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Bad Nauheim gewinnt das Derby in Frankfurt

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Tim May (l.), Maximilian Spöttel (M.) und Deion Müller (r.) bejubeln den Bad Nauheimer Treffer zur 3:2-Führung in Frankfurt.	(Foto: Chuc)
Tim May (l.), Maximilian Spöttel (M.) und Deion Müller (r.) bejubeln den Bad Nauheimer Treffer zur 3:2-Führung in Frankfurt. (Foto: Chuc) © Andreas Chuc

(mn) Jan Guryca, der Keeper der Roten Teufel, verschwand inmitten der feiernden Männergesellschaft in seinem Torraum. »Derbysieger, Derbysieger«, hallte es aus dem Gästeblock, als die Schlusssirene das vierte Hauptrundenspiel des EC Bad Nauheim in der Deutschen Eishockey-Liga 2 beendete und die Mannschaft von Trainer Petri Kujala den ersten Sieg verbucht hatte. In Frankfurt, vor 5502 Zuschauern, mit 5:4 (0:1, 4:2, 1:1). Wegweisend: Drei Treffer binnen 3:51 Minuten im zweiten Abschnitt.

Petri Kujala hatte auf die Eindrücke vom Freitag reagiert und in den vorderen beiden Blöcken umgestellt. Offensiv tauschten Dusan Frosch (nun mit Harry Lange und Vitalij Aab) und Max Campbell (jetzt zwischen Matt Beca und Kyle Helms) die Positionen, defensiv rückten die beiden Kontingentspieler Dan Ringwald und Drew Paris Seite an Seite. Frankfurt – ohne Vier angetreten – hatte die lichten Reihen mit zwei Förderlizenzspielern aus Nürnberg ergänzt. Die Maßnahme Kujalas sollte sich diesmal auszahlen. Matt Beca, Kyle Helms und Dusan Frosch, allesamt am Freitag im Fokus der Kritik, konnten sich in die Torschützenliste eintragen. Zudem trafen Daniel Oppolzer und Deion Müller.

Die 5502 Zuschauer – darunter Lance Nethery (Geschäftsführer der Kölner Haie) – sahen ein auf beiden Seiten von Risikominimerung geprägten ersten Abschnitt, dem auch die für ein Derby typische physische Kompentente fehlte, die gerade die Gastgeber noch im letzten Vorbereitungsspiel vor zwei Wochen an gleicher Stelle gezeigt hatten. In der zehnten Minute sorgte Nick Mazzolini dann erstmals für Stimmung in der Halle. In Unterzahl hämmerte der Kanadier den Puck in die Maschen, nachdem Richard Mueller mit seinem beeindruckenden Antritt die Gäste-Verteidigung beim Konter überlaufen hatte.

Bange Momente für die Roten Teufel folgten drei Minuten später, als die Mannschaft 57 Sekunden lang mit zwei Spielern weniger auf dem Eis stand und Marc Schaub für Frankfurt den Pfosten traf.

Im zweiten Abschnitt nahm die Partie dann Fahrt auf – mit gleich sieben Treffern binnen 20 Minuten als Stimmungsaufheller in einem weiterhin ungewohnt ruhigen, sachlich geführten Derby ohne sportlichen Glanz oder emotionale Scharmützel. Den Ausgleich von Daniel Oppolzer, der im Slot nicht lange gefackelt hatte (23.), folgte der Rückschlag, als Richard Mueller ein Powerplay der Löwen zur erneuten Führung nutzte (28.). Dem Löwen-Rausch folgte prompt der Blackout: Mit drei Treffern binnen 3:51 Minuten drehte Bad Nauheim das Blatt. Treffer von Kyle Helms (nachdem die neutrale Zone schnell überbrückt worden war), der 18-jährige Deion Müller mit seinem zweiten Wochenend-Tor (seine Reihe hatte Thomas Ziolkowski den Puck geluchst) und Matt Beca (in Überzahl das leere Tor vor sich) rissen die rund 500 mitgereisten Fans förmlich von den Sitzplätzen. Frankfurt reagierte mit einer Auszeit und hatte mit dem Anschlusstor durch Kyle Ostrow (35.) auch schnell die Antwort parat.

Dusan Frosch konnte nach nur 15 Sekunden im Schlussabschnitt den alten Zwei-Tore-Abstand wiederherstellen. Würden die Roten Teufel dieses Polster nun verteidigen können, nachdem es in Bremerhaven und gegen Rosenheim noch verspielt worden war? Zwölf Minuten verwaltete Bad Nauheim den Vorsprung geschickt, doch sorgte der abermalige 4:5-Anschluss durch Mazzolini (52.) für eine turbulente Schlussphase.

Löwen Frankfurt: Hogan – Vas, Vogl, Cespiva, Henry Martrns, Ziolkowski, Gärtner – Norman Martens, Mazzolini, Ostrow, Mueller, Gare, Liesegang, Schaub, Gradl, Gelke, Kabitzky, Schwarz.

EC Bad Nauheim: Guryca – Ringwald, Paris, Schütz, Blankart, Ketter, Baum – Frosch, Lange, Aab, Helms, Campbell, Beca, Gerbig, Oppolzer, Strauch, Müller, May, Spöttel.

Steno: Tore: 1:0 (10.) Mazzolini (Mueller, Vas – 4-5), 1:1 (23.) Oppolzer (Beca, Helms), 2:1 (28.) Mueller (Liesegang, Hogan – 5-4), 2:2 (29.) Helms (Campbell, Beca), 2:3 (32.) Müller (May, Spöttel), 2:4 (33.) Beca (Campbell, Schütz – 5-4), 3:4 (35.) Ostrow (Norman Martens, Mazzolini), 3:5 (41.) Frosch (Aab), 4:5 (52.) Mazzolini. – Schiedsrichter: Steffen Klau. – Strafminuten: Frankfurt 12, Bad Nauheim 6. – Zuschauer: 5502.

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