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Bad Nauheim gleicht aus

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(mn) Bad Nauheim feiert Carneval(e): Eine Stadt fiebert mit ihren Roten Teufeln, die der Sehnsucht nach der Rückkehr in die 2. Eishockey-Bundesliga Leben einhauchen. Mit einem 4:1 Sieg gegen die Kassel Huskies haben die Wetterauer die Final-Serie um den Oberliga-Titel ausgeglichen und ein weiteres Heimspiel am Freitag erzwungen.

Der Sieger von Spiel drei am Dienstag (19.30 Uhr in Kassel) wird an jenem Abend im Titelkampf den ersten Matchball haben.

Die Gastgeber profitierten - wie prognostiziert - von der Tiefe in ihrem Kader. Während Kassel zunehmend mit zwei Reihen versuchte, einen Drei-Tore-Rückstand aufzuholen (24.), konnte Frank Carnevale, der überwiegend mit sechs Verteidigern und elf Stürmern agierte, immer noch einmal einen frischen Spieler auf’s Eis bringen. Matchwinner in einer homogenen, mit Herz und Leidenschaft kämpfenden Mannschaft war Daniel Oppolzer, der die Treffer zwei und drei erzielte, nachdem er das erste Tor vorbereitet hatte.

Wie schon 48 Stunden zuvor kamen die Roten Teufel - sicherlich auch durch frühe Überzahl-Situationen begünstigt (vier Huskies-Strafen in zehn Minuten) - besser in die Partie, schienen den Gast regelrecht in Grund und Boden laufen zu wollen, berauschten sich an der Leistung der Nebenspieler und der Unterstützung des Publikums. Eddy Rinke erzielte in der dritten Minute die Führung der Roten Teufel, in der zwölften Minute legten die Hausherren nach. Lange, lange, ja fast schon viel zu lange, war die Scheibe vor dem Huskies-Tor zirkuliert, bis Oppolzer nur noch einschieben musste.

Bad Nauheim war ganz eindeutig der Herr im eigenen Haus, zermürbte die Nordhessen an diesem Abend mit enormer physischer Präsenz. Kein Check, der nicht zu Ende gefahren wurden, kein Zentimeter Eis, der überlassen wurde. Kassel lebte von der individuellen Qualität des Kaders, doch gelang es den Hausherren, die zahlreichen Torjäger der Huskies im eigenen Drittel möglichst weit vom Tor fern zu halten. Zudem hatte Thomas Ower einen starken Tag erwischt. Als Oppolzer in der 24. Minute auf 3:0 erhöht hatte - wieder hatten Lange/Rinke in der Ecke unermüdlich geackert - wuchs die Glaube an den Erfolg, denn Bad Nauheim hielt den Druck weiter hoch.

Einzig zu Beginn des Schlussabschnitts, als Alexander Heinrich im Powerplay einen Schuss von Sven Valenti recht kurios zum Anschlusstor abfälschen konnte (41.), keimte bei den Nordhessen Hoffnung auf. Die Huskies schienen die zweite Luft zu bekommen. Vier Minuten später versetzte Patrick Strauch den Gästen in Überzahl den K.o.

»In diesem Duell gibt es keinen Favoriten; allenfalls das Heimrecht gibt uns vielleicht einen Vorteil«, resümierte Huskies-Trainer Uli Egen, während Frank Carnevale nach dem ersten Sieg im sechsten Aufeinandertreffen seine Mannschaft nun auf dem Boden halten muss.

EC Bad Nauheim : Ower - Baum, Schreiber, Ketter, Miller, Pöpel, Pietsch - Rinke, Lange, Oppolzer, Strauch, Stanley, Anderson, Schlicht, May, Maaßen, Striepeke, Huhn.

Kassel Huskies: Finkenrath - Valenti, Alexander Heinrich, Reiss, Willaschek, Glusanok, Engel - Klinge, Sikora, Christ, Snetsinger, Doyle, Kreuzer, Schwab, Kostyrev, Wiecki.

Tore: 1:0 (3.) Rinke (Oppolzer - 5-4), 2:0 (12.) Oppolzer (Baum, Lange), 3:0 (24.) Oppolzer (Lange, Rinke), 3:1 (41.) Alexander Heinrich (Valenti - 5-4), 4:1 (45.) Strauch (5-4). - Strafen: Bad Nauheim 14, Kassel 18 plus zehn (Finkenrath). - Zuschauer: 4500.

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