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Dylan Wruck

Eishockey

Nach der Wruck-Verpflichtung: Wie die Löwen Frankfurt planen

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(mka). Die ersten Frankfurter Löwen tummeln sich schon wieder auf dem Eis, das gab es so auch noch nicht. In der Darmstädter Nachbarschaft aber ist der passende Untergrund anders als daheim am Ratsweg bereits bereitet, und so feilen seit einigen Tagen dort unter Anleitung von Assistenztrainer Jan Barta und Goalie-Coach Valtteri Salo ein rundes Dutzend Feldspieler und zwei Torhüter an grundlegenden Fähigkeiten und gewissen Feinheiten.

Während die Verantwortlichen des ambitionierten Eishockey-Zweitligisten hinter den Kulissen daran arbeiten, die letzten freien Planstellen zu besetzen. So viele sind das gar nicht mehr, zumal nach der Vollzugsmeldung vom Dienstagnachmittag, die von einem echten Coup kündet: Von den Heilbronner Falken haben die Löwen mit dem Deutsch-Kanadier Dylan Wruck den besten Scorer der zurückliegenden beiden DEL-2-Hauptrunden nach Frankfurt gelotst.

»Das ist schon ein Ausrufezeichen«, sagt Sportdirektor Franz-David Fritzmeier. Und bei allen Unwägbarkeiten in pandemischen Zeiten auch ein Signal, dass die Löwen doch entschlossener den Aufstieg anpeilen, als es in eher vorsichtigen Ausblicken nach der sportlich und wirtschaftlich schwierigen vergangenen Corona-Saison erst einmal durchgeklungen war. Alles im vorgegebenen finanziellen Rahmen, nur eben etwas umgeschichtet. Dass man den Kader diesmal kleiner hält als zuletzt, aber stärker in die Spitze investiert, hatte Fritzmeier unlängst schon durchblicken lassen.

Wie im Wechselfall Wruck. »Wir haben uns mit ihm und Heilbronn ausgetauscht, ob es eine Möglichkeit gibt, und dann haben wir zugeschlagen«, berichtet der Sportdirekor und betont: »Für uns war es wichtig, so einen Scorer zu bekommen. Dylan wird mit seinem starken Scoring-Touch und seiner hohen Qualität im Powerplay ein wichtiger Faktor für den Erfolg unserer Mannschaft sein.« 88 und 78 Scorerpunkte für 24 und 23 Tore sowie 64 und 55 Vorlagen sammelte Wruck in zwei Heilbronner Jahren, in der zweiten Klasse ragt der 28-jährige Stürmer damit heraus, auch mit eher schmächtigen 1,75 Metern.

Von dem Wruck-Deal hingen im übrigen auch die beiden vorerst letzten Personalien ab. Mit der Verpflichtung eines zweiten ausländischen Stürmers nach dem Kanadier Matt Carey hat Fritzmeier bewusst gewartet, für die richtige Mischung in einer möglichen ersten Reihe. »Wruck ist ein Spielmacher. Wir suchen dazu noch einen Spielertyp, der bestmöglich etwas kerniger, aber auch spielerisch gut ist«, sagt der Löwen-Manager. Ein, zwei Wochen dürfte das indes noch dauern.

Weiter sind die Löwen in der Torwartfrage, auch dank der Nachrichten vom Dienstag. Gerne hätte man einen Goalie mit deutschem Pass und Erfahrung verpflichtet. Um Tomas Pöpperle buhlten die Frankfurter vergeblich, er entschied sich für ein DEL-Angebot, sonst bot der Markt nicht viel. Wer aber einen deutschen Stürmer mit Wruck-Werten bekommt, kann es verschmerzen, nicht wie geplant einen dritten ausländischen Angreifer zu holen, sondern die letzte Import-Lizenz zwischen den Pfosten zu vergeben. Ein geeigneter Kandidat ist gefunden. »Wir sind in guten Gesprächen«, sagt Fritzmeier.

Mit diesen beiden Unterschriften wäre der Kader komplett, fürs Erste zumindest. Drei Torhüter, sieben Verteidiger, zwölf Stürmer, elf alte Löwen, elf neue. Und vielleicht stößt ja später noch der eine oder andere U-24-Spieler dazu, der in der früher startenden DEL noch nicht recht zum Zug kommt. Junge Verstärkung für die Vorbereitungswochen kommt in jedem Fall vom Kooperationspartner Krefelder EV: Einige Talente aus der Oberliga werden mittrainieren, ab Mitte August, wenn es richtig losgeht.

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