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Auf dem Weg zum Führungstreffer: Dustin Cameron umkurvt hier Jochen Vollmer im Tor des SC Riessersee und feiert mit dem EC Bad Nauheim einen 2:1-Erfolg in Garmisch.

EC Bad Nauheim gewinnt beim SC Riessersee mit 2:1

(mn) Hinten kompakt, vorne effektiv: Der EC Bad Nauheim feiert das zweite Sechs-Punkte-Wochenende in Folge und nutzte die Resultate der Verfolger, um den Abstand nach hinten zu vergrößern. In Garmisch-Partenkirchen gingen die Roten Teufel am Sonntag durch einen 2:1 (1:0, 1:0, 0:1)-Erfolg beim SC Riessersee auch im vierten direkten Saisonduell mit dem Altmeister als Sieger vom Eis .

Damit belegen die Bad Nauheimer punktgleich mit dem Rangdritten aus Kassel den vierten Platz in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Von einem "cleveren Auswärtsspiel" seiner Mannschaft, sprach RT-Trainer Petri Kujala. Im zweiten Abschnitt habe sein Team zu viel gewollt und sei in Konter gelaufen, "insgesamt bin ich aber zufrieden." Tim Regan, der Ex-Teufel an der Bande der zum vierten Mal in Folge unterlegenen Garmischer, war derweil "erstmals enttäuscht. Ein schlechter SCR hat gegen einen unterdurchschnittlichen EC Bad Nauheim verloren. Die Roten Teufel mussten wenig tun. Meiner Mannschaft haben Laufbereitschaft und Zug zum Tor gefehlt", ärgerte sich Regan. Für Bad Nauheim trafen Dustin Cameron und Dusan Frosch.

Wie schon am Freitag gegen Kassel entscheidend: Mikko Rämö und die Über- und Unterzahl-Formationen. Erneut musste der Finne fast doppelt so viele Schüsse wie sein Gegenüber Jochen Vollmer parieren und ließ die Hausherren mehr und mehr verzweifeln. Trotz des nur knappen Zwei-Tore-Unterschieds ab der 22. Minute und der optischen Vorteile der Gastgeber entstand unter den 1350 Zuschauern nicht der Eindruck, der SCR würde das Spiel kippen können. Zu harmlos waren die Aktionen der Blau-Weißen, zu konsequent das Defensivverhalten der Gäste, die erst acht Minuten vor dem Ende für einen unkonzentrierten Aufbaupass bestraft wurden. Jesse Schultz konnte einen Schuss von Julian Eichinger abfälschen. Doch selbst in den verbleibenden Minuten konnte der SCR nicht die erwartete Torgefahr entfachen. Die Roten Teufel standen auch während ihrer fünf Unterzahl-Situationen kompakt. Die Wetterauer hingegen nutzten gleich das erste ihrer beiden Powerplays zum Torerfolg. Am Freitag Oberliga, am Samstag Nachwuchsliga, am Sonntag Profiliga: Drei Tage - drei Ligen: Garret Pruden, der als 15-Jähriger im Vorjahr in der Profimannschaft debütiert hatte, gab im Olympia-Eisstadion seinen Saisoneinstand bei den Roten Teufeln. Er verteidigte an der Seite von Daniel Ketter und verdiente sich das Lob seines Trainers. Neben Marc Kohl hatte sich mit Hagen Kaisler krankheitsbedingt ein zweiter Verteidiger abmelden müssen, so dass Pruden zum Einsatz gekommen ist. Eugen Alanov kehrte derweil in die zweite Reihe zurück, Vitalij Aab spielte im dritten Angriff - und Dominik Lascheit für Neuwied. Bad Nauheim zeigte ein gutes erstes Drittel; natürlich unterstützt durch den frühen Führungstreffer. Einen langen Aufbaupass von Joel Keussen leitete Dusan Frosch direkt in den Lauf von Dustin Cameron, der nach vier Minuten zum 1:0 traf - effektiv, gleich mit der ersten Chance. Kyle Helms traf wenig später nur den Pfosten. Bad Nauheim kam bei Gegenstößen schnell durch die neutrale Zone, konnte den SCR beschäftigen, ohne allerdings die ganz großen Chancen zu erzwingen. Auf der Gegenseite wirkte das Offensivspiel eher zäh. Immer wieder hatten die Gäste einen Stock dazwischen oder in Rämö einen starken Rückhalt. Zu Beginn des zweiten Durchgangs nutzte Frosch seinen Raum im Powerplay und erhöhte auf 2:0. Riessersee hatte wieder mehr vom Spiel, konnte Rämö aber nicht überwinden. Kai Herpich beispielsweise verpasste das leere Tor, dann warf sich der finnische Schlussmann einmal rücklinks auf die Hartgummischeibe, und als SCR-Neuzugang Bradley Connelly den Keeper bereits umkurvt hatte, trat dieser beim Spagat das Tor aus der Verankerung. Das brachte ihm zwar eine Strafzeit, verhinderte aber das Anschlusstor. Von Garmisch kam im Schlussabschnitt zu wenig, um das Spiel umzubiegen. Selbst der Anschlusstreffer wirkte allenfalls wie ein Funke Hoffnung. Im Stile einer Spitzenmannschaft spulten die Hessen ihr Pensum runter.

SC Riessersee: Jochen Vollmer - Thomas, Hummer, Rogl, Eichinger, Staltmayr, Mayr - Oakley, Heatley, Beck, Schultz, Connolly, Andreas Eder, Richter, Rimbeck, Florian Vollmer, Wachter, Herpich, Gschmeißner.

EC Bad Nauheim: Rämö - Gerstung, Laurila, Keussen, Baum, Ketter, Pruden - Frosch, Dineen, Cameron, Alanov, Lange, Pauli, Hofland, Helms, Aab, Strauch, May, Spöttel.

Steno: 0:1 (4.) Cameron (Frosch, Keussen), 0:2 (22.) Frosch (Laurila, Dineen - 5-4), 1:2 (52.) Schultz (Eichinger, Connolly). - Schiedsrichter: Carsten Lenhart. - Strafminuten: Riessersee 4, Bad Nauheim 10. - Zuschauer: 1350.

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