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EC Bad Nauheim: Besser als Punktezahl

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Goldhelm Dusan Frosch: Der Stürmer des EC Bad Nauheim ist mit acht Treffern und elf Vorlagen auf Platz zehn der DEL 2-Topscorer zu finden.
Goldhelm Dusan Frosch: Der Stürmer des EC Bad Nauheim ist mit acht Treffern und elf Vorlagen auf Platz zehn der DEL 2-Topscorer zu finden. © Nicole Merz

(mn) Nick Dineen ist – von seinen roten Haaren einmal abgesehen – ein eher unauffälliger Typ. Ein ruhiger, besonnener Charakter, der mit Taten statt Worten überzeugen möchte. Einer der vorangeht, der anpackt, ohne sich in den Vordergrund stellen zu wollen.

Am Sonntagabend, beim 5:2-Erfolg gegen die Lausitzer Füchse, war der US-Boy vom EC Bad Nauheim aber durch seine beiden Powerplay-Treffer in den Fokus gerückt. »Gute Mannschaften finden schnell zurück in die Spur. Wir wussten, dass wir in Bremerhaven (1:5/Anm. der Red.) schlecht gespielt haben. Umso wichtiger ist der heutige Sieg«, sagt der 26-Jährige, der teamintern nach Scorerpunkten mit Goldhelm Dusan Frosch gleichgezogen ist. Man sei zudem besser, als es die Punktezahl derzeit widerspiegele, glaubt Dineen. »Wir haben zu Saisonbeginn einige Zähler verschenkt und könnten unter den fünf, sechs besten Klubs in der Tabelle stehen.« Die Eindrücke aus dem ersten Viertel der Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga 2 lassen den Stürmer positiv in die Zukunft schauen (»Wir haben unseren Rhythmus gefunden, die Notwendigkeit zur Defensive verinnerlicht und müssen jetzt einfach dort weitermachen«). Wenngleich: Mit einem Drei-Punkte-Wochenende treten die Roten Teufel tabellarisch auf der Stelle; auf Rang neun – und liegen damit im Soll.

»Niederlage nicht selbstverständlich«

Die Mannschaft habe die Niederlage in Bremerhaven nicht einfach als selbstverständlich abgehakt und hingenommen. »Die Jungs wollten auch dort etwas holen, waren sauer und haben jetzt die richtige Antwort gegeben«, nennt RT-Trainer Petri Kujala den für ihn wertvollsten Aspekt des Wochenendes, das zugleich auch den Wert eines Spielers wie Nick Dineen unterstrichen habe. »Ein Erste-Reihe-Spieler neigt auch gerne mal dazu, nach zwei Toren in einer Partie die Gier nach weiteren Punkten in den Mittelpunkt zu stellen. Nick und seine Nebenleute zeichnen sich in solchen Situationen aber auch durch die Arbeit für die Defensive aus«, sagt der finnische Coach und sieht darin eine elementare Bedeutung für den Erfolg der Mannschaft. »Ich denke, die erste Saisonphase hat gezeigt, dass sich das Team durch seine Geschlossenheit auszeichnet.«

Das Colonel-Knight-Stadion, wo am Sonntag DEL 2-Geschäftsführer Rene Rudorisch einmal mehr zu Gast war, scheint dabei wieder zur oft propagierten Festung werden zu können. Fünf von sieben Spielen haben die Badestädter zu Hause gewonnen (Niederlagen gab’s zum Auftakt gegen Freiburg sowie durch Last-Minute-Gegentreffer gegen Ravensburg nach Verlängerung), 16 Punkte wurden gewonnen. Im eigenen Stadion hat nur Rosenheim erfolgreicher punkten können (19 Zähler).

Dineen spricht von einem Lernprozess. »Oft machen wir es uns selbst schwer, wenn wir unser Spiel nicht konsequent durchziehen. Aber daraus können wir immer etwas mitnehmen und Lehren ziehen«. In Bremerhaven, am Freitag, war die Mannschaft nicht aufgetreten, wie man sie kennt. Bis zehn Minuten vor dem Ende waren die Hessen angesichts eines knappen Zwei-Tore-Rückstands aber noch im Spiel. »Wenn man ehrlich ist: Da hatten wir auch keinen Punkt verdient«, sagt Kujala, der am Sonntag ab dem zweiten Drittel etwas gelassener das Spiel verfolgen konnte. Da hatte zum einen Vitalij Aab sein Tor-Trauma überwunden, zum anderen wurden Tor-Optionen der Gäste oft schon im Ansatz verhindert.

»Eher unrealistisch«

Mittendrin: Nachverpflichtung Henri Laurila. »Er spielt kompromisslos. Und der Gegner weiß, was es bedeutet, wenn Henri seine 100 Kilogramm einsetzt«, sagt Kujala über seinen Landsmann, der auch Gelegenheit fand, seinen Schlagschuss einzusetzen. Fragen nach einer Verpflichtung über das (Aushilfs-)Vertragsende am 30. November stellen sich für den Coach aktuell nicht. Mit allen vier Kontingentspielern sei er schließlich zufrieden – und ob man sich daher diesen Luxus eines fünften Ausländers leisten könne und wolle? »Das ist wohl eher unrealistisch.«

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