EC Bad Nauheim kassiert 1:8-Niederlage

(mn) Schwarzer Tag für die Roten Teufel: Im Derby der Zwischenrunde der Eishockey-Oberliga West gegen die Kassel Huskies wurde der EC Bad Nauheim am Faschingssonntag förmlich aus dem Colonel-Knight-Stadion geschossen.

Nach einer anfangs sicher etwas glücklosen, unterm Strich aber schwachen Leistung unterlagen die Badestädter dem in allen Belangen überlegenen Tabellenführer mit 1:8 (0:2, 0:5, 1:1). Den Ehrentreffer der Hausherren erzielte Harald "Harry" Lange drei Minuten vor der Schlussirene zum Endstand. "Ich hoffe, das war ein Weckruf für meine Mannschaft", zog Frank Carnevale, der Trainer der Roten Teufel, ein Fazit nach dem Debakel, während Huskies-Coach Uli Egen den Triumph als "Momentaufnahme" werten wollte.

Die Niederlage war die Summe vieler Faktoren; eine besondere Bedeutung hatten die Über- und Unterzahlformationen sowie die Besetzung der Torhüter-Position. Benjamin Finkenrath war den Huskies ein erwartet souveräner Rückhalt, auf der anderen Seite wurde Niklas Deske gleich mit den ersten beiden Torschüssen bezwungen.

Der 18-Jährige konnte als Thomas-Ower-Ersatz (saß gesundheitlich angeschlagen auf der Bank) einerseits nicht die nötige Verlässlichkeit ausstrahlen, musste auf der anderen Seite die unzähligen Fehler seiner Vorderleute ausbügeln und am Ende zwei bis drei Treffer auf seine Kappe nehmen. Die Huskies waren meist einen Schritt zu flink für die Gastgeber, spielten äußerst abgezockt und hatten sich - als die Partie in den ersten 20 Minuten noch hätte kippen können - das Glück auf ihrer Seite durchaus erarbeitet.

Das Unheil hatte mit einem im eigenen Verteidigungsdrittel blind gespielten Fehlpass von Eddy Rinke seinen Lauf genommen. Ex-Nationalspieler Manuel Klinge bedankte sich nach gerade einmal 32 Sekunden mit dem Führungstreffer der Nordhessen. Keine Zeigerumdrehung später hatte Brad Snetsinger mit dem zweiten Torschuss bereits erhöht. Der jeweils dritte Block beider Mannschaften hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal auf dem Eis gestanden.

Bad Nauheim - neben Daniel Huhn (Kahnbeinbruch) und Sven Schlicht (Muskelverletzung) fehlte erneut Patrick Strauch (Babypause) - verdaute diesen Schock recht gut; unterstützt durch gleich fünf (!) Powerplay-Situationen im ersten Drittel, wobei sich RT-Top-Scorer Chris Stanley ein privates Duell mit Finkenrath liefern sollte. Zweimal traf Stanley den Pfosten und verfehlte einmal das leere Tor.

Als die Nordhessen nach nur 24 Sekunden im zweiten Abschnitt in Unterzahl durch Brad Snetsinger erhöhen konnten, war die Partie entschieden. Kassel führte die Roten Teufel fortan an der langen Leine durch deren Arena, punktete in den Zweikämpfen, stellte die Vorteile in Sachen spielerischer Qualität deutlich zur Schau und zeigte sich kaltschnäuzig im Abschluss, wobei Deske nun - da die Punkte bereits verteilt waren - einen höheren Rückstand verhindern konnte. Aus dem Gäste-Block gab’s Hohn und Spott für die Wetterauer ("Ihr seid so schlecht, das macht kein´ Spa?), und auch das gewinnbringende Körperspiel betreffend, konnten die Gastgeber nicht punkten. Josiah Anderson beispielsweise wanderte gleich dreimal auf die Strafbank.

Mit 0:5 wurde der zweite Abschnitt abgegeben, die RT-Fans trugen die Darbietung in dieser sportlich für Bad Nauheim bedeutungslosen, aber prestigeträchtigen Partie mit Ruhe und Geduld - ohne zu pfeifen.

Im Schlussdrittel spielte Kassel die Partie herunter, ehe Bad Nauheim 3:36 Minuten vor Schluss zumindest noch der Ehrentreffer durch Harry Lange (unser Bild oben) vergönnt war.

EC Bad Nauheim : Deske - Schreiber, Miller, Ketter, Baum, Pietsch, Pöpel, Reckers - Rinke, Stanley, Oppolzer, Maaßen, Lange, Kujala, Striepeke, May, Anderson, Baldys, Wex.

Kassel Huskies: Finkenrath - Valenti, Willaschek, Reiss, Glusanok, Engel - Christ, Sikora, Klinge, Snetsinger, Doyle, Schwab, Kreuzer, Albrecht, Wiecki.

Tore: 0:1 (1.) Klinge (Christ, Sikora), 0:2 (2.) Snetsinger (Reiss, Glusanok), 0:3 (21.) Snetsinger (Klinge, Willaschek - 4-5), 0:4 (24.) Schwab (Valenti, Albrecht), 0:5 (25.) Valenti (Engel, Sikora), 0:6 (37.) Doyle (Valenti, Schwab), 0:7 (40.) Reiss (Valenti, Klinge - 5-4), 0:8 (52.) Doyle (Albrecht, Snetsinger - 5-4), 1:8 (57.) Lange (4-5). - Strafen : Bad Nauheim 20 plus zehn Minuten (Anderson), Kassel 16. - Zuschauer : 3115.

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