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Bad Nauheim verteidigt die Tabellenführung

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(mn) Bad Nauheim feiert, singt und tanzt. Die Roten Teufel haben zum Auftakt-Wochenende der Saison 2008/2009 in der Eishockey-Oberliga für d i e Überraschung gesorgt. Vor rund 1300 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion - darunter Maria Riesch, die deutsche Ski-»Köngin« und Lebensgefährtin von EC-Kapitän Marco Ludwig, verteidigten die Kurstädter die zum Start (5:2-Erfolg in Klostersee) übernommene Tabellenspitze der Nord-Gruppe mit einem geradezu sensationellen 5:2 (0:0, 4:2, 1:0)-Erfolg gegen die Hannover Indians, den Titelfavoriten dieser Staffel.

»Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey«, skandierten die in der jüngeren Vergangenheit im professionellen Eissport so oft enttäuschten RT-Fans angesichts des Paukenschlags, der obendrein von einem Kamera-Team des Hessischen Fernsehens eingefangen worden ist. Umso erstaunlicher: Die Mannschaft von Trainer Fred Carroll hatte sich den Erfolg angesichts einer durch die Bank weg tadellosen Team-Leistung redlich verdient.

Im Tor strahlte Martin Niemz die nötige Gelassenheit aus, ließ kaum Nachschüsse zu und wurde bei einem Gegentreffer gar von eigenen Mann (Alexander Baum) überwunden, dem der von der Bande zurückspringende Puck unverhofft auf den Schlittschuh gesprungen war. Vor ihm, im sechsköpfigen Abwehrblock, war von den Defiziten, die zum Abschluss der Vorbereitung noch eine Gegentorflut verursacht und Sorgen bereitet hatten, nichts mehr zu sehen. Ebenso engagiert, wie konzentriert und konsequent wurde im eigenen Verteidigungsdrittel abgeräumt, wobei sich die Roten Teufel erstaunlich gut mit spielerischen Mitteln aus dem seltenen Klammergriff der Indians befreien und Konter starten konnten. Offensiv waren die Gastgeber dem turmhohen Favoriten nicht nur ebenbürtig, sondern überlegen und erarbeiten sich eine wahrlich beachtliche Anzahl an Tormöglichkeiten, die Benjamin Voigt im Tor der Indians vereilten konnte.

Allein in einem von hohem Tempo, wenigen Unterbrechungen und den Defensivreihen geprägten ersten Abschnitt hatten die Hausherren mehrmals die Führung auf dem Schläger. Die durchaus verdiente Führung erzielte schließlich Ryan Hare in der 22. Minute. Nachdem Hann-over durch eine von Jamie Chamberlain abgefälschten Staltmayr-Schuss den Ausgleich erzielt hatte, begann die turbulenteste und emotionalste Phase der Partie, die nun von zahlreichen Hinausstellungen und dem Einsatz der »Special Teams« gekennzeichnet war und befürchten ließ, dass den Badestädtern gegen Ende vielleicht die Puste ausgehen könnte.

Die schlichte Willenskraft, die Bereitschaft, mehr zu machen als der Gegner, ebnete den Teufeln den Weg zu Sieg. Knackpunkt: zwei Unterzahl-Treffer durch Ryan Hare und Sven Gerbig, die binnen 79 Sekunden für das Nachsetzen belohnt worden waren. Selbst der höchst unglückliche zweite Gegentreffer, der Kyle Doyle zugeschrieben wurde, warf Bad Nauheim, das durch Sven Gerbig zweimal so etwas wie die Vorentscheidung auf dem Schläger hatte, nicht aus der Bahn. Patrick Gogulla traf zum 4:2 (35.), zehn Minuten vor Schluss beendete Matthias Baldys mit einem Handgelenkschuss die Zitterpartie. Hannover hatte nichts mehr zuzusetzen.

»Man hat gesehen, dass Bad Nauheim in diesem Jahr vorne mitspielen will. Die Gastgeber haben die größte Bereitschaft gezeigt«, musste Indians-Trainer Joe West eingestehen, während Fred Carroll mit diesem Abend die Hoffnung verband, dass diese Leistung am Freitag gegen Rostock von den Zuschauern entsprechend honoriert werde. »So schön das Resultat ist: Wir werden auf dem Boden der Realität bleiben«

EC Bad Nauheim: Niemz - Gogulla, Eade, Ludwig, Baum, Cardona, Franz - Schwab, Gare, La-vallee, Haiduk, Gerbig, Hare, Althenn, Baldys, Barta, Willkom.

Hannover Indians: Voigt - Stolikowski, Staltmayr, Thomson, Bagu, Hemmes, Priebsch - Chamberlain, Doyle, Philipps, Breiter, Cameron, Carciola, Koziol, Fendt, Welke, Wagner, Micah Anderson, Rohatsch.

Tore: 1:0 (22.) Hare, 1:1 (26.) Chamberlain (Doyle, Staltmayr), 2:1 (30.) Hare (Gerbig - 4-5), 3:1 (31.) Gerbig (Ludwig- 4-5), 3:2 (34.) Doyle (4-5), 4:2 (35.) Gogulla (Cardona, Gare), 5:2 (50.) Baldys (Barta). - Strafminuten: Bad Nauheim 20, Hannover 20. - Zuschauer: 1300.

Eishockey-Oberliga n

Blue Lions Leipzig - Deggendorfer SC 2:1

EC Bad Nauheim - Hannover Indians 5:2

Rostocker EC - Eisbären Berlin 4:3

Rosenheim - EHF Passau 3:1

EV Füssen - EV Landsberg 11:5

EC Peiting - ESV Kaufbeuren 5:6

TEV Miesbach - EHC Klostersee 3:5

Die Nord-Gruppe

1. EC Bad Nauheim 2 2 0 10:4 6

2. Rostocker EC 2 2 0 7:5 6

3. Herner EV 1 1 0 3:2 3

4. Blue Lions Leipzig 2 1 1 5:5 3

5. Hannover Indians 2 1 1 6:8 3

6. ESC Halle 1 0 1 2:3 0

7. Eisbären Berlin 2 0 2 5:7 0

Die Süd-Gruppe

1. Rosenheim 2 2 0 8:2 6

2. EV Füssen 2 2 0 17:10 5

3. EC Peiting 2 1 1 9:7 3

4. EHC Klostersee 2 1 1 7:8 3

5. ESV Kaufbeuren 2 1 1 7:10 3

6. TEV Miesbach 2 1 1 7:8 2

7. Deggendorfer SC 2 0 2 4:6 1

8. EHF Passau 2 0 2 6:9 1

9. EV Landsberg 2 0 2 6:15 0

So geht es weiter

Freitag: Miesbach - Landsberg, Rosenheim - Peiting, Bad Nauheim - Rostock (alle 19.30 Uhr), Klostersee - Kaufbeuren, Halle - Füssen, Hannover - Berlin, Herne - Leipzig, Deggendorf - Passau (alle 20 Uhr).

Sonntag: Berlin - Bad Nauheim (16 Uhr), Landsberg - Rosenheim, Füssen - Miesbach, Peiting - Deggendorf, Leipzig - Halle, Passau - Klostersee (alle 18.30 Uhr), Kaufbeuren - Hannover, Rostock - Herne (beide 19 Uhr).

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