Friedberg vs. Bad Vilbel

Nach dem Hessenliga-Derby: Viel Luft nach oben bei Türk Gücü Friedberg

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Hinten mit Problemen in der Zuordnung, vorne noch ohne die nötige Durchschlagskraft. Der Hessenliga-Start kam für Türk Gücü Friedberg zu früh. Eine Analyse der 0:3-Derby-Niederlage gegen Bad Vilbel.

Gökhan Satir zuckte mit den Schultern. "Was soll ich sagen? Vielleicht hätten wir anfangs ein wenig Glück gebraucht, um in Führung zu gehen. Nach den Gegentoren haben wir keine Mittel gefunden. Das braucht ein wenig Zeit", meint der Sportliche Leiter von Türk Gücü Friedberg nach der 0:3-Niederlage zum Hessenligaauftakt im Derby gegen den FV Bad Vilbel. Abdussamed Gürsoy, der in Eins-gegen-eins-Situationen immer mal verblüffen und auch die beste Torchance der Gastgeber vorbereiten konnte, hörte sich ähnlich an. "Wir sind noch nicht eingespielt. Das hat man im Vergleich mit Bad Vilbel deutlich gesehen. Ich denke, in einigen Wochen sieht das anders aus." Eine gute Stunde war vor 600 Zuschauern auf dem Kunstrasen in Ober-Rosbach gespielt, als angesichts eines Zwei-Tore-Rückstands bei den Türken im Wetterau-Derby merklich die Luft raus war und die Kreativität fehlte.

Der Ideengeber hockte neben der Mannschaftsbank: Florian Decise. "Da ist noch viel Luft nach oben", meinte der langjährige Karbener. "Die Gegentore waren Geschenke." Bad Vilbels Alexander Bauscher hatte bei seinem Schuss nach zu kurz abgewehrter Standardsituation gänzlich frei gestanden und Ugur Aslan war beim Kopfball nach einer Ecke nicht energisch gestört worden. Etwas ungeschickt stieg zudem Luca Grölz im Straufraum ein und verursachte einen Strafstoß - das war’s: 0:3. Auch der Platzverweis gegen Gäste-Verteidiger Dominik Emmel konnte die Partie zehn Minuten vor dem Ende nicht mehr beleben.

Hessenliga-Derby: Türk Gücü Friedberg vermisste Decise und Bahssou

"Für uns ist es wichtig, in der Liga anzukommen. Das ist uns heute nicht gelungen. Meine Mannschaft war nicht in der Lage, dem Spiel einen Stempel aufzudrücken", resümierte Mustafa Fil, der Coach. Fünf Neuzugänge – unter anderem die komplette Abwehrkette – hatte er aufgeboten und Jonny Tesfaldet nach nur wenigen Trainingseinheiten als eine erfahrene Stütze für die Start-Elf nominiert. Nach 90 Minuten bemängelte Fil die Präsenz seiner Mannschaft, spielerisch und in den Zweikämpfen.

Das Fehlen von Decise und Top-Neuzugang Younes Bahssou wollte er als Entschuldigung nicht nennen. "Klar. Das ist schon eine Achse, die uns da fehlt. Aber jeder, der heute auf dem Platz stand, hat den Anspruch, Hessenliga zu spielen. Da habe ich mehr erwartet." Wie lange Decise aufgrund seiner Knieprobleme aus der Vorsaison noch ausfällt, soll sich diese Woche entscheiden. Torjäger Bahssou wird am Sonntag, im Heimspiel gegen die Spvgg. Neu-Isenburg, nach seiner Sperre aus der Vorsaison wieder zur Verfügung stehen.

Hessenliga-Derby: FV Bad Vilbel bereits am Freitag wieder gefordert

Nach drei Niederlagen in den Vorjahres-Duellen (zweimal in der Meisterschaftsrunde, dazu im Kreispokal-Finale) ist der FV Bad Vilbel diesmal als Sieger vom Platz gegangen; hatte den besseren Gesamteindruck hinterlassen, agierte flüssiger und konsequenter. Über die Außenpositionen konnten die Brunnenstädter die Defensive immer wieder knacken.

Amir Mustafic hatte zunächst einmal überrascht. Im Tor erhielt Sadra Sememy (im Vorjahr in der eigenen Kreisoberliga-Mannschaft) den Vorzug vor Patrick Rühl, und im Mittelfeld dirigierte Tim Tilger (aus Usingen gekommen) anstelle von Nuh Uslu. "Bei mir zählt die Trainingsleistung. Sememy hat da einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Und Tilger hat sich als echte Bereicherung dargestellt", sagt der Coach der Brunnenstädter. Seine Mannschaft spielt bereits am Freitag wieder, beim KSV Baunatal.

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