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EC Bad Nauheim verliert nach drei fahrlässigen Fehlern

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Die Serie ist gerissen. Im 25. Meisterschaftsspiel der Eishockey-Oberliga West hat sich der EC Bad Nauheim am Donnerstagabend zum ersten Mal nach regulärer Spielzeit geschlagen geben müssen. In Frankfurt verloren die Roten Teufel vor 6266 Zuschauern mit 2:4 (1:1, 0:0, 1:3) und gaben die Tabellenspitze in der Zwischenrunde an die Löwen ab.

Zweimal hatte die Mannschaft von Frank Carnevale einen Rückstand ausgeglichen (Rinke, Strauch), wurde im Schlussabschnitt für drei fährlässige Fehler mit drei Gegentreffern bestraft.

Frank Carnevale bilanzierte hinterher: »Wir haben fünf Minuten vor Schluss wegen eines schlechten Spielzugs die Partie verloren. Es war ein gutes Spiel auf hohem Niveau«. Sein Gegenüber Frank Gentges stichelte nach dem Spiel: »Bad Nauheim hat letztes Mal zwei Punkte bei uns geholt, wir haben dieses Mal alle drei Punkte hier behalten.«

Im Fokus der Partie stand das Wiedersehen mit Ex-Teufel Lanny Gare im Löwen-Trikot: »Pride is worth more than money« (»Stolz ist wertvoller als Geld«) stand auf einem Plakat, das dem ehemaligen Publikumsliebling beim Warmlaufen vor dem RT-Block entgegengehalten wurde. Der 34-Jährige blieb insgesamt unauffällig.

Bei den Löwen saß neben Lance Monych als drittem Kontingentspieler und dem verletzten Manuel Neumann diesmal Christoph Koziol als überzähliger Ü21-Spieler auf der Tribüne. In den Reihen der Roten Teufel fehlte Firsanov (krank), dafür feierte überraschend Pierre Wex sein Comeback.

Frankfurt hatte im ersten Abschnitt – auch aufgrund zweier Powerplay-Situationen – einen leichten optischen Vorteil, Bad Nauheim spielte seine physischen Vorteile aus. Auf beiden Seiten standen Konzentration und Sicherheit ganz oben, und die klaren Möglichkeiten (Liesegang, Rumpel – Kujala, Strauch) blieben Mangelware. In der elften Minute löste ein Torschrei die Anspannung auf den Tribünen. Als Branislav Pohanka beim Konter aus halbrechter Position abzog, war Thomas Ower im Tor der Roten Teufel durch seinen Verteidiger Alexander Baum die Sicht genommen – der Puck zappelte zur Löwen-Führung im Netz. Noch während der Durchsage von Stadionsprecher Rüdiger Storch dämpfte Eddy Rinke die Euphorie der Gastgeber. Ein Zuspiel von Chris Stanley nahm der Außenstürmer direkt und traf nur elf Sekunden später zum Ausgleich. Mit einer Prügelei, die Roland Mayr gegen Eddy Rinke angezettelt hatte, verabschiedeten sich beide Mannschaften in die erste Pause. Vier Hinausstellungen (je 2+2+10 Minuten gegen Mayr und Tobias Stokowski sowie Lee und Sven Schlicht) waren die Folge.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs durften die Roten Teufel zum ersten Mal in Überzahl ran, kamen über eine einzige klare Möglichkeit durch Strauch nicht hinaus. Der nächste Aufreger folgte nur Sekunden später: Steven Bär zog sich beim Zusammenprall mit Jannik Striepeke einen Cut im Gesicht zu, was zum Entsetzen von Löwen-Trainer Gentges nicht bestraft wurde. Frankfurt drängte in dieser Phase auf die erneute Führung, Bad Nauheim stand defensiv aber stabil, ließ wenig zu, hatte Glück beim Pfostenschuss von Patrick Schmid (Marius Pöpel kratzte den Puck anschließend von der Linie) sowie in Ower einen zuverlässigen Schlussmann, der auch das Break von Rumpel entschärfte. Auf der anderen Seite verspielte Bad Nauheim seine zweite Überzahl-Situation, Michel Maaßen verpasste nach schönem Harry-Lange-Solo den Nachschuss.

Kalte Dusche für die Roten Teufel zu Beginn des Schlussabschnitts. Während einer Überzahl-Situation erspähte Nils Liesegang eine Break-Möglichkeit und traf gegen Ower (44.). Die Antwort der Gäste ließ wiederum nicht sehr lange auf sich warten. Drei Minuten später hämmerte Strauch aus halblinker Position die Scheibe zum erneuten Ausgleich in die Maschen. Bad Nauheim bekam etwas Oberwasser, leistete sich im eigenen Drittel aber einen verhängnisvollen Fehler.

Mehrfach verpassten die Gäste die Möglichkeit, den Puck aus der Gefahrenzone zu bringen – Branislav Pohanka nutzte diese Versäumnisse und erzielte das 3:2 (55.). Bad Nauheim nahm den Torwart vom Eis; doch als Lee den Puck dem Frankfurter Norman Martens auf den Schläger schob, bedankte dieser sich mit dem Tor zum 4:2-Endstand.

Löwen Frankfurt: Kovacic – Schoofs, Schenkel, Baumgartner, Bär, Kirschbauer, Kreuzmann, Stokowski – Mayr, Gare, Fiedler, Schmerda, Pohanka, Martens, Rumpel, Liesegang, Schmid, Breiter, Domogolla, Ziolkowski.

EC Bad Nauheim: Ower – Baum, Schreiber, Ketter, Lee, Pöpel, Pietsch – Oppolzer, Stanley, Rinke, Kujala, Lange, Strauch, Maaßen, May, Schlicht, Striepeke, Baldys, Wex.

Tore: 1:0 (11.) Pohanka (Martens), 1:1 (11.) Rinke (Stanley, Oppolzer), 2:1 (44.) Liesegang (Schmid – 4-5), 2:2 (47.) Strauch (Lange, Lee), 3:2 (55.) Pohanka, 4:2 (60.) Martens (5-6). – Strafminuten: Frankfurt 18 plus zehn Minuten (Stokowski, Mayr), Bad Nauheim 18 plus zehn Minuten (Lee, Schlicht). – Zuschauer: 6266. Michael Nickolaus

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