Die Verantwortlichen von Kickers Offenbach planen künftig ohne Verteidiger Francesco Lovric. FOTO: A 2/HARTENFELSER
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Die Verantwortlichen von Kickers Offenbach planen künftig ohne Verteidiger Francesco Lovric. FOTO: A 2/HARTENFELSER

Der nächste muss gehen

  • vonred Redaktion
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(cd). Die Zahlen sprechen eigentlich für ihn: Von den Spielern, die bei den Offenbacher Kickers diese Saison in der Innenverteidigung zum Einsatz kamen, absolvierte Francesco Lovric nicht nur die meisten Begegnungen in der Fußball-Regionalliga Südwest (15 an der Zahl), sondern ist mit drei Treffern auch der torgefährlichste zentrale Abwehrspieler des OFC. Dass er dennoch keinen neuen Vertrag erhält, sorgte nicht nur beim 24-Jährigen für Verwunderung, sondern auch bei vielen Kickers-Anhängern.

"Ich hatte mit der Entscheidung nicht gerechnet, sie hat mich überrascht", gibt Lovric entsprechend unumwunden zu. Geschäftsführer Thomas Sobotzik habe ihm unlängst mitgeteilt, dass der OFC auf seiner Position künftig anderweitig plane. "Ich finde das schade, aber der Verein hat so entschieden", sagt er und erläutert: "Eine ganz klare Begründung habe ich nicht bekommen." Die Sportliche Leitung wolle "etwas anderes, neues machen". Für Lovric ist das ziemlich unbefriedigend. "Ich bin enttäuscht", sagt er, betont aber zugleich, dass sein Verhältnis zum Verein darunter nicht leiden werde. "So ist Fußball. Ich bin dem Verein dankbar für die schöne Zeit."

Liebeserklärung an die Kickers

Der gebürtige Wiener Lovric, der 2019 die deutsche Staatsbürgerschaft annahm, um bei der Erfüllung der U 23-Regel zu helfen und seitdem den Spitznamen "Franz" trägt, absolvierte 58 Pflichtspiele für die Kickers. Sein Fazit ist eine Liebeserklärung: "Diese Fans, das Stadion - der OFC war mit Blick auf Umfeld und Bedingungen der beste Klub, für den ich gespielt habe. Ich wünsche den Jungs alles Gute. Dieser Verein gehört in die 3. Liga."

Von den Anhängern hat sich Lovric per Instagram bereits verabschiedet - mit Stil. "Liebe Kickers-Fans, es war mir eine Ehre", schrieb der schlaksige Verteidiger und erntete dafür etliche Hundert Likes. "Es hat mich gefreut, dass ich so viel positives Feedback erhalten habe. Ich weiß, dass ich vieles richtig gemacht habe."

Zwar sei es aufgrund der Corona-Krise schwer, einen Verein zu finden, weiß Lovric, stellt aber klar: "Ich habe eine sehr gute Hinrunde gespielt und bin daher zuversichtlich." Der Mann mit kroatischen Wurzeln sagt: "Der neue Verein muss zu mir passen. Ich bin eher ein spielerischer Typ." Also keiner, der die Bälle bloß hinten weghaut. Auch ein Wechsel innerhalb der Liga ist nicht ausgeschlossen: "Im Fußball sieht man sich immer zweimal."

Nur Maik Vetter bleibt aus Reck-Ära

Zum OFC gekommen war Lovric einst in der Winterpause der Saison 2017/18 aus seinem Geburtsland Österreich von Austria Lustenau. Damit zählt der 1,85 Meter große Defensivmann bereits zu den drei dienstältesten Spielern im Kader. Da auch Niklas Hecht-Zirpel zurück zu seinem Heimatverein FC Nöttingen, der inzwischen in der Oberliga Baden-Württemberg spielt, geht, verbleibt aus der Ära von Ex-Trainer Oliver Reck nur ein Akteur: Kapitän Maik Vetter aus Rosbach. Der muss allerdings bis auf Weiteres pausieren, nachdem er am Wochenende im Training umgeknickt ist.

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