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EC Bad Nauheim holt nach 2:0-Führung einen Punkt

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60 Spielminuten haben auch im vierten Hessen-Derby der Roten Teufel in dieser Saison nicht zur sportlichen Entscheidungsfindung gereicht. Erst in der zweiten Minute der Verlängerung erzielte Sven Valenti den 3:2 (0:2, 1:0, 1:0/1:0)-Siegtreffer der Kassel Huskies gegen den EC Bad Nauheim.

Die Wetterauer bleiben damit zwar auch im 19. Vorrundenspiel der Eishockey-Oberliga West nach regulärer Spieldauer ungeschlagen, müssen nun aber auf einen Patzer der Nordhessen hoffen, um diese zum Jahresende noch von Platz eins verdrängen zu können. Ärgerlich: Die Roten Teufel hielten bis zur 38. Minute eine durchaus verdiente Zwei-Tore-Führung.

EC-Trainer Frank Carnevale und sein Gegenüber Uli Egen bilanzierten danach unisono, dass Kassel nach schwachem ersten Drittel danach die bessere Mannschaft gewesen sei und verdient drei Punkte geholt habe. Carnevale fügte hinzu: »Das erste Drittel war perfekt, wir waren sehr zufrieden. Danach hat sich die Offensivstärke von Kassel gezeigt. Wir haben noch einiges an Arbeit, um Kassel in einem Finale zu schlagen.«

Die Huskies wurden von außersportlichen Schlagzeilen in das Derby begleitet.

Am Donnerstag hatten die Stadtwerke aufgrund unbezahlter Rechnungen kurzzeitig den Strom in der Eissporthalle abgestellt, am Spieltag selbst wurden Teile der Einnahmen durch eine Gerichtsvollzieherin gepfändet (Ex-Huskies Stephane Robitaille fordert seine Abfindung im fünfstelligen Bereich). Erst am Nachmittag hatte der Nachwuchsverein der Nordhessen den Eingang der Außenstände durch die Spielbetriebs GmbH gemeldet.

Im Trikot der Gastgeber feierte Danny Albrecht sein Debüt, und der Ex-Löwe, dessen Name als potenzieller Neuzugang auch bei den Roten Teufeln gehandelt worden war, hatte gleich während seiner ersten Eiszeit den Führungstreffer auf den Schläger (2.). Thomas Ower, der Torwart der Badestädter, konnte aber an seine Leistung aus dem Vorwochen-Derby anknüpfen und parierte; wie auch wenig später nach individuellen Fehlern der Roten Teufel, die den Hausherren beste Gelegenheiten eröffneten. Effektiv und kaltschnäuzig präsentierten sich die Wetterauer nach dem frühen Führungstor, ließen abgeklärt die Scheibe laufen. Chris Stanley schloss nach nur fünf Minuten nervenstark einen Konter ab, später (16.

) stand Tim May goldrichtig, als Bad Nauheim die Hausherren nicht aus deren Drittel hatte kommen lassen. Stabil wurden zudem die ersten beiden Unterzahl-Situationen heruntergespielt, während Kassel laut Egen »nicht bereit« war.

Kassel hatte im zweiten Drittel optische Vorteile. Der torgefährlichste Angriff der Liga konnte allerdings nicht überzeugen. Erstaunlich kompakt stehend, schien die RT-Defensive den finalen Pass oft schon zu erahnen und fing diesen ab. Brenzlig wurde es einzig nach der einen oder anderen Unaufmerksamkeit im eigenen Drittel. Nach einer halben Stunde zeigten sich die eingefleischten Fans der Gastgeber ungeduldig (»Wir wollen die Huskies sehen«), während im Gästeblock bereits das Ende der Huskies besungen wurde. Nach 37:35 Minuten sollte der Knoten platzen. Daniel Willaschek traf nach einem schlechten, weil zu langen Wechsel der Badestädter, zum Anschluss.

Drei Unterzahl-Situationen binnen weniger Minuten (48./50./53.) kosteten die Gäste schließlich fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit die Führung. Hier ließ Brad Snetsinger seine individuelle Klasse aufblitzen und verlud Thomas Ower. Bad Nauheim konnte in der Endphase seine zweite und letzte Powerplay nicht zum Siegtreffer nutzen. In der Verlängerung traf Sven Valenti nach 76 Sekunden im Nachschuss zur Entscheidung.

Kassel Huskies: Finkenrath – Valenti, Alexander Heinrich, Reiss, Willaschek, Glusanok, Engel – Klinge, Sikora, Christ, Snetsinger, Albrecht, Schwab, Kreuzer, Kostryrev, Böhm.

EC Bad Nauheim: Ower – Baum, Schreiber, Lee, Ketter, Pietsch, Pöpel – Oppolzer, Stanley, Rinke, Firsanov, Lange, Strauch, Maaßen, May, Kujala, Striepeke, Schlicht.

Tore: 0:1 (5.) Stanley (Oppolzer, Ketter), 0:2 (16.) May (Maaßen, Pöpel), 1:2 (38.) Willaschek (Snetsinger, Albrecht), 2:2 (55.) Snetsinger (Schwab, Kreuzer – 5-4), 3:2 (62.) Valenti (Snetsinger). – Strafminuten: Kassel 4, Bad Nauheim 12. – Zuschauer: 5524.

Michael Nickolaus

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