Vorzeitiger Abgang: Torsten Hertz ist nicht länger Trainer des Gruppenliga-Aufsteigers FSG Burg-Gräfenrode.
+
Vorzeitiger Abgang: Torsten Hertz ist nicht länger Trainer des Gruppenliga-Aufsteigers FSG Burg-Gräfenrode.

Gruppenliga Frankfurt-West

Nach Fehlstart: FSG Burg-Gräfenrode trennt sich von Trainer - Klubführung hofft auf Kehrtwende

  • Uwe Born
    vonUwe Born
    schließen

Die FSG Burg-Gräfenrode zieht nach dem Fehlstart in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt-West die Reißleine: Trainer Torsten Hertz muss gehen. Die Führung des Aufsteigers bleibt optimistisch.

Aus Wetterauer Sicht bietet die Gruppenliga Frankfurt-West, in der der Fußballkreis Friedberg mit acht Vertretern die größte Fraktion stellt, nach neun absolvierten Spieltagen ein höchst unterschiedliches Bild: Man stellt den aktuellen Liga-Leader (SC Dortelweil), hat mit dem Türkischen SV Bad Nauheim in der Spitzengruppe ein zweites "heißes Eisen" im Feuer und verfügt mit dem SKV Beienheim über einen weiteren Klub, der an guten Tagen jedem Rivalen eins auswischen kann. Die Kehrseite der Medaille: Die übrigen fünf Mannschaften, zu denen der FC Olympia Fauerbach aber nur bedingt zählt (Rang 14/9 Punkte), stehen schon jetzt mit dem Rücken zur Wand und kämpfen angesichts von sehr wahrscheinlich sechs Absteigern ausschließlich um den Klassenerhalt.

Auch die nach drei Aufstiegen in Serie erstmals in der Vereinsgeschichte Gruppenliga-Status genießende FSG Burg-Gräfenrode, mit lediglich drei Zählern auf dem Punktekonto aktuelles Schlusslicht im Gesamtklassement, gehört neben den ebenso schlecht gestarteten Teams des SV Gronau (19./3) und des SV Steinfurth (18./3 - zwei Spiele weniger) sowie dem FC Karben (17./7) diesem Quintett an. Anfang dieser Woche zog man beim Aufsteiger die Notbremse und trennte sich von Trainer Torsten Hertz, der auf dem FSG-Sportgelände im zweiten Jahr Regie geführt hatte.

FSG Burg-Gräfenrode: Interimslösung soll erste Mannschaft betreuen

Die Lage in "Roggau":Von Krisenstimmung wollen sie im Karbener Stadtteil, wo in Sachen Teamcoaching ab sofort Florian Fünffinger (Klub-Chef), Sebastian Göktas (Spieler) und Daniel Opravil (Trainer der zweiten Mannschaft) das Kommando übernommen haben, trotz der Niederlagen gegen Karben (0:5), Dortelweil (0:4), Vatanspor Bad Homburg (1:3), Westend Frankfurt (1:4), den FSV Friedrichsdorf (0:3), Niederrad (0:3), die DJK Bad Homburg (1:5) und am vergangenen Sonntag in Königstein (0:2) dennoch nichts wissen. Natürlich sei, so Fünffinger, die Situation prekär, "aber es bleibt genügend Zeit, das Blatt noch zu wenden". Genauso richtig sei, dass man sich aus den ersten neun Pflichtspielen mehr Zählbares versprochen habe: "Beim 1:0-Erfolg über den Wetterau-Rivalen FC Olympia Fauerbach hat die Mannschaft 90 Minuten lang alles in die Waagschale geworfen. Das habe ich in anderen Duellen phasenweise vermisst." Für den 38-jährigen Vereinsvorsitzenden ganz entscheidend: "Nächsten Sonntag erwarten wir die FG Seckbach. Eine Partie, in der wir Außenseiter sind. Danach geht’s allerdings zu den Tabellennachbarn SV Steinfurth und SV Gronau. In diesen Partien müssen wir punkten, sonst sieht es wirklich trübe aus."

Wo klemmt’s?"Eigentlich in allen Bereichen", sagt Fünffinger. Die Mannschaft habe sich bislang noch nicht als echte Einheit präsentiert: "Ich dachte, diesen Prozess könnten wir schneller abschließen. Das war wohl ein Irrtum, den Trainer und Spieler gleichermaßen zu verantworten haben." Alle Beteiligten müssten in Zukunft eine Schippe drauflegen: "Keine einfache Aufgabe, zumal es drei Jahre lang für den Verein nur nach oben ging und die Planungen ursprünglich auf ein Dasein in der Kreisoberliga ausgelegt waren", erklärt Fünffinger. Der frühe, durch die Corona-Krise erzeugte Saisonabbruch und die damit verbundene Quotienten-Regel mit der FSG Burg-Gräfenrode als fast unfreiwilligen Nutznießer kamen allerdings dazwischen. "Gruppenliga anstatt Fußball auf Kreisebene - zwischen beiden Klassen liegen meines Erachtens Welten", sagt Fünffinger, "aber wir wollten uns dieser schwierigen Aufgabe unbedingt stellen."

FSG Burg-Gräfenrode: Klub-Boss Fünffinger fordert mehr Mut auf dem Platz

Perspektiven:Die FSG Burg-Gräfenrode hat ein Problem in der Offensive, denn eigene Treffer kann man an einer Hand abzählen: Jeweils ein Tor gegen Fauerbach (Markus Vancura), Vatanspor Bad Homburg und gegen die DJK Bad Homburg (beide Georg Agi) sowie gegen Westend Frankfurt (Tim Hohn) - mehr war es bislang nicht. Die vorwiegend defensiv ausgerichtete Marschroute brachte in fast allen Fällen nichts ein: Hinten schepperte es trotzdem, im Spielaufbau fehlte es an Ideen und vorne hingen die Stürmer in der Luft. "Mehr Mut zum Risiko", hält Fünffinger für dringend geboten, um eventuell doch noch die Kurve zu kriegen.

Gefordert seien insbesondere Führungsspieler wie Joshua Nuber und Tim Knappmann in der Abwehr, Niklas Arheidt, der derzeit noch verletzte Sebastian Göktas (Kreuzbandriss - frühestens zum Jahresende wieder einsatzbereit) im Mittelfeld sowie Markus Vancura im Angriff: "Grundsätzlich haben alle Spieler mehr drauf, als sie bislang gezeigt haben. Das ist meine feste Überzeugung und lässt hoffen", sieht der FSG-Vereinsboss durchaus noch Chancen, in der Endabrechnung auf der sicheren Seite zu stehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare