Bad Nauheimer Party geht in Frankfurt weiter

Das Fest geht weiter: Sechs Tage nach dem Sieg (nach Penaltyschießen) in Kassel setzten die Roten Teufel in Frankfurt ihren Erfolgsweg durch die Eishockey-Oberliga West fort.

Vor 7000 Zuschauern in der Eissporthalle am Ratsweg gewann der EC Bad Nauheim gegen den Deutschen Meister von 2004 am Freitag mit 2:1 (0:0, 1:0, 1:1).

Lanny Gare und Tobias Schwab trafen zum 14. Sieg in Serie. "Gegen Nauheim kann man mal verlieren", skandierten die rund 1000 mitgereisten Fans aus der Wetterau. Der eigentliche Matchwinner der 60 Minuten, die erst mit zunehmender Dauer intensiv wie ein Derby geführt worden waren, war Torwart Markus Keller, der die Löwen-Offensive verzweifeln ließ.

Eine gute Stunde vor Spielbeginn war das Geheimnis um die personelle Ausgangsposition gelüftet. Den Löwen Frankfurt fehlten neben Boris Ackers (verletzt), Kevin Thau und Martin Schweiger (beide gesperrt) auch Christopher Kasten (verletzt) und Sven Breiter. Der Ex-Teufel fällt mit einem Innenbandriss (Trainingsverletzung) vier Wochen aus. Trainer Claydon Beddoes agierte mit nur vier Verteidigern. In der dritten Angriffsformation standen den Gastgebern lediglich drei Spieler der Regionalliga-Meistermannschaft aus dem Vorjahr zur Verfügung.

Bei den Gästen fehlten die Kontingentspieler Kevin Lavallee (gesperrt) und Dylan Stanley (verletzt/"In einem Playoff-Spiel hätte ich gespielt"). Auf dem Eis war im ersten Abschnitt eine gewisse qualitative Überlegenheit der Roten Teufel zu erkennen; die Führung wollte den Gästen allerdings gegen die lauf- und kampfstarken Hausherren nicht gelingen.

Zwar traf Tobias Schwab nach nur vier Powerplay-Sekunden von der blauen Linie, doch Schiedsrichter Lenhart (Kassel), der bereits die letzten beiden RT-Partien geleitet hatte, wollte ein Torraumabseits erkannt haben (3.). In der 15. Minute verabschiedede sich Löwe Tim Bornhausen vorzeitig in Richtung Kabine. Nach einem hohen Stock gegen Manuel Weibler musste der Stürmer duschen gehen. In punkto Intensität konnte das Derby nicht mit dem Vorwochenspiel in Kassel mithalten. Der Pausenstand hatte den dezimierten Löwen-Kader mutig gemacht. Frankfurt fand über Kampf und Einsatz mehr und mehr in die Partie. Bad Nauheim wirkte – möglicherweise im Gefühl der Überlegenheit – oftmals zu lax, investierte zu wenig, um die Weichen schon hier zu stellen. Offensiv wurde der letzte Zug zum Tor vermisst, waren zu viele Schnörkel und Ungenauigkeiten in den Aktionen, hätte ein beherzter Antritt von Kevin Lavallee dem RT-Spiel mal gutgetan.

Defensiv lieferte sich Torwart Markus Keller scheinbar ein privates Duell mit seinem letztjährigen Teamkollegen Alexander Alt-henn, der mehrfach einen zu diesem Zeitpunkt gar nicht mal unverdienten Führungstreffer auf dem Schläger hatte – gerade während einer doppelten Überzahl (93 Sekunden lang), die Bad Nauheim gegentorlos überstand (27.).

Auf der anderen Seite traf Lanny Gare aus dem Gewühl den Pfosten (31.). Acht Minuten später hatte der Kapitän Zeit, vor Christian Wendler die Lücke zu suchen und erzielte die Gäste-Führung (38.). Eine erneute doppelte Überzahl ermöglichte den Löwen den Ausgleich. Thomas Schenkel traf nach 48. Minuten. Der aufälligste Löwe, Alexander Althenn, – im x-ten Versuch gegen Keller – visierte nur zwei Minuten später das Lattenkreuz an. Das Derby war jetzt zum Kampf auf Biegen und Brechen geworden. Dann sorgte ein Schuss von Tobias Schwab für einen Aufschrei im Gäste-Block. In der 57. Minute erzielte der Stürmer, der bereits für alle drei großen hessischen Klubs gespielt hat, die erneute Führung, die Bad Nauheim über die Zeit brachte.

Löwen Frankfurt: Wendler – Fairbarn, Schenkel, Sevo, Müler – Barta, Barg, Althenn, Hensel, Seyll,er Bauscher, Schwarzer, Knihs, Bornhausen, Ansink.

EC Bad Nauheim: Keller – Mangold, Baum, Kohl, Ketter, Pöpel, Franz – Schwab, Gare, Weibler, Maaßen, Baldys, Kujala, Cardona, Stripeke, Wex.

Tore: 0:1 (38.) Gare (Kujala) 1:1 (48.) Schenkel (Barg – 5-3), 1:2 (57.) Schwab (Gare, Kujala.

Strafminuten: Frankfurt 8 plus fünf Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe (Bornhausen), Bad Nauheim 14 plus zehn Minuten (Baum).

Zuschauer: 7000 (ausverkauft).

Michael Nickolaus

Weiter spielten

Ratingen – Krefeld 7:4

Dortmund – Netphen 19:0

Kassel – Essen 2:1

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