Hessenmeisterschaft

Neuer Hessenmeister Dartclub Wetterau darf um den Bundesliga-Aufstieg spielen

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Der Dartclub Wetterau hat es geschafft: Das Team aus Beienheim ist neuer Hessenmeister. Doch Zeit zum Feiern bleibt nur bedingt: Anfang Juni geht es um den Bundesliga-Aufstieg.

Am Ende war es eine Demonstration der Stärke: Mit 10:2 fegte der Dartclub Wetterau die Bären II, die Darts-Abteilung des ESV Blau-Gold Flörsheim, im letzten Saisonspiel aus dem Beienheimer "Raabennest" und hatte damit die richtige Grundlage zum Feiern der Hessenmeisterschaft. Mit 18 Siegen bei nur zwei Unentschieden und zwei Niederlagen in der gesamten Runde holte die Mannschaft den größten Erfolg der Vereinsgeschichte – und darf nun um den Bundesligaaufstieg spielen. "Wir waren im vergangenen Jahr schon in den Top-Vier dran, haben aber nicht damit gerechnet, dass wir jetzt ganz vorn dabei sind", sagt Marcus Feick, der Vereinsvorsitzende.

Am 1. Juni in Klein-Auheim geht es um den Aufstieg in die Bundesliga Süd

Die Pfeilvirtuosen mit Sitz in Beienheim haben es damit fast geschafft: Nun fehlt "nur" noch der Erfolg bei den Aufstiegsspielen am 1. Juni in Klein-Auheim gegen die Teams aus Thüringen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern, von denen zwei den Aufstieg in die Darts-Bundesliga Süd schaffen werden. "Ich denke, unsere Chancen sind ganz gut", sagt Feick. "Aber an so einem Tag ist es natürlich von der Tagesform abhängig." Immerhin: der Steel-Darts-Sportwart des hessischen Dartverbandes, Lutz Landua, machte Feick und Co. Mut, als er am Donnerstagabend eigens den Pokal vom Vorjahressieger geholt und ins "Raabennest" gebracht hatte, um ihn Kapitän Torsten Tennro zu überreichen.

Das Geheimnis des Erfolges? Für Feick klar: "Wir haben uns in dieser Saison in den wichtigen Momenten durch mentale Stärke, Ehrgeiz und Willen durchgesetzt, aber die Mannschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr mit ihrem Teamspirit sowie jeder Spieler für sich noch einmal gesteigert." Allen voran der Assenheimer Sven Vogelsberg. Mit 21 Jahren gehört er, obwohl erst seit gut einem Jahr im Verein, bereits zu den stärksten Spielern in Hessen, wird in der Rangliste des Deutschen Dartverbandes gar auf Platz elf geführt. Gemeinsam mit dem amtierenden Hessenmeister Dominik Keller, der ebenfalls für einen konstant guten Punkteschnitt über 80 gut ist, können sie den Unterschied ausmachen. Doch auch dahinter könne sich die Mannschaft sehen lassen, erklärt Feick – inklusive der 78-jährigen Luise Pfalzgraf, die am Donnerstag in ihrem Einzel noch eine 2:0-Führung aus der Hand geben musste. "Ein Sieg von ihr wäre ein Highlight gewesen, denn sie ist die gute Seele und eigentlich immer da", sagt Feick. Um ihr den ersten Start in der Hessenliga zu ermöglichen, hatte Kapitän Tennro extra verzichtet.

Einen Grundsatz will sich der Dartclub Wetterau bewahren

Mit dem Erfolg im Rücken soll in der kommenden Saison nicht nur vielleicht Bundesliga gespielt werden, sondern auch die anderen vier gemeldeten Teams sollen noch die eine oder andere Klasse nach oben springen. "Wir versuchen, immer mehr aufzubauen", sagt Feick. Derzeit habe der Club rund 80 Mitglieder, mehr als 70 davon spielen aktiv – egal ob beim Training, im Team oder bei Meisterschaften. Wichtig sei, auch im Falle eines Aufstiegs, der Grundsatz: Für Spieler wird kein Geld bezahlt. "Natürlich werden wir eine Lösung für die Blockspieltage in der Bundesliga finden, die teilweise sehr weit entfernt sind, sodass Spieler Reise- und Übernachtungskosten erstattet bekommen", sagt er – Gehalt gäbe es aber keins. "Die Leute müssen schon von sich aus zu uns kommen, weil sie den Erfolg, aber auch den Spaß an ihrem Sport haben wollen."

Nichtsdestotrotz müsse man im Erfolgsfall auch die Strukturen weiter professionalisieren, indem etwa ein Teammanager sich neben dem Kapitän um die Organisation kümmere. Bis es soweit ist, werden nach dem Auskurieren der Nachwirkungen der Meisterfeier erst einmal die Vereinsmeisterschaften am Karfreitag gespielt, am 19. Mai ist der Verein Ausrichter der Aufstiegsspiele für die Oberliga, ehe es am 1. Juni dann Ernst wird. Doch mit Geschlossenheit dürfte auch das zum Erfolg werden.

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