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Rainer Pfeffer ist seit 1979 Mitglied bei den Eishoppers Bad Nauheim. Der Bäder-Cup am Wochenende ist der 30. in der Geschichte - und der 30. in der Vita Pfeffers.

Eisstockschießen

Er ist Bad Nauheims ewiger Eisstockschütze

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60 Eisstockschützen pilgern am Wochenende für den Bäder-Cup nach Bad Nauheim: Die Kurstadt ist mit den Eishoppers der Ausrichter . Das hängt besonders mit Rainer Pfeffer zusammen.

Es war das Jahr 1990, als der SV Bad Füssing sein zehnjähriges Bestehen feierte. Deshalb organisierte der begeisterte Eisstockschütze Gustav Hofbauer ein Turnier, an dem nur Badeorte aus Deutschland und Österreich teilnehmen - das Konzept überlebte. Der sogenannte Internationale Bäder-Cup (www.bädercup.eu) feiert in diesem Jahr seine 30. Auflage. Bad Nauheim war gemeinsam mit Bad Wörishofen als einzige Stadt immer dabei - und richtet deshalb am Wochenende zum dritten Mal das prestigeträchtige Turnier aus.

Ein Grund dafür ist Rainer Pfeffer. Der Vorsitzende der Eishoppers Bad Nauheim ist nämlich der einzige Sportler, der bisher an allen bisherigen 29 Auflagen teilgenommen hat. 16 Mannschaften werden seinem Ruf in diesem Jahr folgen - darunter erstmals auch ein Team aus Bad Mondorf in Luxemburg. "Ich bin inzwischen so etwas wie eine feste Größe beim Bäder-Cup", sagt er über sich selbst. "Es ist schön, dass wir in diesem Jahr zum Jubiläum eines der größten Felder der jüngeren Vergangenheit haben", sagt Pfeffer, der gemeinsam mit seinen Mitstreitern aus dem rund 30 Mitglieder umfassenden Verein Unterbringung, Verpflegung, Turnier und Rahmenprogramm für die zweitägige Veranstaltung in der Wetterau organisiert hat.

Mit dieser Teilnehmerzahl habe der Bäder-Cup eine kleine Talsohle in der Vergangenheit wohl vorerst hinter sich gelassen, die nächsten beiden Turniere sind bereits vergeben. Die zwei obligatorischen Leitz-Ordner werden auch in Bad Nauheim an den nächsten Ausrichter weitergegeben. "Man muss eben jedes Jahr dranbleiben, sich auf den Turnieren der anderen Mannschaften sehen lassen. Aber so lernt man eben auch viele Orte kennen und kommt mit anderen Menschen in Berührung", sagt Pfeffer. Gemeinsam mit seinen Mannschaftskameraden hat er so in den vergangenen Jahren etliche Tausend Kilometer auf sich genommen. Überhaupt spiele das Zwischenmenschliche beim Bäder-Cup eine große Rolle - egal wie der Wettstreit auf dem Eis des Colonel-Knight-Stadions am Samstag ab 8.30 Uhr ausgeht. "Ich sehe jetzt schon, dass es zum Empfang am Freitagabend ein großes Hallo geben wird."

Damit das Turnier ordnungsgemäß über die Bühne gehen kann, muss sich der kleine Verein ordentlich strecken. Denn neben der Organisation müssen auch die Spielfelder markiert und die Eisfläche präpariert werden, außerdem wird am Freitagabend der VIP-Raum des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim gebraucht. Dem Verein und der Stadt sei Pfeffer für die Unterstützung daher entsprechend dankbar. "Wir können uns glücklich schätzen, dass das Stadion in öffentlicher Hand ist", sagt Pfeffer.

Er selbst ist seit 1979 im Verein, der aktuell noch 15 aktive Mitglieder hat. Als einziger echter Bad Nauheimer ist er inzwischen auch eine Ausnahme, seine Mitspieler kommen teilweise aus Lauterbach, Bottenhorn oder Stockstadt. Immerhin: Die Eishoppers sind von ursprünglich drei Eisstock-Vereinen in Bad Nauheim - früher gab es einerseits die Eskimos, andererseits eine Abteilung beim VfL - bis jetzt noch am Leben. "Wir halten die Fahne des Eisstocksports in Bad Nauheim oben", sagt Pfeffer - auch wenn der Nachwuchs fehle. "Aber wir machen es immer noch gerne."

Sportlich sieht es für die Eishoppers wohl auch in diesem Jahr nicht besonders gut aus - die Konkurrenz aus Bayern und Österreich ist schlicht zu stark. "Da sind teilweise schon ein paar echte Künstler dabei", sagt Pfeffer, dessen Team trotz Rekordteilnahmen im Punkteschnitt am Ende der "ewigen Tabelle" steht. "Aber mit unseren zwei Mannschaften füllen wir die Sache immerhin mit Leben - und außerdem haben wir dieses Jahr auch eine starke Mannschaft mit einigen Top-Spielern dabei. Schließlich wollen wir zeigen, dass auch hierzulande gut gespielt wird." Gespielt wird übrigens in zwei Achter-Gruppen im Modus "Jeder-gegen-jeden", anschließend folgen die Platzierungsspiele.

Für Pfeffer selbst geht es von Jahr zu Jahr weiter. Nach 30 Jahren Bäder-Cup blickt er auf viele, nicht auf einzelne Höhepunkte zurück. "Das Highlight ist für mich, immer dabei gewesen zu sein, auch wenn wir als Ausrichter natürlich in diesem Jahr etwas mehr Aufwand haben."

Die Eishoppers Bad Nauheim trainieren aktuell auf der Außenbahn am Sportplatz Rödgen, immer dienstags um 18.30 Uhr. Ab 30. September beginnt die Wintersaison, dann wird immer montags ab 20.30 Uhr im Colonel-Knight-Stadion trainiert. Interessierte sind herzlich willkommen.

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