Sorgenvolle Miene: Trainer Ingo Freyer kassiert mit den Gießen 46ers die sechste Niederlage im sechsten Bundesliga-Spiel - und sein Team gegen den MBC erneut über 100 Punkte. F.: HF

Der nächste Nackenschlag

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(sks). Sechste Niederlage im sechsten Bundesliga-Spiel: Auch gegen mäßige Weißenfelser ist für Gießen am Dienstag nichts zu holen. Beim 93:105 (49:46) bekommen die gebeutelten 46ers besonders einen Basketballer nicht in den Griff.

Nach schwacher erster Halbzeit konnte Michal Michalak beim Mitteldeutschen BC schalten und walten, wie er wollte. Aus allen Lagen traf er seine Würfe, vor allem aus der Distanz war der Pole nicht zu bremsen (25 Punkte/5 Dreier). Auch wenn der Scharfschütze für seine Downtown-Qualitäten bekannt ist: Ganz unschuldig waren die 46ers nicht daran, dass die Gäste vor allem das dritte Viertel klar dominierten.

Immer wieder trotteten die Gießener nach missglückten Offensivaktionen in die eigene Hälfte zurück, nahmen ihre Gegenspieler so erst hinter der Mittellinie auf und ließen den MBC ins Rollen kommen. "Es ist schwer zu sagen, ob es an der Energie von den anderen liegt oder nicht", erklärte 46ers-Forward Alen Pjanic nach dem Spiel.

Ab der ersten Minute hatte der MBC, der am Wochenende den ersten Saisonsieg einfahren konnte, geführt. Fahrig und nervös wirkten die 46ers an beiden Seiten des Feldes, unglücklich bei Abschlussversuchen nach offensiven Rebounds. Am Brett hatte das Team immerhin gut gearbeitet, sich aber zu selten belohnt. Das alles konnten viele der 46ers-Fans nicht sehen, da MagentaSport wegen eines Totalausfalls das Spiel nicht wie gewohnt auf die TV-Geräte und Computer-Monitore übertragen konnte.

Im zweiten Viertel, das mit 30:20 gewonnen wurde, änderte sich das. Angeführt von Brandon Thomas, der das Credo seines Trainers beherzigte und verstärkt in die Zone penetrierte, spielten die 46ers zu diesem Zeitpunkt den besseren Basketball. Ein 12:0-Lauf brachte das 43:43 in der 17. Minute, durch gute Offensivaktionen gingen die Hessen auch hinten beherzter zur Sache. Belohnung war die 49:46-Pausenführung.

Desto verwunderlicher war das pomadige Auftreten nach dem Seitenwechsel. Michalak eröffnete die Dreier-Festspiele gleich zu Beginn und brachte seine Farben wieder in Führung. Mit einem 6:0-Lauf hielten die 46ers ein letztes Mal dagegen (57:56, 24.). Danach aber brachen alle Dämme. 37 Zähler markierte Weißenfels alleine im dritten Durchgang.

Ein Frustdunk von Pjanic, der Reste an Emotionen hineinbrachte, stoppte den Lauf der Ostdeutschen ebenso wenig wie zwei Auszeiten von Coach Ingo Freyer. Beim 66:83 vor dem Schlussabschnitt war Gießen mental bereits geschlagen. "Wir haben in der zweiten Hälfte gemerkt, dass wir sehr dünn sind auf der Bank. Bowman hat sich verletzt und konnte gar nicht mehr spielen, Alen Pjanic war auch zeitweise draußen, weil er umgeknickt war", suchte der Trainer nach Erklärungen für die schwache Eins-gegen-Eins-Verteidigung.

Dabei war es keineswegs so, als rissen die Weißenfelser basketballerische Bäume aus. Die Limitationen der Wölfe wurden im letzten Viertel deutlich. So kam es, dass die Gäste zwar nicht weiter erbarmungslos davonzogen, Gießen parallel aber auch nicht zur Aufholjagd ansetzen konnte. Nur ganz kurz sah es nach einer Trendwende aus, als Thomas vom sprichwörtlichen Parkplatz abdrückte und auf 77:85 stellte (34.). Symptomatisch für den Spielverlauf war dann, dass Michalak direkt im Gegenzug einen Dreier direkt ins Gießener Herz lötete.

Beste Werfer: Stark (22), Thomas (22), Pjanic (15), Richter (13) für Gießen - Coleman (27), Michalak (25), Hooker (14), Brodeur (10) für Weißenfels.

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