem Ende verteidigte Bad Nauheim eine Zwei-Tore-Führung. Als Michel Maaßen auf der Strafbank saß, kamen die Löwen bis auf einen Treffer heran, und 1:53 Minuten vor Abschluss der 60 Minuten traf Lanny Gare zum Ausgleich. Mit der Sirene jubelten dann zunächst die Löwen über den gewonnen Punkt. Wenig später jubelten die Rot-Weißen über "Tage wie diese".

EC Bad Nauheim : Deske - Baum, Schreiber, Pietsch, Ketter, Reckers, Pöpel - Rinke, Stanley, Oppolzer, Huhn, Lange, Strauch, Maaßen, Baldys, Kujala, Anderson, May, Schlicht, Striepeke.

Löwen Frankfurt : Kovacic - Baumgartner, Ziolkowski, Schoof, Schenkel, Kirschbauer, Kreuzmann - Martens, Pohanaka, Schmerda, Fiedler, Mayr, Gare, Rumpel, Liesegang, Schmid, Breiter, Domogalla.

Tore : 0:1 (15.) Schoofs (Schenkel), 0:2 (21.) Schmerda (4-5), 1:2 (21.) Stanley (Schreiber - 5-4), 2:2 (24.) Baum (Schreiber - 5-4), 2:3 (30.) Schmid (4-3), 2:4 (34.) Liesegang (Pohanka, 3:4 (35.) Baum (Stanley), 4:4 (35.) Oppolzer (Strauch -5-4), 5:4 (45.) Stanley (Oppolzer - 5-4), 6:4 (48.) Stanley (Ketter, Oppolzer - 4-4), 6:5 (57.) Kreuzmann (Mayr 5-4), 6:6 (59.) Gare (Liesegang), 7:6 Lange (Penalty). - Strafen : Bad Nauheim 24, Frankfurt 22 plus zehn Minuten (Breiter, Baumgartner, Gare) plus fünf Minuten plus Spieldauer (Schenkel). - Zuschauer : 4400.

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