1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Bad Nauheimer Lebenszeichen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Der EC Bad Nauheim sendet ein Lebenszeichen. In Bietigheim, beim Meister, haben die Roten Teufel ihre Serie von zuletzt sechs sieglosen Partien in Folge beendet. Mit 4:3 (1:2, 1:1, 1:0/1:0) nach Verlängerung gewann das von Daniel Heinrizi gecoachte Team und blieb auch im dritten Saisonvergleich mit dem Titelträger siegreich.

Den spielentscheidenden Treffer erzielte Taylor Carnevale in der dritten Minute der Verlängerung. Zuvor hatten Harry Lange und der zuletzt erfolgreiche Michael Dorr (2) mit ihren Toren den zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand ausgeglichen.

Auf der Tribüne saß Frank Carnevale. Er wolle das Spiel seines Sohnes sehen, meinte der beurlaubte Coach der Roten Teufel, der auf dem Weg zu seinem Sitzplatz und in den Drittelpausen viele Hände der Fans zu schütteln hatte. Bad Nauheim hatte – zum vierten Mal bereits – auf den Einsatz von Kevin Lavallee verzichtet. Und für Sean McMonagle war die Partie bereits nach fünfeinhalb Minuten beendet. Der Trainer- und Betreuerstab der Roten Teufel hatten schlicht vergessen, den kanadischen Verteidiger auf den Spielberichtsbogen zu schreiben. McMonagle stapfte ungläubigen Blickes in die Kabine, während Michael Dorr fortan immer mal in der Defensive aushalf und auf der Tribüne über eine mögliche Spielwertung für Bietigheim diskutiert wurde. Darüber muss nun der Verband entscheiden.

Zu diesem Zeitpunkt führten die Gastgeber – ohne Matt McKnight angetreten – bereits mit 2:1. Während einer angezeigten Strafe gegen die Hessen traf Marc Healtey quasi mit der ersten Chance im Nachschuss zur Führung. Quasi im Gegenzug gestattete Steelers-Keeper Frederic Cloutier dem Aufsteiger ein Gastgeschenk, als er einen Rückhandschuss von Harry Lange passieren ließ.

Quasi postwendend rückte Robin Just freistehend im Slot die Kräfteverhältnisse zu recht (6.). Bietigheim hatte in einer insgesamt bestenfalls mäßigen Partie das erwartete Chancenplus, doch hielt Jan Guryca, der zum besten Spieler des Tages gewählt wurde, die Gäste bei den zwei, drei guten Steelers-Chancen im Spiel.

Drei Powerplay-Situationen eröffneten den Roten Teufeln im zweiten Abschnitt die Möglichkeit, die Offensiv-Bilanz aufzubessern, doch just mit einem Mann mehr auf dem Eis kassierte der Aufsteiger den dritten Gegentreffer. Greg Squires traf nach einem Konter (23.). Wie aus dem Nichts kamen die Roten Teufel sechs Minuten später zum Anschluss. Michael Dorr war am langen Pfosten offenbar übersehen worden und nutzte dies zum 2:3. Bietigheim hatte nach dem turbulenten Auftakt das Tempo etwas herausgenommen.

Mit seinem zweiten Treffer, einem Nachschuss, konnte Michael Dorr den zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand im Schlussabschnitt ausgleichen. Bietigheim erhöhte in den Schlussminuten den Druck, doch überstand Bad Nauheim 135 Sekunden vor Schluss gar eine erneut Unterzahl-Situation und belohnte sich für die Aufholjagd am Ende gar mit dem Zusatzpunkt.

Bietigheim Steelers: Cloutier – Schütz, Martens, Vogl, Gleich, Steingroß Müller – Dmitriev, St. Jacques, Just, Schoofs, Healtey, Squires, Sommerfeld, Asselin, Wrigley.

EC Bad Nauheim: Guryca – Götz, Versteeg, Baum, McMonagle, Pietsch, Pantic – Pinizzotto, Carnevale, Lange, Beca, Helms, Dorr, Strauch Oppolzer, Schlicht, May, Spöttel.

Steno: Tore: 1:0 (3.) Heatley (Schütz – angezeigte Strafe9, 1:1 (5.) Lange (Pinizzotto, Carnevale), 2:1 (6.) Just, 3:1 (23.) Squires (Vogl – 4-5), 3:2 (29.) Dorr (Beca), 3:3 (46.) Dorr (Baum), 3:4 (63.) Carnevale. – Schiedsrichter: Carsten Lenhart. – Strafminuten: Bietigheim 14 puls zehn Minuten (Gleich, Müller), Bad Nauheim 10 plus zehn Minuten (Schlicht). – Zuschauer: 2884.

Michael Nickolaus

Auch interessant

Kommentare