+

Der Nachwuchs überzeugt

  • vonTanja Weber
    schließen

In Zeiten der Coronavirus- Pandemie ist alles anders - auch die hessischen Titelkämpfe in der Leichtathletik. Während die LG ovag/TSV Friedberg- Fauerbach vor allem als Gastgeber überzeugte, zeigten einige junge Sportler aus der Wetterau ihr Potenzial bei den "Großen".

Der organisatorische, coronabedingte Aufwand im Vorfeld der Hessischen Leichtathletikmeisterschaften auf dem Friedberger Burgfeld war für Ausrichter TSV Friedberg-Fauerbach enorm - hat sich am Ende aber gelohnt. Am Freitag und Samstag konnten auf der Sportanlage am Burgfeld zu diesem späten Zeitpunkt der Saison viele Meister gekürt werden. Zudem lieferten einige hochgemeldete Nachwuchskräfte persönliche Bestleistungen ab. Insgesamt zehn Medaillen blieben am Ende im Wetteraukreis.

LG ovag TSV Friedberg Fauerbach: Über 100 Meter war es ein enges Rennen um den Titel, das der Fauerbacher Lars Hieronymi knapp gegen seinen Ex-Teamkollegen Florian Daum (Frankfurt) verlor. In 10,91 Sekunden schnappte sich der LG-Athlet die Bronze- medaille. Teamkollege Janis Schmidt kam auf 11,69 Sekunden im Zwischenlauf (Saisonbestzeit), Robin Flach lief im Vorlauf ebenfalls Saisonbestzeit in 11,62, Dirk Leiacker erreichte 12,02 Sekunden. Über die doppelte Distanz sicherte sich Hieronymi die Silbermedaille: 22,04 Sekunden bedeuteten die hessische Vizemeisterschaft. David Michel ersprintete 23,47 Sekunden, Dirk Leiacker und Robin Flach liefen jeweils Saisonbestzeit in 23,75 bzw. 24,00 Sekunden.

Eine weitere Medaille gab es für die LG-ovag-Männer über die Stadionrunde: David Michel rannte auf den Bronzerang, er kam in 51,74 Sekunden ins Ziel. Ihre jeweils schnellsten Zeiten der bisherigen Saison lieferten Manuel Christof und Tim Dillemuth über 400 Meter ab: 52,22 bzw. 53,69 Sekunden. Marlon John, der eigentlich noch der Altersklasse U 18 angehört, hatte chte bereits am Freitagabend über 5000 Meter bei den Männern mitgemischt. In 17:51,57 Minuten landete er auf Rang 14. Seniorenweltmeister Gunnar Habl ging über 400 Meter Hürden an den Start, sprintete hier auf Rang sieben. Seine Zeit: 57,82 Sekunden.

Einen tollen Erfolg feierte Anna Hülsmann über 400 Meter der Frauen. Sie schnappte sich in neuer persönlicher Bestzeit von 57,77 Sekunden die Silbermedaille. Über die halbe Distanz finishte Hüls-mann in 25,97 Sekunden, wurde Fünfte. Teamkollegin Dana Prada kam hier auf Rang zwölf in 27,03 Sekunden. Die 100 Meter Hürden absolvierte Seniorenmeisterin Prada in 15,00 Sekunden - Platz fünf.

Bereits am Freitagabend waren die Stab-Artisten an der Reihe gewesen. Jasmin Stowasser überquerte im Wettkampf 3,10 Meter (Saisonbestmarke) und konnte sich über die Bronzemedaille freuen. Die hessische Jugendmeisterin Amrei-Rieke Thomas sprang gegen die "Älteren" super mit, kam über 3,00 Meter und wurde mit dieser Saisonbestmarke Vierte. Bei den Herren fehlten LG-Athlet Tom Bange am Ende zehn Zentimeter zu Bronze. Mit übersprungenen 4,50 Meter wurde er Fünfter.

Bunzendahl holt 1500-Meter-Titel

VfL Altenstadt: Nach seiner deutlichen Steigerung in diesem Jahr über 1500 Meter belohnte Marc Bunzendahl sich nun mit dem hessischen Meistertitel. Nach einem taktischen Rennen hielt er mit einem langen Schlussspurt seine Konkurrenten in Schach und siegte in 4:02,97 Minuten. Über 800 Meter erreichte Niclas Gottschalk im langsameren ersten Lauf den zweiten Platz, was in der Endabrechnung Platz neun bedeutete.

ASC Marathon Friedberg: Auf die Bahn verschlagen hat es die Triathleten Henrik Apel und Michael Victor. Apel rannte starke 15:50,67 Minuten im 5000-Meter-Lauf, Michael Victor 16:04,74. Beide landeten mit einem sechsten und achten Platz unter den Topten.

