Lars Osadnik wohnt in Echzell und hat den SVE nun in die B-Klasse geführt. FOTO: CHUC
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Lars Osadnik wohnt in Echzell und hat den SVE nun in die B-Klasse geführt. FOTO: CHUC

Neue Qualität in Echzell

Der SV Echzell verlässt die C-Klasse und kämpft demnächst um Punkte in der Kreisliga B Friedberg. Vater des Erfolgs ist Trainer Lars Osadnik, der 2019 erst vom FCO Fauerbach in seinen Wohnort wechselt. Mit dem SVE muss er nur eine Saisonniederlage einstecken. Der Rest ist eine Erfolgsgeschichte.

Mal auf Rang 13, mal 14., mal auf Platz neun - der SV Echzell hielt sich lange auf in der Fußball-Kreisliga C Friedberg, Gruppe 1. Seit Einführung der C-Klassen vor fünf Jahren spielten die Echzeller ganz unten mit. Doch in der vergangenen Saison war alles anders. Mit Akteuren, die Gruppenliga-Erfahrung vorweisen können, und neuem Elan spielte der Club seine Gegner teilweise an die Wand. Am Ende steht der erste Platz, verbunden mit dem Aufstieg in die B-Liga.

Das ist für einige Akteure des Clubs etwas Neues, bisher noch nicht Erlebtes. "Die B-Liga wird für viele Spieler ein ungewohntes Gefühl darstellen", weiß Bereichsleiter Jonas Römer. Denn C-Liga ist für viele nicht einfach die unterste Spielklasse in der Wetterau, sondern bringt auch eine gewisse Mentalität mit sich - gegen Geld, für den Spaß, für den Teamgeist. Wer in die C-Liga geht, ist entweder auf der Suche, oder hat gerade etwas verloren. Und vielleicht ja in Echzell wieder gefunden.

Wie Lars Osadnik, oder Kevin Unverzagt, oder Matthias Cichon. Drei Akteure, die vor etwa einem Jahr vom FC Olympia Fauerbach zum SV Echzell wechselten, teilweise reaktiviert wurden. Aber wieso von der Gruppenliga in die C-Liga? Eine Frage, die Coach Osadnik im Laufe der Saison häufig begegnete. Aber der in Echzell wohnende Trainer suchte die Herausforderung, fand beim SVE eine motivierte, junge Mannschaft. Weitere Spieler aus Fauerbach folgten ihm.

Das war der Startschuss für eine neue Qualität in Echzell. Eine Qualität, die in der C-Liga Eindruck machte, dem Club Sonntag für Sonntag die Punkte einbrachte und ihn schnell an die Tabellenspitze hievte.

Da stand man nun plötzlich, ganz oben und natürlich unmittelbar mit dem Thema Aufstieg konfrontiert. Das erklärte Ziel war dieser anfangs jedoch nicht. Man wollte oben mitspielen, sich gegenüber dem neunten Platz aus dem Vorjahr verbessern, vielleicht unter den ersten fünf sein. Und dann wurde es plötzlich erstaunlich souverän: "Wir haben guten Kampfgeist gezeigt. Viele Spieler haben sich auch in der Saison noch gesteigert", erklärt Römer. Da wurde auch von den Gegnern mitunter mal schwereres Geschütz aufgefahren, Spieler aus den ersten Mannschaften eingesetzt. Dem Ligaprimus wurde es dadurch nicht immer einfach gemacht: Hin und wieder ein knappes 1:0 oder - wie gegen den TSV Ostheim II - die einzige Saisonniederlage. Ein 0:1 am 15. September.

In die weiteren wöchentlichen Resultate reihte sich hin und wieder mal eine deutliche Klatsche für die Kontrahenten ein, zweimal wurde es gar zweistellig.

Dabei blieb die Mannschaft von Osadnik auch im Saisonverlauf ein Team, zeigte gute Trainingsleistungen und bot ihrem Coach die ausreichende Breite. So konnte dieser neue Impulse setzen. Das betraf sowohl die Taktik als auch die Gestaltung des Trainings. Und wenn man erst mal oben steht, macht es bekanntlich richtig Spaß.

Mannschaft bleibt zusammen

Entsprechend glücklich ist man nun über den Aufstieg, auch wenn dieser sich vielleicht noch etwas ungewohnt anfühlt. Zudem haben die Echzeller bisher etwas geschafft, dass manchen auch nach einem Aufstieg schwerfällt: Die Mannschaft bleibt zusammen, man erwartete sogar weitere Verstärkungen bis Saisonbeginn. Von der A-Jugend gehen dagegen wohl einige Kicker zum KSV Bingenheim, der neben Echzell und dem SV Reichelsheim ein Stammverein der JSG Horlofftal ist.

Was das aktuelle Training angeht, baut man auf ein entwickeltes Hygienekonzept und trainiert einmal pro Woche, um einigermaßen in Form zu bleiben. Die gezielte Vorbereitung auf das Projekt B-Liga soll ab Ende Juli steigen. Dann wahrscheinlich wieder mit zwei bis drei Einheiten pro Woche. Als Ziel will man sich für die kommende Saison erst mal den Klassenerhalt setzen, wenn möglich darf es allerdings gerne bis ins Mittelfeld gehen.

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