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EC Bad Nauheim muss ins siebte Spiel

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Crimmitschaus Max Campbell hat den Puck im Blick. Rechts Bad Nauheims Kyle Helms.
Crimmitschaus Max Campbell hat den Puck im Blick. Rechts Bad Nauheims Kyle Helms. © Red

In Bad Nauheim beginnt das große Zittern: Die Roten Teufel haben auch die zweite Möglichkeit, die Saison in der Deutschen Eishockey-Liga 2 mit dem Primärziel Klassenerhalt zu beenden, am Sonntag verpasst.

In Crimmitschau verlor die Mannschaft von Daniel Heinrizi nach einer uninspirierten Darbietung mit Treffern von Sean McMonagle und Matt Beca verdient mit 2:5 (1:1, 0:1, 1:3) und musste damit den 3:3-Ausgleich in der Playdown-Serie im Best-of-seven-Modus hinnehmen. Die Entscheidung fällt nun am Dienstag (19.30 Uhr) im Colonel-Knight-Stadion.

Eine erneute Niederlage des EC gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht hätte die Teilnahme an der Relegationsrunde mit den Oberligisten (siehe Artikel rechts) zur Folge. Heinrizi bilanzierte: »Der Anfang war ganz gut. Im zweiten Drittel gab es viel Wildwesthockey. Im letzten Abschnitt war Crimmitschau platt; wir haben es aber nicht geschafft, ein Tor zu schießen«.

Die Roten Teufel hatten auf den Kontingentpositionen erneut rotiert. Michael Dorr konnte am Freitag die in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllen und blieb unberücksichtigt. Seine Position übernahm Taylor Carnevale, der allerdings ebenso wenige Akzente setzen konnte. Zudem hatte sich Kevin Lavallee durch seine jüngsten Leistungen und Torerfolge für die zweite Powerplay-Formation empfohlen.

Im Sahnpark versprühten die Gastgeber in einem ausgeglichenen ersten Abschnitt die größere Torgefahr, scheiterten unter anderem mit einem Penalty von T.J. Fast (RT-Torwart Jan Guryca pariert/12.). Jubeln durften zunächst die Gäste, die von etwa 120 Fans in die sächsische Kleinstadt begleitet worden waren. Sean McMonagle schlenzte den Puck mit der Rückhand in Richtung Tor, wo Patrick Strauch torraumabseits-verdächtig Keeper Ryan Nie die Sicht genommen hatte (14.). Zuvor hatten die Roten Teufel vier Powerplay-Minuten lang vergeblich wie statisch versucht, die Lücke zu finden. Eine inkonsequente Befreiung der Teufel aus der eigenen Zone bestrafte Max Campbell mit dem verdienten Ausgleich (18.).

Der Führungstreffer der Eispiraten eröffnete Durchgang zwei. Eine RT-Befreiung war an der blauen Linie abgefangen worden, und während sich die Verteidigung neu sortierte, stocherte Daniel Bucheli den Puck über die Linie (24.). Ein Wirkungstreffer gegen die Hessen. Crimmitschau – inzwischen mit den drei Kontingentstürmern brandgefährlich in einer Reihe agierend – bekam, getrieben vom Publikum, merklich Oberwasser, wirkte stabiler, souveräner und frischer.

Bad Nauheim hingegen zeigte Nerven, leistete sich viele Ungenauigkeiten im Aufbau, die immer wieder Bullys in der eigenen Zone nach sich zogen und einen vielversprechenden Vorstoß verhinderten. Pech: Ein Mitch-Versteeg-Schuss fiel abgefälscht als Lob über Ryan Nie auf die Torlinie, wo die Eispiraten schneller am Puck waren und klären konnten (27.). Erst eine erneute Überzahl nährte die Hoffnung auf den Ausgleich (35.), doch hatte Crimmitschau hier auch das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite.

Crimmitschau verstand es im Schlussdrittel, tief in der eigenen Zone das Ergebnis zu verwalten und trat extrem konterstark auf. Einmal nur, als Jason Pinizzotto vor Nie stand, lag der Ausgleich der Gäste wirklich in der Luft. Der Rest: Alibi, fernab von Ryan Nie. Als auf der Gegenseite Tom-Patric Kimmel, in der Schnittstelle der Abwehr bedient, zum 3:1 davongestartet war, drohte den Gästen vielmehr ein Debakel (52.). Die Roten Teufel ließen die Köpfe hängen, verzettelten sich zunehmend in Fehlern. Scott Pitt (56.) und Harrison Reed (57.) setzten weitere Duftmarken zum 5:1, ehe Matt Beca (58.) das Resultat etwas freundlicher gestaltete.

Eispiraten Crimmitschau: Nie – Kirschbauer, Fast, Heider, Hüfner, Thomson, Tramm – Schietzold, Heinisch, Reed, Walsh, Campbell, Pitt, Kimmel, Forster, Bucheli, Kabitzky.

EC Bad Nauheim: Guryca – Versteeg, Ringwald, Ketter, McMonagle, Baum, Götz – Beca, Helms, Carnevale, Reimer, Lange, Strauch, Pinizzotto, Oppolzer, Lavallee.

Steno: Tore: 0:1 (14.) McMonagle, 1:1 (18.) Campbell (Reed, Schietzold), 2:1 (24.) Bucheli (Kimmel), 3:1 (52.) Kimmel (Heider), 4:1 (56.) Pitt (Campbell), 5:1 (57.) Reed (Forster, Fast), 5;2 (58.) Beca. – Schiedsrichter: Ulpi Sicorschi. – Strafminuten: Crimmitschau 10, Bad Nauheim 6. – Zuschauer: 2008.

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