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Sven Neumann vom TV Okarben wünscht sich auf Bezirks- und Kreisebene ein Konzept der "gelebten Praxis". FOTO NICI MERZ

Der nächste Schritt

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(msw). Tischtennis-"Wunderkind" Josephina Neumann aus Petterweil wird künftig an der Carl-von-Weinberg-Schule in Frankfurt unterrichtet; auf ihren Sport zugeschnitten. Das Problem: Als Zehnjährige kann Neumann noch nicht im Internat wohnen. Das ist erst ab dem siebten Schuljahr möglich. Vater Sven Neumann erklärt im Interview das Konzept und spricht über Tischtennis in Corona-Zeiten.

Herr Neumann, eine sportgerechte Beschulung in Karben war nicht möglich. Wie sieht nun das Konzept für Frankfurt aus?

Die Trainer des Hessischen Tischtennis-Verbandes werden morgens in der Schule Training geben. Nach der Schule wird Josie von dort aus direkt zum Kader-Training gebracht werden. Allerdings suchen wir für die Zeit nach der Schule und vor Beginn des Kader-Trainings auch noch eine weitere Lösung vor Ort mit Freizeit, denn eine Zehnjährige muss auch noch etwas anderes machen außer Schule und Tischtennis. Außerdem wollen wir schauen, ob es auch noch eine Möglichkeit bei uns vor Ort in Okarben mit den HTTV-Trainern geben könnte. Hier könnte uns die Corona-Pandemie sogar zugutekommen, falls Josie gar nicht jede Woche Schule haben sollte.

Somit müssten Sie nicht mehr jeden Tag nach Frankfurt fahren.

Das klingt zunächst einmal danach, doch bereits im Moment muss ich sie jeden Tag zum Training im Landessportbund nach Frankfurt fahren. Denn etwas gilt schon seit 50 Jahren: Talent ist, wenn die Eltern fahren.

Wie läuft das Training in Corona-Zeiten dort zurzeit ab?

Derzeit hat der Tischtennis-Sport das große Glück, dass er die riesige Halle für sich alleine hat, sodass einige wenige Tische natürlich kein Problem darstellen. Doch wenn auch wieder alle anderen Sportarten hinein wollen, wird das Training auch für den Leistungssport wieder schwieriger.

Wie sehen Sie die Situation für den Tischtennis-Sport außerhalb des Leistungssports?

Ich halte einige Diskussionen für übertrieben. Es ist ziemlich klar, dass eine Schmierinfektion nicht möglich ist, sodass viele Maßnahmen mit verschiedenen Bällen, dem Tisch etc. nicht notwendig sein dürften. Auch eine Desinfektion eines Tischtennis-Tisches lässt sich ohne bleibenden Schäden an ihm gar nicht durchführen. Das bisherige Konzept vom Deutschen Tischtennis-Bund soll ja noch einmal überarbeitet werden, denn ansonsten wäre es auch eine Katastrophe für den Breitensport. Das Training wäre hier noch nicht einmal das Problem, da im Tischtennis ohnehin immer nur einige überhaupt trainieren, sodass sich diese auch recht unproblematisch absprechen könnten. Der Punktspielbetrieb und das Nachwuchstraining würden fast völlig ausgebremst. Man braucht beispielsweise auch in der Regionalliga zumindest ein paar Zuschauer, damit die Sponsoren nicht abspringen. Für die Klassen auf Bezirks- und Kreisebene werden die Leute vor Ort ein Konzept ausarbeitet, eines der gelebten Praxis. Ansonsten kann man die Hallen schließen.

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