TG Melbach: Zwei Athleten gingen für den Verein aus dem Wölfersheimer Ortsteil an den Start - eine Silbermedaille brachen sie wieder nach Hause. Lena Erja Müller holte in 4:51,46 Minuten den Vizetitel über die 1500 Meter der Frauen. Sie hatte mit 37 Hundertstelsekunden hauchdünn die Nase vor Lokalkonkurrentin Johanna Ebert (TV Rendel), die auf dem Bronerang ins Ziel kam. Bei den Männer wurde Benedict Scholl zeitgleich mit Dirk Leiacker (Friedberg-Fauerbach) 31. über die 100 Meter. Er schied in 12,02 Sekunden im Vorlauf aus.

Erfahrungswerte für Sulzer und Nickel

LSC Bad Nauheim: Eigentlich stand der Straßenlauf in Rodenbach auf dem Programm, aber Corona machte den Langstreckenspezialisten einen Strich durch die Rechnung. Deshalb nahmen überraschend viele die "Hessischen" als Startmöglichkeit wahr. 16 Läuferinnen gingen über die 5000 Meter auf dem Burgfeld an den Start. Die 18-jährige Eva Sulzer hatte für die ersten 3000 Meter die avisierte Zeit gut im Griff und lief dann ihr eigenes Tempo. Als Achte fuhr sie mit 18:30,07 Minuten in neuer Bestzeit ein Topten-Ergebnis ein.

Ebenfalls hochgemeldet war Johanna Nickel im Diskuswerfen. Als jüngste Teilnehmerin des Feldes hatte sich die U 18-Athletin geringe Chancen auf die Endkampfteilnahme gemacht. Sie begann mit ordentlichen 28,14 Metern, konnte sich durch zwei ungültige Versuche in der Folge aber nicht mehr steigern. Es blieb ihr lediglich Rang zehn.

SV Fun-Ball Dortelweil: Gleich drei U 20-Starter meldete der SV Fun-Ball Dortelweil hoch: Jeder beendete seinen Wettkampf mit persönlicher Bestleistung. Vincent Velte feierte die Vizemeisterschaft im Hochsprung. Es war ein hoch spannender Wettbewerb mit drei Athleten mit gleicher übersprungener Höhe. Am Schluss hatte Velte aufgrund der geringeren Anzahl der Fehlversuch die Nase vorn und gewann mit neuer Bestleistung von 1,88 Metern die Silbermedaille. Linus Krüger verbesserte seine 100-Meter-Zeit von den hessischen U 20-Titelkämpfen zunächst auf 11,42 Sekunden, im Zwischenlauf auf 11,32 Sekunden: Platz neun in der Endabrechnung. Über die halbe Stadionrunde erreichte er in 23,10 Sekunden den sechsten Platz. Dorislav Stratulat steigerte seine 100-Meter-Bestleistung derweil auf 11,91 Sekunden.

Zwei Medaillen für den TV Rendel

TV Rendel: Für den TV Rendel gingen sechs Athleten - davon drei aus der U 18 und U 20 - in Friedberg an den Start. Zwei Topdrei-Platzierugen sprangen heraus. Am Freitagabend feierte Espen Wick nach zwei Jahren sein "Comeback" über die 110-Meter-Hürden. Genauso spontan wie seine Entscheidung anzutreten, gewann er unerwartet die Bronzemedaille in 16,26 Sekunden. Am gleichen Abend verbesserte Louis Hudy seine persönliche Bestleistung in einem stark besetzten 5000-Meter-Rennen um über eine Minute auf 17:25,66 Minuten. Mit dieser Leistung belegte er Platz zwölf.

Am Samstagmorgen wagte dann U 18-Lauftalent Johanna Ebert ihr Debüt über die 1500-Meter-Distanz. In 4:51,83 Minuten gewann die 15-Jährige als jüngste Teilnehmerin der Frauenkonkurrenz nicht nur Bronze, sondern hakte mit dieser Zeit gleich noch die Qualifikationsnorm für die Deutschen Jugendmeisterschaften im kommenden Jahr ab.

Die 18-jährige Lisanne Heinze reiste mit dem Ziel, ihre kürzlich aufgestellte persönliche Bestleistung erneut zu verbessern, zum Weitsprung an. Nach zwei ungültige Versuchen bewies sie Nervenstärke und setzte 4,59 Meter in die Grube. Diese Weite reichte aus, um in den Endkampf zu gelangen. Fazit: achter Platz. Florian Kanert, ebenfalls U 20-Athlet, sprang mit 1,70 Metern im Hochsprung auf den sechsten Platz. Annabelle Bär absolvierte über die 200-Meter-Sprintstrecke ihren ersten "Bahnwettkampf" im TVR-Trikot. In 27,47 Sekunden sprintete sie auf Platz 16.

Andere Vereine: Zwei Butzbacher mischten im 5000-Meter-Lauf der Herren ganz vorne mit: Simon Huckestein startete am Freitagabend außer Konkurrenz für die SG Wenden. Der "Gaststarter" rannte schnelle 14:44 Minuten und wurde damit Zweiter. Dominik Müller (SSC Hanau-Rodenbach) war der zweitschnellste Hesse. Sein Ergebnis: 15:00,23 Minuten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare