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EC Bad Nauheim verliert in Kassel mit 2:6

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Vom Heuboden, der Stehplatz-Tribüne der treuesten Huskies-Fans, gab’s am Ende Hohn und Spott. »Ihr seid so schlecht, es macht kein’ Spaß.« Kassel feierte am Sonntagabend einen 6:2 (1:0, 3:2, 2:0)-Erfolg, Der EC Bad Nauheim trauerte – und zwar in erster Linie den vergebenen Chancen hinterher.

»So viele klare Möglichkeiten hat man auswärts selten«, sagt RT-Geschäftsführer Andreas Ortwein, und auch Petri Kujala, der Coach, wollte »kein 2:6-Spiel« gesehen haben. »Wir haben gut gearbeitet, die Mannschaft hat an sich geglaubt«, zog der Finne seine Bilanz nach dem Ende der Serie von vier Auswärtserfolgen in der Deutschen Eishockey-Liga 2.

»Ein Super-Derby-Ergebnis«, freute sich derweil Rico Rossi, der Coach der Huskies. »Unsere Tore sind kein Zufall, sondern das Ergebnis eines gradlingen Spiels mit Zug zum Tor. Wir haben Fehler provoziert«, stellte der Italo-Kanadier zufrieden fest, sah im Führungstreffer mit dem ersten Powerplay (10.), dem 3:0-Zwischenspurt im zweiten Abschnitt und dem Tor zum 5:2 – just als Bad Nauheim die Chance zum 3:4-Anschluss vergeben hatte, die drei Schlüssel zum Erfolg.

Vorentschieden wurde die Partie gewiss im zweiten Abschnitt. Binnen 5:07 Minuten (28. bis 33.) zogen die Huskies mit drei Treffern auf 4:1 davon. Und insbesondere die Entstehung des vierten Gegentores konnte den rund 200 mitgereisten RT-Fans die Sprache verschlagen. Wie kürzlich in Landshut hatten die Kurstädter in eigener Überzahl den Spieler auf der Strafbank »vergessen«. Austin Wycisk, mit einem (zu) langen Pass geschickt, musste den Puck tief im RT-Drittel abholen, zog in die Mitte, wo Guryca prallen ließ und der mitgelaufene Daniel Schmölz freistehend im Nachschuss abschließen konnte. Die RT-Überzahl-Formation hatte in dieser Szene mit Ausnahme von Patrick Strauch auf eine Rückwärtsbewegung verzichtet und stattdessen den fliegenden Wechsel eingeleitet. Zuvor hatte Marco Schütz in Unterzahl Peter Flache (Huskies-Neuzugang vom DEL-Klub Straubing) bei dessen Treffer wie gelähmt zugesehen (3:1/30.), hatte Coner Morrison per Rebound die Hausherren zum zweiten Mal in Führung geschossen (2:1/28.). Ein Lichtblick: Mit der Schlusssirene im zweiten Abschnitt erzielte Kyle Helms den zweiten RT-Treffer, über dessen Anerkennung aufgrund des parallelen akustischen Signals vehement diskutiert wurde.

Nach guten zehn Auswärtsminuten hatten die Roten Teufel wie aus dem Nichts heraus das 0:1 kassiert. Mike Collins war im Powerplay ein Rebound direkt auf den Schläger gefallen. Kassel übernahm nun die Initiative, traf durch Heinrich den Pfosten und Flache die Latte. Die besten Offensiv-Szenen der Gäste vereinte diesmal Kyle Helms, der Torwart Frazee aber nicht bezwingen konnte.

Ein Konter ermöglichte Bad Nauheim im zweiten Abschnitt – Kassel hatte nun ein deutliches optisches Plus – den Ausgleich. Vitalij Aab staubte ab (25.). Obwohl die Spieleröffnung von teils haarsträubenden Fehlern geprägt war, einen ideenlosen Eindruck vermittelte und von Kassel oft schon in der neutralen Zone neutralisiert wurde, konnten sich die Roten Teufel Chancen im wahrsten Wortsinn »erarbeiten« – und für ein Auswärtsspiel sogar viele. Der Abschluss allerdings: eine Mischung aus Pech und Unvermögen.

Bezeichnend: Beim Zwei-gegen-Null-Konter zum möglichen 3:4-Anschluss brachte ausgerechnet Aab den Puck nicht unter Kontrolle; quasi im Gegenzug traf Alexander Heinrich, als dem sonst guten Guryca der Puck aus dem Handschuh gefallen war (5:2/48.). Die Punkte waren verteilt und die Roten Teufel angesichts der Möglichkeiten der Huskies in der Schlussphase im Minutentakt mit nur einem weiteren Gegentor (Mike Collins/55.) mehr als gut bedient.

Kassel Huskies: Frazee – Müller, Heinrich, Valenti, Tomassoni, Stephan, Alt – Schmölz, Collins, Carciola, Morrison, Wycisk, Klinge, Christ, Proft, Meilleur, Habermann, Flache, Patocka. – EC Bad Nauheim: Guryca – Paris, Ketter, Schütz, Hajek, Noske, Blankart, Baum – Frosch, Lange, Aab, Helms, Campbell, Beca, Oppolzer, May, Strauch, Spöttel, Müller, Tobias Brazda.

Steno: Tore: 1:0 (9.) Collins (Valenti, Carciola – 5-4), 1:1 (25.) Aab (Paris, Lange), 2:1 (28.) Morrison (Wycisk, Valenti), 3:1 (30.) Flache (Collins, Valenti – 5-4), 4:1 (33.) Schmölz (Wycisk, Valenti), 4:2 (40.) Helms, 5:2 (48.) Heinrich (Schmölz, Collins), 6:2 (55.) Collins (Carciola, Heinrich). – Schiedsr.: Markus Krawinkel. – Strafminuten: Kassel 4, Bad Nauheim 10. – Zu.: 4490. Michael Nickolaus

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