Niederlage mit Beigeschmack

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(sks). Da war für die Gießen 46ers mehr drin: Gegen Meister Bayern München zeigten der Basketball-Bundesligist über zwölf Minuten eine fantastische Leistung. Danach kam ein massiver Bruch ins Spiel, ein 21:0-Lauf des FBC brachte die Entscheidung. Headcoach Ingo Freyer übte nach dem 70:82 scharfe Kritik am Schiedsrichtergespann.

Wie immer, wenn der große FC Bayern sein Stelldichein in der Osthalle gibt, waren alle Plätze restlos ausverkauft - als sei der Zirkus in der Stadt. Im gewissen Sinne stimmt die Analogie, ist der bockstarke Kader der Süddeutschen doch tatsächlich zirkusreif. Angeführt vom NBA-Legionär Greg Monroe verfügt der Meister über das vielleicht beste BBL-Team aller Zeiten. Monroe (Ellbogenverletzung) fehlte aber genauso wie Josh Huestis (Magen-Darm-Infekt) und T.J. Bray.

Diese Schwächungen waren dem FCB nach einer anstrengenden Euro-League-Woche im ersten Viertel anzumerken. Angeführt von Brandon Thomas zeigten die 46ers eine ihrer besten Leistungen der Saison. Defensiv leidenschaftlich, offensiv mit viel Struktur zogen sie über die Stationen 16:12 und 21:14 davon. Dabei profitierten die Hessen von ihrer Reboundhoheit und der schwachen Quote der Isarstädter. Den einzigen Vorwurf den man den 46ers machen konnte, war, dass sie ihre guten Abschlussmöglichkeiten nicht noch besser nutzten.

Alen Pjanic aus der Mitteldistanz und Teyvon Myers sorgten zu Beginn des zweiten Viertels für die 25:17-Führung. Danach kam aber ein massiver Bruch ins komplette Match. "Ich frage mich bei solchen Spielen immer, was die Schiedsrichter eigentlich hauptberuflich machen", äußerte 46ers-Cheftrainer Freyer scharfe Kritik an den Unparteiischen. Auf dem Papier war es ein 21:0-Lauf der Bayern, der den Favoriten die Kontrolle übernehmen ließ. In der Halle waren es eine Unmenge kritischer Entscheidung der Referees, die das Blut von Spielern, Fans und nicht zuletzt Freyer selbst zum Kochen brachten. Mehrmals pfefferte Freyer sein Jackett zu Boden. Die Fankurve skandierte "Ihr seid so lächerlich" in Richtung der Schiedsrichter. Und der Meister ließ sich nicht beirren, spielte abgezockt und zog bis auf 38:25 (19.) davon.

Mit Verweis auf die Foulstatistik sprach John Bryant von einem "Irrwitz", sparte aber auch nicht Eigenkritik. "Wir haben einige Schüsse verpasst, die wir sonst treffen", so der Kapitän, der nur einen seiner sieben Dreier versenkte. Die Mittelhessen steckten nicht auf, gegen die ausgefuchste Bayern-Auswahl war aber kein echtes Kraut gewachsen. Weiter geht es am 26. Dezember bei Alba Berlin.

Frankfurt verliert knapp

Richard Freudenberg trat gegen den Schaumstoffwürfel, der an der Bande stand, zog sich das Trikot nach oben und fluchte vor sich hin. Kurz zuvor hatte der Flügelspieler der Frankfurt Skyliners den letzten Dreierversuch dieser dramatischen Partie in der Verlängerung gegen die Löwen Braunschweig daneben gesetzt. Nach einem vergebenen Korblegerversuch von Adam Waleskowski landete der Ball in den Händen des 21-Jährigen, der den Wurf aber an den Korbring setzte. 81:82 hieß es nach 45 Minuten vor ausverkauftem Haus am Sonntagabend in der Ballsporthalle. "Das ist enorm ärgerlich", sagte Freudenberg frustriert.

Nicht nur der vergebene Wurf wurmte den Youngster, der von Spiel zu Spiel immer besser wird. In der regulären Spielzeit hatte er das orangene Leder zum vermeintlichen Sieg in den Korb getippt und wurde schon von seinen Mitspielern gefeiert - bis die Schiedsrichter den Korb nach Videostudium zurücknahmen. Die Uhr war vor dem Treffer schon abgelaufen. "Wir waren die bessere Mannschaft. Wir hätten es verdient zu gewinnen", sagte Freudenberg, der auf 14 Zähler und zwölf Rebounds kam.

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