Neue Gesichter, aber erneute Niederlage

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(kaja). Seitdem Glen Cuiellette 2019 in der German Football League (GFL) für den damaligen Halbfinalisten Dresden Monarchs auflief, gehörte Frankfurt Universe zu seinen Lieblingsteams. Die Chance, Teil der Hessen zu werden, hat der 26-Jährige aus New Orleans gerne wahrgenommen. »Ich wusste, worauf ich mich einließ«, bestätigte der Quarterback am Samstagabend.

Da hatte er, fünf Tage nach seiner Ankunft in Deutschland, sein erstes Spiel für die Gastgeber im Stadion am Bornheimer Hang absolviert und mit diesen das Duell gegen den vom früheren Universe-Spielmacher Sonny Weishaupt angeführten Hessenrivalen Marburg Mercenaries mit 12:42 verloren.

Es war beim vierten Auftritt die vierte deutliche Niederlage des German-Bowl-Finalisten von 2018 in diesem Sommer. Etwas mehr als 300 Zuschauer hatte die Begegnung gelockt. Auf eine Power Party hatten die Verantwortlichen um Universe-Geschäftsführer Daniel Zeidler verzichtet. Wiedererkennungswerte gab es einige, darunter der umnebelte lila Tunnel beim Einlauf, die Cheerleader, die zusammen mit Fans in einem Video ihre Treue zu dem Team beteuerten, das von zahlreichen Akteuren in Richtung European League of Football (ELF) verlassen wurde, oder Maskottchen Franky.

Trainer Mele Mosqueda bilanzierte trotz des erneut klaren Resultats in mancherlei Hinsicht eine Verbesserung der Vorstellung seines Kaders. Was nicht nur daran lag, dass es einige neue Gesichter auf dem Rasen gab. Neben Cuiellette, dessen Zusammenspiel mit Wide Receiver Brandon Butler zu Beginn des zweiten Viertels der erste Touchdown der Hausherren zum 6:14 zu verdanken war, fiel vor allem ein zweiter US-Boy, Quarderman Sloan, auf. Der Running Back mit dem orangefarbenen Kopftuch über rötlich gefärbten Rastalocken bewies in kurzen Phasen seine Schnelligkeit. Nach verspäteter Landung auf dem Rhein-Main-Airport während der Woche waren die Beine des Sprinters und er selbst laut Mosqueda noch zu müde, um längerfristig auf dem Feld zu stehen.

Der Headcoach bemerkte sogar einen Aufwärtstrend in der überforderten Defensive. »Wir befinden uns in einem Prozess«, betonte er. Man dürfe nicht erwarten, dass das Team direkt den Schalter umlegt, sobald ein paar Verstärkungen dazukommen.

Sein neuer Spielmacher sieht es als reizvolle Herausforderung an, seinen Beitrag bei der Weiterentwicklung zu leisten. Gerade noch war Cuiellette in der Indoor-Liga bei den Bismarck Bucks aktiv. Das Ei ist dort kleiner, weshalb er sich erst wieder an das andere Spielgerät gewöhnen muss. Mosqueda erklärte damit den einen oder anderen Fehlwurf. Der 1,83 Meter große Spieler hatte auch Angebote aus der ELF, wollte diese aber im Premierenjahr nicht annehmen. »Es gibt doch immer wieder neue Spielklassen«, die oft schnell wieder in der Versenkung verschwinden und bei den Sportlern schlechte Erinnerungen hinterlassen. Er werde abwarten, wie die Zukunft aussieht.

Bei Universe ist Cuiellette der vierte Quarterback, der in dieser Saison zum Einsatz kommt. Ferras El-Hendi brach sich im ersten Spiel den Arm, Terrence Shambry zog sich einen Bänderriss am Fuß zu, mit dem er in Stuttgart trotzdem noch eine Halbzeit lang spielte. Der junge Luca Rüdiger soll von der neuen Nummer eins lernen. Cuiellette ist sich der besonderen Verantwortung als Vorbild bewusst. »Ich möchte daran wachsen.«

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