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Harter Zweikampf an der Bande: Bad Nauheims Drew Paris (hinten) bearbeitet Bietigheims Archie Skalbeck, der das Gleichgewicht verloren hat. (Foto: Baumann)

EC Bad Nauheim unterliegt in Bietigheim

(mn) Gut, besser, Bietigheim: Der EC Bad Nauheim musste die Souveränität und Stärke der Übermannschaft der Deutschen Eishockey-Liga 2 erneut anerkennen. Im Ellental unterlagen die Roten Teufel am Sonntagabend mit 1:4 (1:2, 0:2, 0:0) und waren – allem Widerstand zum Trotz – noch gut bedient.

In dieser Verfassung hätte wohl kaum ein Ligakonkurrent an diesem Abend die Gastgeber stoppen können. Kyle Helms erzielte im Powerplay den Ehrentreffer für die Gäste. Eine Schlüsselszene: Matt Beca verpasste in der 24. Minute beim Solo den möglichen Ausgleich. "Da hätte die Partie kippen können", wusste Steelers-Trainer Kevin Gaudet, dem seitens RT-Coach Petri Kujala zum "verdienten Sieg" gratuliert worden war. "Wenn man hier nach fünf Minuten mit zwei Toren zurück liegt, ist es natürlich schwer, zurückzukommen. Die Chance dazu haben wir leider nicht nutzen können."

Bevor Jan Guryca, der in der Nacht zum Freitag zum zweiten Mal Vater geworden war, den ersten Puck so richtig zu fassen bekam, hatte er das Hartgummi schon zweimal aus dem Netz fischen müssen. Nach 118 Sekunden war Frederik Cabana ein Abpraller direkt auf den Schläger gefallen – 1:0. Nur drei Minuten später erhöhte Robin Just mit dem zweiten Torschuss auf 2:0. Da sich die vierte Reihe der Gäste zwei Strafzeiten einhandeln sollte (wie schon am Freitag), ehe die erste Sirene erklungen war, entwickelte sich schon ein sehr einseitiger Eröffnungsabschnitt.

Für die Beschreibung der offensiven Szenen der Roten Teufel in den ersten 20 Minuten genügen wenige Worte: Im Powerplay konnte Kyle Helms einem Ringwald-Schuss im Gewühl die entscheidende Richtungsänderung geben (10.); zudem hatte Vitalij Aab die Chance zum Ausgleich, verzog allerdings.

Mit einem ebenso krachenden wie fairen Check nahm Nachwuchsstürmer Deion Müller Steelers-Verteidiger Bastian Steingroß (Gehirnerschütterung und Schulterverletzung) zu Beginn des zweiten Abschnitts aus dem Spiel. Bad Nauheim hatte in den folgenden Minuten seine beste Phase und durch Matt Beca die eingangs erwähnte Ausgleichschance (24.). Ein (zu) langer Wechsel warf die Roten Teufel Mitte der Partie aber zurück. Die Möglichkeit zur Befreiung im eigenen Drittel wurde mehrfach verpasst, dann stand Robin Just nach einem Abpraller goldrichtig – 3:1 (31.). Fünf Minuten später war dann die Entscheidung gefallen.

Goran Pantic, der sich angesichts des Fehlens von Jonas Noske (für Düsseldorf im Einsatz) mit Alexander Baum dessen Eiszeiten teilte, konnte einen springenden Puck nicht kontrollieren, wurde von Steelers-Goldhelm David Wrigley überlaufen, der Guryca tunnelte. Auf der Gegenseite klärte Mechel per Spagat gegen Helms (35.), während Ringwald nur den Pfosten traf (40.).

Im Schlussabschnitt begnügten sich die Steelers damit, ihren Gast mit schnellem, passgenauem, kombinationssicherem und sehenswertem Spiel an der langen Leine durch die EgeTrans-Arena zu führen. Bietigheim, das wiederholt ohne die Leistungsträger Adam Borzecki und Justin Kelly angetreten war, schnürte die Wetterauer, die von etwa 100 Fans begleitet worden waren, mehrfach in deren Drittel ein; vernachlässigte allerdings den Abschluss gegen Guryca, der eine höhere Niederlage verhindern konnte. Auf die offensive Flaute reagierte Kujala mit der Umstellung auf die aus dem bisherigen Saisonverlauf bekannten Formationen, die allerdings keine neuen Impulse bringen sollten.

Bietigheim Steelers: Mechel – Prommersberger, Gleich, Auger, Steingross, Hüfner, Schoofs – Pinizzotto, McKnight, Wrigley, Cabana, Just, Sommerfeld, Kronawitter, Heatley, Skalbeck, Windisch.

EC Bad Nauheim: Guryca – Paris, Blankart, Ringwald, Pantic, Schütz, Ketter, Baum – Aab, Campbell, Lange, Beca, May, Frosch, Strauch, Helms, Baier, Müller, Daxlberger, Spöttel.

Steno: Tore: 1:0 (2.) Cabana (Steingroß, Sommerfeld), 2:0 (5.) Just (Cabana, Sommerfeld), 2:1 (10.) Helms (Ringwald, Beca – 5-4), 3:1 (31.) Just (Sommerfeld, Schoofs), 4:1 (36.) Wrigley (Pinizzotto). – Schiedsrichter: Eric Daniels. – Strafminuten: Bietigheim 4, Bad Nauheim 12. – Zuschauer: 2536.

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