Nico Kurz aus Nidderau steht am Samstagabend im Alexandra Palace zum Erstrundenmatch bei der Darts-WM auf der Bühne. FOTO: DPA
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Nico Kurz aus Nidderau steht am Samstagabend im Alexandra Palace zum Erstrundenmatch bei der Darts-WM auf der Bühne. FOTO: DPA

Darts-WM

Nico Kurz: "Volle Attacke" im WM-Erstrunden-Match

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Nico Kurz aus Nidderau bestreitet heute sein Erstrunden-Match bei der Darts-WM. Für die Anreise nach London hat der 23-Jährige einen eher ungewöhnlichen Weg gewählt.

Am Samstag (19 Uhr) geht das Londoner Darts-Abenteuer von Nico Kurz aus Nidderau-Ostheim im Main-Kinzig-Kreis in seine zweite Runde. Der 23-Jährige hat sich zum zweiten Mal in Folge für die Darts-Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace qualifiziert und möchte in diesem Jahr wieder für Furore sorgen.

Im vergangenen Jahr überraschte Kurz die Darts-Szene und schaffte es sensationell bis in Runde drei. In diesem Jahr ist wegen Corona alles anders, und so wurde bereits die Anreise zum Höhepunkt. Nico Kurz hat sich mit zwei Begleitpersonen in der Nacht zum Donnerstag mit dem Auto auf den Weg nach London gemacht. Nach neun Stunden Fahrt kamen sie am Donnerstagmittag an. "Wir wollten wegen Corona kein Risiko eingehen und sind mit dem Auto los. Für mich war es sehr entspannt. Ich musste nicht fahren und konnte schlafen, wann ich wollte", erzählt Nico Kurz. "Wenn du nach London fliegst, brauchst du von zu Hause bis ins Hotel nach London acht Stunden. Das ist kein großer Unterschied zur Autofahrt", so der Ostheimer weiter. Hinzu kommt, dass er weder für die Hin- noch für die Rückreise Buchungsstress oder Wartezeiten hat.

Dafür ist die gesamte Situation in London aktuell aber nicht gerade einfach. "Als wir im Hotel angekommen sind, mussten wir sofort zum Corona-Test und danach musste jeder auf sein Zimmer, bis das Ergebnis feststand", berichtet der 23-Jährige. Das Testergebnis für ihn und seine beiden Begleitpersonen war negativ. Das Hotel darf aber nur in Ausnahmefällen verlassen werden. "Hier wird schon sehr auf die Corona-Sicherheit geachtet. Spazieren gehen in London fällt in diesem Jahr aus. Mir macht das aber nichts aus. Mein Ziel ist nicht das Spazierengehen", sagt der Industriemechaniker der Stadtwerke Hanau. Er hat sich für die Vorbereitung und die WM den ganzen Dezember freigenommen.

In der ersten Runde trifft er auf den 53-jährigen Routinier Andy Hamilton aus England. Wie sieht die Taktik gegen so einen erfahrenen Spieler aus? "Für mich gibt es in jedem Spiel nur eine Taktik und das ist immer volle Attacke. Ich möchte das beste Spiel spielen, das ich kann", sagt Kurz. Gewinnt er zum Auftakt des mit 2,5 Millionen Pfund dotierten Turniers, würde am Montag gegen Gabriel Clemens das erste deutsche Duell der WM-Geschichte anstehen. Der Sieger trifft in Runde drei auf den amtierenden Weltmeister Peter Wright.

Seit Monaten trainiert der Ostheimer drei Stunden pro Tag und hat in den beiden vergangenen Wochen das Pensum auf fünf Stunden pro Tag hochgefahren. In London haben die Spieler im Hotel extra Trainingsräume. "Ich trainiere viel mit Max Hopp oder anderen deutschsprachigen Spielern. Es ist aber nicht immer einfach, ein freies Darts-Bord zu erwischen."

Die Topspieler der Welt hatten in den vergangenen Monaten regelmäßig Turniere. Kurz ist seit Oktober ohne Wettkampfpraxis. Ein Umstand, der ihn jetzt aber nicht mehr besonders interessiert. "Ich bin gut drauf und freue mich, wenn es am Samstag endlich los geht. Ich bin auch mal gespannt, wie meine zweite WM wird", so Niko Kurz, der aber auch weiß, dass "es ohne Zuschauer und Stimmung anders wird als im vergangenen Jahr. Aber an der Anspannung vor dem Turnier hat sich nichts geändert."

HEIKO LEHMANN

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