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EC Bad Nauheim gewinnt nach Penaltyschießen

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(mn) Der EC Bad Nauheim hat den ersten Eindruck korrigiert; zumindest tabellarisch. Vor 1704 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion bezwangen die Roten Teufel den EHC Dortmund mit 3:2 nach Penaltyschießen und halten in der Endrunde der Eishockey-Oberliga die Karten bezüglich der Playoff-Serien weiter selbst in den Händen.

Allerdings: Gut 50 Minuten lang war die Mannschaft von Fred Carroll gegenüber der souveränen und von Leichtigkeit geprägten Vor- und Zwischenrunde überhaupt nicht wiederzuerkennen. Angst, Verunsicherung und die ungewohnte Ausgangsposition, nach dem enttäuschenden 4:5 n.P. in Leipzig und einem lange währenden 1:2-Rückstand quasi mit dem Rücken zur Wand zu stehen, begleiteten die merklich gehemmt aufspielenden Badestädter wie ein Schatten. Den einzigen Penalty verwandelte Lanny Gare. Im Spiel hatten Dennis Cardona (16.) und Kevin Lavallee (52.) getroffen.

In den Mittelpunkt der Ovation rückte Torwart Markus Keller, der seine Mannschaft überhaupt erst im Spiel gehalten und später in die Verlängerung gerettet hatte. Das größte Lob gebührt - wie schon am Freitag - aber der Reihe mit Matthias Baldys, Dennis Cardona und Jannik Striepeke, die zwar beim ersten Gegentreffer auf dem Eis gestanden hatte, aber die lange Zeit doch sehr seltenen Nadelstiche in der Offensive der Roten Teufel zu setzen verstand. Kevin Lavallee, Lanny Gare, Tobias Schwab - die Top-Scorer im bisherigen Saisonverlauf, die stets den Unterschied ausgemacht hatten - wirkten wie abgetaucht. Dylan Stanley schleppte sich erneut mit nicht zu verheimlichenden Knöchelproblemen über die Eisfläche. Defensiv musste zudem der Ausfall von Alexander Baum (Rippenprellung) kompensiert werden.

Fred Carroll hatte auf die schwache Freitag-Vorstellung reagiert. Janne Kujala sollte neben Gare und Schwab nach hinten absichern, Stanley als Center die torgefährlichen Lavallee und Michel Maaßen mit Pässen füttern. Allerdings: Nach vorne suchte einzig der Baldys-Block zielstrebig Tornähe. Andere liefen sich in Einzelkationen fest, suchten vergeblich Abnehmer für den halbherzig gespielten finalen Pass. Bad Nauheim wirkte paralysiert, war mehr als zwei Drittel lang nicht in der Lage, sich im EHC-Drittel festzusetzen. Dazu kam erneut das fehlende Scheibenglück, sprich Abpraller. Defensiv fehlte in ständig wechselnder Besetzung die Abstimmung, trotz lange währenden 1:2-Zwischenstandes schien Dortmund die Partie dank kompakter Abwehrleistung kontrollieren zu können. Erst der Ausgleich hatte befreiende Wirkung auf die Roten Teufel, die nun etwas mutiger zum Spiel fanden und in einer am Ende doch noch mitreißenden, weil turbulenten Schlussphase den Sieg auf den Schläger hatten. Schließlich behielt Lanny Gare in bewährter Manier die Nerven. Der anschließende Fan-Jubel wirkte allerdings mehr erleichtert, denn euphorisiert oder begeistert.

EC Bad Nauheim : Keller - Ketter, Mangold, Weibler, Franz, Kohl - Schwab, Gare, Kujala, Stanley, Lavallee, Maaßen, Cardona, Baldys, Striepeke.

EHC Dortmund : Finkenrath - Orendorz, Kreuzmann, Kirschenbauer, Eickmann, Clusen, Kastner - Kretschmann, Liesegang, Martens, Michl, Pohanka, Petrozza, Richter, Schmerda, Neumann.

Tore : 0:1 (7.) Schmerda (Neumann, Richter), 1:1 (16.) Cardona (Baldys, Striepeke), 1:2 (17.) Petrozza (Martens, Kreuzmann), 2:2 (52.) Lavallee (Franz, Schwab - 5-4), 3:2 Penalty Gare. - Strafen : Bad Nauheim 8, Dortmund 4. - Zuschaue r: 1704.

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