Nico Kurz verliert das deutsche Duell gegen Gabriel Clemens (r.), kann mit seiner Leistung in London aber sehr zufrieden sein. 	 FOTO: LAWRENCE LUSTIG / PDC
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Nico Kurz verliert das deutsche Duell gegen Gabriel Clemens (r.), kann mit seiner Leistung in London aber sehr zufrieden sein. FOTO: LAWRENCE LUSTIG / PDC

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Darts-WM: Hesse Nico Kurz scheidet aus und sitzt in London fest

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Nach seiner Niederlage im ersten deutschen WM-Duell sitzt Darts-Spieler Nico Kurz aus Nidderau-Ostheim vorerst in London fest. Den verpassten Einzug in die dritte Runde hat er gut überstanden.

  • Der Hesse Nico Kurz ist bei der Darts-WM in London in der zweiten Runde ausgeschieden.
  • Kurz schied in einem ersten deutschen WM-Duell gegen seinen Freund Gabriel Clemens aus.
  • Der Nidderauer sitzt nun wegen der neu entdeckten Mutation des Corona-Virus in London fest.

(red). Das heimische Darts-Wintermärchen ist seit Montagabend ausgeträumt, aber das deutsche Darts-Wintermärchen geht noch etwas weiter. Nico Kurz aus Nidderau-Ostheim verlor in der zweiten Runde im ersten deutschen Duell der WM-Geschichte gegen den Saarländer Gabriel Clemens mit 1:3 Sätzen - und sitzt nun wegen Corona in London fest.

Darts-WM: Kurz sitzt wegen Corona-Mutation in London fest

Für den 23-Jährigen heißt es nun: Geduld beweisen. Denn Deutschland stellte aufgrund der neu entdeckten Virus-Variante seit Montag sämtlichen Reiseverkehr aus Großbritannien zunächst bis zum 31. Dezember ein. Das Fährterminal im englischen Dover ist geschlossen, der Eurotunnel ebenfalls gesperrt. Kurz, der mit zwei Freunden im Auto nach London gefahren war, meinte: »Wir müssen warten und hoffen, dass der Eurotunnel vor Heiligabend wieder freigegeben wird. Bis dahin müssen wir im Hotel bleiben.«

Und er wird dem Gegner, der ihn besiegte, die Daumen drücken. »Im ersten Moment ist man natürlich enttäuscht. Aber es geht weiter. Ein Deutscher ist noch im Rennen und jetzt drücken wir alle ›Gaga‹ die Daumen«, sagte Kurz nach seiner Niederlage ohne Neid oder Missgunst.

Darts-WM: So verlief das erste deutsche Duell

Der 23-jährige Hesse und der 37-jährige Saarländer kennen sich schon lange und sind befreundet. In den ersten zwei Sätzen im Londoner Alexandra Palace lief bei beiden nicht viel zusammen. »Das ist schon etwas anderes, wenn man gegen einen Freund bei der WM spielt. Wir waren beide nervös, das hat man gesehen«, erklärte Kurz. Nervosität, die man dem gelernten Industriemechaniker vor allem im ersten Satz anmerkte. Kurz hatte nur noch 25 Punkte Rest und hätte mit drei Pfeilen den ersten Satz für sich entscheiden können. Doch er traf mit dem ersten Pfeil anstatt in die 9 (für Doppel-8-Rest) nur in die 14 und hatte somit noch elf Punkte. Den zweiten Pfeil wollte er in die 3 (für Doppel-4-Rest) werfen, traf aber die 19 und überwarf sich. Clemens nutzte diesen Patzer und holte sich den ersten Satz.

Im zweiten Durchgang zeigte Kurz, was er drauf hat. Er verlor zwar das erste Spiel des dritten Satzes, doch dann folgten ein 160er-, ein 123er- und ein 161er-Finish - und er schaffte den Satzausgleich. Es sollte der einzige Satzgewinn des Nidderauers bleiben.

Darts-WM: Nico Kurz ist fairer Verlierer

Kurz ist aktuell die Nummer 128 der Welt, Clemens die 31. Während der 23-Jährige den Sport immer noch als Hobby betreibt, ist der 37-Jährige seit drei Jahren Profi. Clemens schnappte sich den dritten Satz und verwandelte im vierten den sechsten Matchdart. Ein großes TV-Publikum verfolgte in Deutschland das erste deutsche Duell bei einer Darts-Weltmeisterschaft. Sogar die Engländer waren fasziniert von der Partie. »Das war ein unglaubliches Spiel von den beiden. Das war Werbung für Darts in Deutschland«, sagte der ehemalige englische Weltklasse-Spieler Wayne Mardle.

Nico Kurz war schnell wieder gefasst: »Am Ende hat ›Gaga‹ besser gespielt und auch verdient gewonnen.« Während sich Clemens mit dem Einzug in die dritte Runde 27.500 Euro sicherte, darf Kurz immerhin 16.500 Euro mit nach Hause nehmen.

Clemens spielt nun am 28. Dezember in der dritten Runde gegen den amtierenden Weltmeister Peter Wright. Bis dahin ist er ebenso wie Kurz im Corona-Hotspot London gefangen. Für den Nidderauer war seine zweite WM wieder ein Abenteuer. Bis er wieder nach Hause darf, kann er im Trainingsraum des Hotels weiter trainieren. Im Januar findet die Qualifikation zur Profitour in England statt. Kurz wird mitspielen. Vielleicht gelingt ihm ja der Sprung zu den Profis schneller, als er denkt.

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