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EC Bad Nauheim hält alle Trümpfe in der Hand

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Rasantes Zweitliga-Derby: Die Frankfurter Löwen Andreas Schwarz (rechts) und Keeper Tyler Plante verteidigen gegen Bad Nauheims Andreas Pauli (10). Die Roten Teufel triumphieren in der Mainmetropole mit 3:1.
Rasantes Zweitliga-Derby: Die Frankfurter Löwen Andreas Schwarz (rechts) und Keeper Tyler Plante verteidigen gegen Bad Nauheims Andreas Pauli (10). Die Roten Teufel triumphieren in der Mainmetropole mit 3:1. © Joachim Storch

(mn) Der EC Bad Nauheim hält mit Blick auf die direkte Playoff-Qualifikation in der Deutschen Eishockey-Liga 2 weiter alle Trümpfe in den eigenen Händen. In Frankfurt feierten die Roten Teufel am Sonntagabend vor 6044 Zuschauern nach 60 von Playoff-Intensität geprägten Minuten einen 3:1 (2:0, 0:1, 1:0)-Erfolg gegen die Löwen.

18 Sekunden vor der Schlusssirene beendete Diego Hofland mit seinem zweiten Treffer – nun in das bereits verwaiste Tor der Gastgeber – das Zittern der Badestädter, für die Dominik Lascheit die Führung erzielt hatte. »Wir haben viel Zeit im eigenen Drittel verbracht, aber gut dagegen gehalten, hatten immer einen Schläger dazwischen und die Scheibe rausgebracht«, freute sich der Doppeltorschütze, während Andreas Ortwein, der Geschäftsführer, der Mannschaft eine »hervorragende Leistung« attestierte und den letzten Hauptrundenspieltag am Dienstag in Weißwasser als »Endspiel in der Lausitz« bezeichnete. Bitter: Andreas Pauli schied nach einem ungeahndeten Bandencheck Mitte des zweiten Drittels verletzt aus. Der Außenstürmer hatte kurzzeitig das Bewusstsein verloren und wurde zu weiteren Untersuchungen in die nahe gelegene BG-Unfall-Klinik gefahren.

Bad Nauheim habe verdient gewonnen, räumte Löwen-Trainer Rich Chernomaz ein. Zwei Drittel lang sei seine Mannschaft viel zu passiv gewesen, »und im Schlussabschnitt hat Torwart Mikko Rämö den Unterschied ausgemacht.« Petri Kujala, der Coach der Roten Teufel, sprach von »40 sehr guten und disziplinierten Minuten« und »purem Kampf« im letzten Abschnitt. »Ich bin mächtig stolz auf die Jungs.«

Die Gäste waren in Frankfurt von Beginn an hellwach, spielten lauf- und kraftintensiv bis zum Pauli-Ausscheiden mit vier Reihen gegen die drei Formationen der Hausherren, die sich im ersten Drittel durch drei Hinausstellungen immer wieder selbst aus dem Rhythmus brachten. Bad Nauheim schien diese Möglichkeiten aber erneut nicht nutzen zu können. Zwei Pauli-Schüsse in vier Powerplay-Minuten – das war zu wenig. In der 14. Minute – wie aus dem Nichts – erzielte Lascheit die Führung; erst sein zweites DEL2-Tor, ein seltener Treffer der vierten Reihe, in der Kapitän Patrick Strauch energisch nachgesetzt und den Puck erobert hatte.

Nur vier Minuten später sorgte Hofland erneut für einen kollektiven Jubelschrei im Gäste-Block. Einen der unzähligen Rebounds, die Löwen-Keeper Tyler Plante zuließ, verwertete er im Powerplay zum 2:0. Und mit dem Selbstvertrauen aus dieser Führung überstand Bad Nauheim im Anschluss eine doppelte Unterzahl (93 Sekunden lang), wobei Harry Lange die komplette Zeit mit großem Kämpferherz auf diesem Eis stand.

Ausgeglichen gestaltete sich der zweite Abschnitt, den Löwen-Stürmer Marc Schaub mit einem Pfostenschuss eröffnete. Nachdem Pauli ausgeschieden war (Eugen Alanov übernahm dessen Position, Strauch rückte dafür in die Alanov-Reihe) nutzte Nils Liesegang einen halbherziges Defensivverhalten zum Anschlusstreffer (36.).

Der letzte Abschnitt entwickelte sich folglich zur reinen Abwehrschlacht – mit Rämö als Fels in der Brandung; wie immer, wenn’s drauf ankommt. Was Frankfurt auch unternahm, wie lange die Eiszeiten der Roten Teufel aufgrund fehlender Befreiungsmöglichkeiten auch wurden – irgendwann präsentierte Rämö den Puck in seinem Fangschuh und ließ sich auch von Provokationen der Löwen, die dafür gleich zweimal mit Hinausstellungen bestraft wurden – nicht aus der Ruhe bringen. Das Glück des Tüchtigen kam hinzu, als Richie Mueller zunächst das leere Tor verfehlte und später nur den Pfosten traf. 18 Sekunden vor Schluss beseitigte Hofland schließlich alle Zweifel.

Löwen Frankfurt: Plante - Vogl, Tomassoni, Norman Martens, Cespiva, Schwarz, Henry Martens - Reimer, Brine, Opree, Liesegang, Mazzolini, Mueller, Brett Breitkreuz, Sparre, Schaub, Clarke Breitkreuz.

EC Bad Nauheim: Rämö - Gerstung, Laurila, Kohl, Keussen, Baum, Ketter, Kaisler - Cameron, Dineen, Frosch, Pauli, Helms, Hofland, Aab, Lange, Alanov, Spöttel, Lascheit, Strauch.

Steno: Tore: 0:1 (14.) Lascheit (Strauch), 0:2 (17.) Hofland (Laurila - 5-4), 1:2 (36.) Liesegang (Mazzolini), 1:3 (60.) Hofland (Strauch 5-6. - Schiedsrichter: Ralph Bidoul/Sascha Westrich. - Strafminuten: Frankfurt 12 plus zehn Minuten (Schwarz), Bad Nauheim 6. - Zuschauer: 6044.

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