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EC Bad Nauheim unterliegt in Frankfurt

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Es fliegen die Fäuste: Bad Nauheims Torhüter Domenic Bartels hat offensichtlich ein Problem mit Frankfurts Stürmer Ken Magowan, und auch ein Linienrichter stürzt sich zwischen die Fäuste. 	(Foto: Storch)
Es fliegen die Fäuste: Bad Nauheims Torhüter Domenic Bartels hat offensichtlich ein Problem mit Frankfurts Stürmer Ken Magowan, und auch ein Linienrichter stürzt sich zwischen die Fäuste. (Foto: Storch) © Joachim Storch

Schöne Bescherung am Vorweihnachtsabend! Der EC Bad Nauheim hat die zweite bittere Derby-Niederlage binnen zehn Tagen kassiert. In Frankfurt unterlagen die Roten Teufel am Dienstag vor 7000 Zuschauern mit 3:6 (1:3, 0:1, 2:2) und mussten die Löwen in der Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga vorbeiziehen lassen.

»Ihr seid nur noch Hessens Nummer drei«, spotteten die Löwen-Anhänger in Richtung der mehr 800 Gäste-Fans, die nur in den ersten 15 Minuten mit dem Auftritt ihrer Mannschaft zufrieden sein konnten.

Mit einem Doppelschlag binnen 124 Sekunden (von 1:1 auf 3:1) hatte der Aufsteiger vom Main bereits im ersten Drittel die Weichen gestellt. RT-Torwart Domenic Bartels, der hier noch fahrig wirkte, bewahrte seine Mannschaft im weiteren Spielverlauf dann allerdings vor einem höheren Rückstand, nachdem er seinem Frust in einer box-ringerischen Einlage gegen Löwen-Stürmer Ken Magowan freien Lauf gelassen hatte.

»Der Frankfurter Sieg war verdient. Wir haben die ersten sieben, acht Minuten dort weitergemacht, wo wir am Sonntag aufgehört hatten. Es war ein offenes Spiel, aber nach dem Gegentor haben wir aufgehört zu spielen. Erst waren die Beine müde, nach dem 1:4 dann auch der Kopf«, sagte RT-Trainer Petri Kujala, der nach einem optisch ausgeglichenen Eröffnungsabschnitt sein Team gegen nun giftig-willensstärkere Löwen langsam, aber stetig in alte Muster verfallen sah.

Bad Nauheim hatte, als die Löwen in den zweiten 20 Minuten aus einer Serie von vier Siegen aus fünf Spielen und der erneuten Führung Selbstvertrauen gezogen und mächtig Dampf gemacht hatten, erhebliche Probleme, den Puck kontrolliert aus dem eigenen Verteidigungsdrittel zu bekommen. Dazu blieb die Gäste-Mannschaft im Powerplay (fünf Überzahl-Situationen) unproduktiv und verpasste rund um die erste Drittelpause gar mit zwei Spielern mehr auf dem Eis (45 Sekunden lang) den Anschluss. »Wir haben nach dem ersten Gegentor nicht den Faden verloren. Es war an der Zeit«, freute sich Löwen-Trainer Tim Kehler über den ersten Derby-Erfolg dieser Saison und hatte in Förderlizenzspieler Marco Pfleger und Ex-Teufel Lanny Gare die statistisch herausstechenden Spieler.

Die Roten Teufel hatten neben Torwart Jan Guryca auch auf Daniel Oppolzer verzichten müssen. Der Stürmer, der am Sonntag einen Schlag auf den Arm bekommen hatte, lief mit bandagiertem rechten Handgelenk durch die Halle. Der Einsatz beider Akteure am Freitag in Rosenheim ist mit einem Fragezeichen versehen. Überzähliger Kontingentspieler war erneut David Hajek.

Die Gäste erwischten einen Auftakt, wie er besser nicht hätte sein können. Nach 23 Sekunden brachte Paris den Puck von der rechten Seite einfach einmal vor das Tor, wo er von Matt Beca abgefälscht zum Führungstreffer über die Linie springen sollte. Beide Teams ließen zunächst nur wenige klare Torchancen zu. Die erste Möglichkeit nutzte Löwen-Topscorer Richi Mueller im ersten Powerplay aus der Halbdistanz zum Ausgleich (8.). Mit einem Doppelschlag (15./17.) durch Marco Pfleger stellte Frankfurt die Weichen. Eine anschließende Fünf-gegen-Drei-Überzahl ließ Bad Nauheim ungenutzt.

Fortan ging das Spiel klar an die Gastgeber; speziell im zweiten Abschnitt. Mit starken Paraden gegen Clarke Breitkreuz, Pfleger, Justin Kirsch und Magowan verhinderte Bartels einen höheren Rückstand und verwickelte schließlich den Ex-DEL-Kanadier – für einen Torwart höchst ungewöhnlich – in einen Ring-/Boxkampf. Chancen auf der Gegenseite? Antti Ore musste nur einmal sein Können aufbieten.

Der letzte Abschnitt hatte im Großen und Ganzen nur noch statistische Bedeutung. Frankfurt hatte Spaß dran gefunden, Bad Nauheim zu ärgern, hielt den Gast an der langen Leine und darf die Gegentreffer durch Vitalij Aab (zum 2:5/48.) und Matt Beca (zum 3:6/57.) am Ende als Schönheitsfehler an einem gelungenen Löwen-Abend betrachten.

Löwen Frankfurt: Ore – Henry Martens, Cespiva Norman Martens, Vogl, Vas, Schwarz – Mueller, Magowan, Wichert, Breitkreuz, Gare, Kirsch, Pfleger, Mazzolini, Liesegang, Reimer, Gelke, Schaub.

EC Bad Nauheim: Bartels – Paris, Blankart, Baum, Ringwald, Schütz, Ketter – Beca, Campbell, Helms, Frosch, Lange, Aab, Gerbig, May, Strauch, Spöttel, Tobias Brazda, Pantic.

Steno: Tore: 0:1 (1.) Beca (Paris, Campbell), 1:1 (8.) Mueller (Gare – 5-4), 2:1 (15.) Pfleger (Gelke, Wichert), 3:1 (17.) Pfleger (Mazzolini, Liesegang), 4:1 (27.) Henry Martens (Mazzolini, Pfleger), 5:1 (47.) Breitkreuz (Vas, Gare), 5:2 (48.) Aab (Frosch), 6:2 (51.) Kirsch (Norman Martens, Gare), 6:3 (57.) Beca (Blankart). – Schiedsrichter: Ralph Bidoul. – Strafminuten: Frankfurt 14, Bad Nauheim 12 plus zehn Minuten (Helms). – Zuschauer: 7000 (ausverkauft). Michael Nickolaus

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