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Bad Nauheim siegt in Dresden nach Verlängerung

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Die drei Protagonisten des entscheidenden Bad Nauheimer Tores (von links): Marco Schütz, Matt Beca und Vitalij Aab.	(Foto: Storch)
Die drei Protagonisten des entscheidenden Bad Nauheimer Tores (von links): Marco Schütz, Matt Beca und Vitalij Aab. (Foto: Storch) © Joachim Storch

Der EC Bad Nauheim hat in der Deutschen Eishockey-Liga 2 den Auswärtsfluch beendet und erstmals seit dem 21. September wieder gewonnen. In Dresden siegte die Mannschaft von Petri Kujala am Mittwochabend mit 3:2 nach Verlängerung.

(mw) Als nach Matt Becas Solo plötzlich ein Dresdner Verteidiger sowie Torwart Kevin Nastiuk am Boden lagen und die Scheibe frei war, war Marco Schütz zur Stelle. Der Verteidiger des EC Bad Nauheim schob das Hartgummi aus kurzer Distanz ins leere Tor. Nach 3:59 Minuten in der Verlängerung der Partie zwischen den Dresdner Eislöwen und den Roten Teufeln in der Deutschen Eishockey-Liga 2 bedeutete dies den 3:2 (1:0, 0:0, 1:2, 1:0)-Erfolg für die Gäste, die damit ihren Auswärtsfluch beendet haben und in der EnergieVerbund-Arena ausgelassen jubelten. Am 21. September in Frankfurt hatte das Team von Petri Kujala letztmals in der Fremde gewonnen, seither gab es fünf Niederlagen ohne einen einzigen Punktgewinn. Eine disziplinierte Leistung in der Verteidigung inklusive eines stark aufgelegten Jan Guryca im Tor, der an allen drei EC-Toren beteiligte Vitalij Aab und eine effektive Offensive waren die Hauptgründe für den verdienten Bad Nauheimer Erfolg in Dresden. Dort verhagelten die Kurstädter dem Gastgeber mächtig die Party am Feier- und Familientag vor fast 3000 Zuschauern.

Ironie des Schicksals: Fragwürdige Strafzeiten gegen Oppolzer (50.) und Mapes (53.) hatten Dresden zwei Überzahlsituationen beschert, die diese zu Toren nutzten; später dann lag das Schiedsrichtergespann jedoch zugunsten der Kurstädter daneben, als einem regulärem Dresdner Tor die Anerkennung verweigert wurde. Bad Nauheims Sportlicher Leiter Daniel Heinrizi fällte über die Referees insgesamt kein gutes Urteil. »Sie haben auf beiden Seiten schlecht gepfiffen. Das war ein klares Tor für Dresden«. Schiedsrichter Noeller hatte das Hartgummi wohl am Außennetz gesehen, daraufhin das Tornetz eingehend geprüft – und keinen Treffer gegeben. Pikanterweise spielte sich diese Szene in der Verlängerung ab (62.).

Binnen 112 Sekunden hatten die Roten Teufel im Schlussabschnitt die 2:0-Führung aus der Hand gegeben und damit den Dresdnern Oberwasser beschert. Die Gastgeber drängten nach den Powerplay-Treffern von Petr Macholda aus der Distanz (51.) und Stefan Chaput (53./abgefälschter Macholda-Blueliner) auf den »Dreier«, wurden von den heimischen Fans getragen – aber nicht für die kurze gute Phase belohnt.

Zuvor hatte nämlich Bad Nauheim einen für die aktuelle Auswärtsbilanz überraschend souveränen und effektiven Auftritt hingelegt. In der Defensive ließen die Roten Teufel kaum etwas zu und überstanden beispielsweise 43 Sekunden in doppelter Unterzahl (40.); kamen die Dresdner mal durch, war Guryca zur Stelle. Die Gastgeber wirkten unterdessen zerfahren und gelähmt, meist drückte der EC zumindest optisch der Partie seinen Stempel auf; Kevin Nastiuk wurde in seinem ersten Spiel nach dem 4:7 in Bad Nauheim Anfang Oktober nicht übermäßig beschäftigt. Doch Vitalij Aab nutzte bereits in der ersten Überzahlsituation nach 31 Sekunden ein feines-Frosch-Anspiel zum 0:1 (6.), Max Campbell erhöhte später auf 0:2 (46.). Damit steuerte Bad Nauheim auf Sieg, ehe die Eislöwen nach einigen Fehlversuchen ihre Überzahlsituationen nutzten – beim 2:2 bereits nach fünf Sekunden. Doch der EC behielt die Nerven. Petri Kujala meinte dazu: »Wir haben immer an uns geglaubt.«

Ausgezahlt hatten sich die Gespräche nach der 1:6-Pleite von Ravensburg und die Umstellungen, die der Bad Nauheimer Coach vorgenommen hatte. Campbell war für Lange (nun mit Strauch und Oppolzer) in den ersten Sturm zu Aab und Frosch gerückt; im zweiten Angriff agierte May mit den Außenstürmern Helms und Beca. Zudem profitierten die Roten Teufel von dreifacher Verstärkung aus Düsseldorf – Noske (wie am Wochenende im Verteidigerpaar mit Blankart), Daxlberger (im vierten Sturm) und Mapes (verdrängte Baum) sorgten dafür, dass die Sperren von Ketter und Gerbig nicht so schwer ins Gewicht fielen.

Dresdner Eislöwen: Nastiuk – Tuominen, Martell, Macholda, Slavetinsky, Wissmann, Woidtke – Chaput, Boisvert, Sparre, Kruminsch, Kaartinen, Boiarchinov, Rupprich, Becker, Gosdeck, Grafenthin, Koslowski, Koziol. – EC Bad Nauheim: Guryca – Paris, Mapes, Schütz, Hajek, Noske, Blankart – Frosch, Campbell, Aab, Beca, May, Helms, Strauch, Oppolzer, Lange, Daxlberger, Müller, Spöttel.

Steno: Tore: 0:1 (6.) Aab (Lange, Frosch – 5-4), 0:2 (46.) Campbell (Aab, Frosch), 1:2 (51.) Macholda (Sparre, Chaput – 5-4), 2:2 (53.) Caput (Macholda, Sparre – 5-4), 2:3 (64.) Schütz (Beca, Aab – 4-4). – Schiedsrichter: Göran Noeller. – Strafminuten: Dresden 6, Bad Nauheim 12. – Zuschauer: 2846.

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