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Nach Vier-Tore-Rückstand ins Halbfinale eingezogen

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(mn) In Assenheim hatte am Samstagabend das zweite Drittel begonnen. Die Rhein-Main Patriots lagen mit 0:4 hinten - irgendwie aussichts- weil bis dahin auch so chancenlos wie schon sehr lange nicht mehr in eigener Halle.

Lüdenscheid, der Tabellenführer der Skaterhockey-Bundesliga Nord, war drauf und dran, dem gastgebenden Rang-Vierten der Süd-Gruppe im ISHD-Pokal-Viertelfinale eine Lehrstunde zu erteilen

. Mit dem Vorsprung wuchs allerdings auch die Arroganz im Spiel der Gäste. Dies, so erklärte Patric Pfannmüller später, sei respektlos und der Schlüssel zur Wende gewesen. »So kann man mit uns nicht umgehen.« Mit vier Treffern binnen fünf Minuten - das letzte Tor fiel mit der Sirene zur zweiten Pause - gelang den Niddatalern der nicht für möglich gehaltene 5:5-Ausgleich. Und eine halbe Stunde später konnte mit rund 130 Zuschauern ein 7:6-Erfolg und der erstmalige Einzug in die Pokal-Runde der letzten Vier gefeiert werden. Nach Augsburg und Menden hatten die Patriots mit Lüdenscheid den dritten Bundesligisten ausgeschaltet.

»Wir hoffen jetzt natürlich auf ein erneutes Heimspiel«, sagt Pfannmüller, der selbst zwei Treffer zu diesem Erfolg hatte beisteuern können, angesichts der ungeheueren Stärke in eigener Halle.

Seit dem Wechsel vom Inline- zum Skaterhockey (mit Saisonbeginn 2009) haben die Niddataler erst zwei Pflichtspiele zuhause verloren, mussten sich nur einmal - im Pokal-Viertelfinale 2009 gegen Augsburg - nach regulärer Spielzeit geschlagen geben.

Im ersten Abschnitt hatten die Hausherren, die mit Ingo Schwarz, Marius Pöpel, Christian Trautmann und Tim May zentrale Akteure zu ersetzen hatten, überhaupt keinen Zugriff auf die Partie. Lüdenscheid mit dem herausragenden Individualisten Jiri Svejda (im Winter Top-Scorer beim Eishockey-Oberligisten Hamm) übernahm in der dritten Minute die Führung, baute diese aus (15.) und schockte obendrein mit einem Powerplay-Treffer zum 3:0 nur Sekunden vor der ersten Drittelpause. Assenheim war in der Offensive unerwartet harmlos, konnte einzig während einer Überzahl Druck erzeugen.

Mit dem vierten Gegentreffer (21.) schienen die Highländer den Gastgeber zu demoralisieren, wirkten selbstbewusst und clever - aber auch überheblich. Wie aus dem Nichts erzielte Kapitän Marcel Patejdl den Anschluss, doch verpasste Assenheim im folgenden Powerplay die Möglichkeit nachzulegen. Der zweite Patejdl-Treffer (35.) zog einen fünfminütigen Blackout der Highländer nach sich. In Unterzahl verkürzte Jan-Niklas Pietsch auf 3:4, doch selbst der fünfte Gegentreffer konnte Assenheim nicht aus dem Torrausch bringen. Patric Pfannmüller erzielte zwei Treffer zum 5:5 (38./40.).

Im Schlussdrittel avancierte Torjäger Hannes Ressel zum Matchwinner. In der 42. Minute brachte der Nationalspieler sein Team erstmals in Führung. Danach mussten die heimischen Anhänger die Luft anhalten. Pierre Wex hockte nach einem Foul mit hohem Stock fünf Minuten auf der Strafbank, mehr als der Ausgleich wollte den zunehmend verunsicherten Gästen aber nicht mehr gelingen. Wiederum Ressel brachte Assenheim (im Powerplay/51.) mit 7:6 in Führung.

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