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EC Bad Nauheim wacht beim Spektakel zu spät auf

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Harald Lange (r.) erzielt auf Zuspiel von Diego Hofland (l.) gegen die Bremerhavener Jan Kopecky, Gabe Guentzel und Torwart Gerald Kuhn den 3:4-Anschlusstreffer für den EC Bad Nauheim, der eine packende Schlussphase einläutet.	(Foto: Chuc)
Harald Lange (r.) erzielt auf Zuspiel von Diego Hofland (l.) gegen die Bremerhavener Jan Kopecky, Gabe Guentzel und Torwart Gerald Kuhn den 3:4-Anschlusstreffer für den EC Bad Nauheim, der eine packende Schlussphase einläutet. (Foto: Chuc) © Andreas Chuc

(mw) Der EC Bad Nauheim hat am Freitagabend in der Deutschen Eishockey-Liga 2 den Fischtown Pinguins einen tollen Kmapf geboten und mit 5:7 verloren. Damit schmolz der Vorsprung auf Rang sieben um einen Punkt, jetzt sind es noch zwei Zähler.

Nach nicht einmal neun Minuten hätte kaum noch jemand im Colonel-Knight-Stadion einen Pfifferling auf den EC Bad Nauheim gewettet. Doch ab dem zweiten Drittel wachten die Mannen von Petri Kujala gegen die Fischtown Pinguins in der Deutschen Eishockey-Liga 2 auf und lieferten dem Tabellenzweiten einen großen Kampf. Die rund 3000 Bad Nauheimer Anhänger peitschten ihre Mannschaft nach vorne, Bad Nauheim wurde aggressiver und zielstrebiger – und kämpfte sich in die Partie zurück. Belohnt wurden die Kurstädter jedoch nicht, was nach dem 5:7 (0:3, 2:1, 3:3) vor den zwei abschließenden Partien der Hauptrunde bedeutet: Der Vorsprung der Roten Teufel auf den siebten Platz ist auf zwei Punkte geschrumpft, da Dresden seine Partie in Freiburg gewann. Rosenheim verlor überraschend in Kaufbeuren und ist jetzt Achter. Die Playoff-Qualifikation mit Heimrecht (mindestens Rang vier) ist nur mit einem Sieg in Frankfurt am morgigen Sonntag und weiterer Schützenhilfe zu erreichen. Kassel und Ravensburg haben das Viertelfinale gebucht, Frankfurt fehlt noch ein Punkt.

Petri Kujala hatte auf Tim May verzichtet (dafür spielte Lascheit), sprach von einer »unglaublichen Stimmung« und lobte, wie sein Team das Spiel zu Ende gebracht hätte. »Wir haben nie aufgegeben, das war wichtig«. Sein Gegenüber Thomas Popiesch meinte, dass sein Team immer im richtigen Moment die Antwort gegeben habe. Absolut korrekt, denn dreimal kamen die Bad Nauheimer im letzten Drittel auf ein Tor heran (3:4/4:5/5:6), doch immer schlug Bremerhaven zurück; letztmals ins leere Tor zum 5:7.

Die Partie war nicht mal neun Minuten alt, da war Bremerhaven wie Claudia Pechstein über die Eisfläche gerast und hatte ein 3:0 vorgelegt – in drei Powerplaysituationen, beim zweiten Tor neun Sekunden nach dem Beginn. Bad Nauheim wirkte geschockt, während Bremerhaven wie ein Spitzenteam auftrat und kaum etwas zuließ. Zur ersten Pause waren die EC-Fans konsterniert, ein Punktgewinn schien in weiter Ferne.

Ab dem zweiten Drittel nahmen auch die Roten Teufel am Spiel teil – und steigerten sich. Dazu kam etwas Glück beim 1:3, als Gerry Kuhn den Puck nicht richtig zu fassen bekam und das Spielgerät über die Linie trudelte. Hooton stellte mit einem Unterzahltor drei Minuten danach den alten Abstand wieder her. Doch Bremerhaven ereilte wohl das FC Bayern-Syndrom vom Dienstag – sie traten nicht mehr auf das Gaspedal. Jonas Gerstung verkürzte mit einem Verzweiflungsschuss auf 2:4 (34.). Zur zweiten Pause stand es bei Fünf-gegen-Fünf 2:0 für Bad Nauheim – aber auf der Anzeigetafel leuchtete ein Zwei-Tore-Rückstand.

Im letzten Drittel gab Bad Nauheim alles, fightete, kombinierte, riskierte enorm viel und brachte Emotionen ein. Harry Lange wurde in Unterzahl vom durchgebrochenen Hofland bedient – nur noch 3:4. Doch Dejdar bestrafte nachlässiges Abwehrverhalten prompt. Frosch traf nach einem herrlichen Doppelpass mit Cameron, die Pinguins markierten durch Bombis das 4:6. Da half jegliches Reklamieren wegen angeblichen Torraumabseitses nicht, der andauernde Frust auf die Schiedsrichter aus Bad Nauheimer Sicht hatte seinen Höhepunkt erreicht.

Cameron fälschte in doppelter Überzahl zum 5:6 ab, doch die Pinguins hatten auch die letzte Antwort parat.

Der Hessische Innen- und Sportminister Peter Beuth hatte am Rande der Partie dem Stammverein des EC, den Roten Teufeln, einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 300 Euro übergeben. Bürgermeister Armin Häuser und Eintracht-Legende Uwe Bein hatten sich ebenfalls unter die Zuschauer gemischt.

EC Bad Nauheim: Rämö – Gerstung, Laurila, Kohl, Keussen, Ketter, Baum, Kaisler – Cameron, Dineen, Frosch, Pauli, Helms, Hofland, Alanov, Lange, Aab, Strauch, Lascheit, Spöttel.

Fischtown Pinguins: Kuhn – Guentzel, Lampl, Teljukin, Dronia, Tiffels, Slaton, Blank, Schaludek – Bombis, Hooton, Owens, Dejdar, McPherson, Kopecky, Nikiforuk, Stieler, Zucker, Zientek, Klöpper, Orendorz.

Steno: Tore: 0:1 (3.) Kopecky (Lampl – 5-4), 0:2 (8.) Owens (Lampl, Guentzel – 5-4), 0:3 (9.) Lampl (Kopecky – 5-4), 1:3 (24.) Cameron (Laurila, Frosch), 1:4 (27.) Hooton (Guentzel, Lampl – 4-5), 2:4 (34.) Gerstung (Lange, Aab), 3:4 (46.) Lange (Hofland – 4-5), 3:5 (48.) Dejdar (Bombis, Dronia), 4:5 (51.) Frosch (Cameron, Dineen), 4:6 (55.) Bombis (Hooton, Tiffels), 5:6 (57.) Cameron (Laurila, Frosch – 5-3), 5:7 (60.) Hooton (McPherson, Guentzel – 5-6). – Schiedsrichter: Sven Fischer. – Strafminuten: Bad Nauheim 12, Bremerhaven 10. – Zuschauer 3104.

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