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Nico Kurz: Nidderauer setzt WM-Märchen fort

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Das Darts-Wintermärchen bekommt ab Dezember eine Fortsetzung. Nico Kurz aus Nidderau-Ostheim hat sich zum zweiten Mal in Folge für die Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace qualifiziert.

"Das bedeutet mir alles. Ich bin gerade mega glücklich und mir fehlen schon wieder die Worte", sagte Nico Kurz nach seinem 10:9-Finalsieg in München gegen Dragutin Horvat aus Kassel am vorvergangenen Wochenende. Dabei machte es der 23-Jährige noch spannender als im vergangenen Dezember bei der WM in London, als er sensationell bis in die dritte Runde vorstieß. Im Halbfinale schlug Kurz Deutschlands Nummer zwei Gabriel Clemens mit 9:7. Im Finale gegen Horvat sah zunächst alles nach einer klaren Niederlage für Nico Kurz aus. Er lag mit 4:8 zurück, doch dann begann so etwas wie das Ostheimer Frühjahrsmärchen.

Nico Kurz ballerte eine 180 (höchstmögliche Punktzahl mit drei Pfeilen) nach der anderen in das Board und kam auf 8:9 heran. "Wir wussten, dass er das Ding jetzt rocken wird", sagte Jürgen Schmidt. Er ist einer von vielen Freunden von Nico, die im vergangenen Dezember gleich zweimal hintereinander die Reise nach London auf sich genommen hatten, um Kurz bei seiner ersten Darts-WM zu unterstützen. Diesmal machte er es richtig spannend. Beim Stand von 9:9 und der fünften 180 hatte er drei Matchdarts auf das Doppel-16-Feld. Doch der Ostheimer verfehlte dreimal sein Ziel. Doch auch Horvat verfehlte die nötige Doppel-12 um einen Millimeter. Dann beendet Kurz mit dem zweiten Pfeil in die Doppel-2 das Spiel.

"Für mich ging im vergangenen Jahr in London schon ein Traum in Erfüllung, und jetzt darf ich wieder zur WM. Das ist überragend", sagte der 23-Jährige. Horvat haderte nach der Niederlage noch etwas mit dem fehlenden Millimeter, sagte dann: "Ich freue mich für Nico. Ich bin Fan von ihm und seiner Spielweise und werde ihm bei der WM die Daumen drücken."

Werner von Moltke, der Chef der Professional Darts Corporation Europa, lobte beide Finalisten für das wahrscheinlich beste Finale, das es in der Superliga je gab. Und auch von ganz oben in der Szene gab es Glückwünsche. "Nico hat ein fantastisches Talent und lernt sehr schnell dazu. Im Darts verbessert man sich immer nur Schritt für Schritt, und das braucht Zeit", sagt Michael van Gerwen, mehrfacher Weltmeister und der aktuell beste Darts-Spieler der Welt.

Nico Kurz blieb trotz seiner Freude schon wieder konzentriert und gelassen. "Ich werde auch in dieser Woche wieder arbeiten gehen und bleibe meinem Beruf treu. Im Darts-Sport möchte ich weiter dazu lernen und bin gespannt, was noch kommt", sagt der Angestellte bei den Stadtwerken in Hanau, der sich genau wie seine Freunde das Flugticket für den Dezember nach London schon einmal buchen kann.

Heiko Lehmann

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