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MSG Florstadt/Gettenau macht »zu viele technische Fehler«

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Von: Harold Sekatsch

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Mit Haken und Ösen kämpfen Yannic Wenisch (MSG Florstadt/Gettenau) und Nikolas Adamczyk (r., HSG Linden) um den Ball. © Andreas Chuc

Während die MSG Florstadt/Gettenau in der Bezirksoberliga patzte, gehören die TG Friedberg und die HSG Mörlen nach drei Spieltagen zum Top-Quartett.

(se). Da sind es nur noch vier Mannschaften, die in der Handball-Bezirksoberliga Gießen ohne Verlustpunkt sind und nunmehr jeweils 6:0 Zähler aufweisen. Dazu gehören Landesliga-Absteiger TG Friedberg, der gegen die HSG Wettenberg II knapp mit 26:25 gewann, sowie die HSG Mörlen nach dem 32:31-Erfolg bei der HSG Lollar/Ruttershausen. Die MSG Florstadt/Gettenau musste in Echzell eine 27:34-Niederlage gegen die HSG Linden quittieren. Damit gehören die Lindener ebenfalls zum Top-Quartett. Die HSG Wettertal war derweil spielfrei.

MSG Florstadt/Gettenau - HSG Linden 27:34 (10:13): Knapp 40 Minuten lang boten die Hausherren den Lindenern Paroli. Nach wechselndem Verlauf im ersten Durchgang lagen die Gäste beim Seitenwechsel mit drei Treffern vorn, mussten die MSG bis zur 38. Minute aber auf 17:18 herankommen lassen. Doch dann zogen die Lindener noch einmal an und bauten die Führung bis zur 45. Minute auf 23:19 aus. Nach eigenem 23:20-Vorteil (46.) zog Linden innerhalb von drei Minuten auf 27:20 davon und hatte damit die Entscheidung herbeigeführt. In der verbleibenden Zeit wahrten die Gäste ihren Vorsprung und kamen so zu einem ungefährdeten Erfolg. »Leider haben wir zu viele technische Fehler gemacht«, räumte hinterher MSG-Trainer Thorsten Dietzel ein, »daher war es ein verdienter Sieg für Linden«. 40 starke Minuten von der MSG Florstadt/Gettenau waren einfach zu wenig. »Ein unerwartet hoher Sieg«, stellte Lindens Coach Conrad Melle fest. In dieser Partie waren die Lindener wieder auf personelle Unterstützung der eigenen »Zweiten« angewiesen und konnten den Sportlichen Leiter Jan Nober reaktivieren. »Im Angriff haben wir nicht flüssig gespielt, dafür stand unserer Abwehr ganz gut«, bewertete Melle den Auftritt seiner Schützlinge vor der Pause, »Für die zweite Hälfte muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen«, freute sich der Lindener Coach über die Leistung seiner Mannschaft nach der Pause.

Torschützen, Florstadt/Gettenau: Greife (4/2), Schildger, Potschka (je 4), Baumgartl, Wenisch, Grosso, Jankowetz (je 4), Briesen (2), Schwab (1).

TG Friedberg - HSG Wettenberg II 26:25 (14:10): Friedberg erwischte den besserem Start und lag nach zehn Minuten mit 5:1 vorn. Danach kamen die Gäste zwar etwas besser auf, verstanden es aber vor der Pause nicht, den Rückstand nennenswert zu verringern. Das sollte sich aber nach Wiederbeginn ändern. Die Wettenberger holten Tor um Tor auf und lagen nach 43 Minuten nur noch knapp im Hintertreffen (19:18 für die TG). Sieben Minuten vor dem Ende kam Wettenberg II durch Valentin Quurck sogar zum Ausgleich (24:24), doch Fabian Wolf und George Alexandru Cadar brachten die Friedberger mit zwei Toren in Front. Quurck sorgte zwar noch für den Wettenberger 25:26-Anschluss, aber ein weiterer Treffer blieb dem Gast versagt. »Beide Abwehrreihen waren unfassbar stark«, berichtete Friedbergs Trainer Michael Razen, für den die Wettenberger der erwartet »sehr, sehr schwere Gegner« waren. In der Phase, in der die Partie zugunsten der Gäste zu kippen drohte, »hielten meine Jungs richtig dagegen«. Dieses Spiel zu gewinnen, »war eine Willensleistung«, lobte Razen seine Schützlinge. Auch Wettenbergs Trainer Dragan Nenad, der wegen Personalmangels erneut selbst mitwirken musste, fand lobende Worte für seine Mitspieler. »Ich bin stolz auf meine Mannschaft«, gab er zu Protokoll. »Sie hat bis zur letzten Sekunde gekämpft.« Allerdings seien seinem Team in Friedberg zu viele technische Fehler unterlaufen, sodass die HSG-»Zweite« leer ausging.

Torschützen, Friedberg: Cadar (6/1), Lasse Milius (5), Wolf (4/1), Sattler (4), Seibert (3), Engel (2), Philipp Weide, Jonscher (je 1).

HSG Lollar/Ruttershausen - HSG Mörlen 31:32 (18:17): Trotz der Niederlage war Martin Sänger begeistert: »Es war ein richtig tolles Spiel, mit allem, was der Handball zu bieten hat«, berichtete er. »Viele Tore, schnelles Spiel, Kampf bis zur letzten Sekunde, mit dem glücklichen Ausgang für Mörlen.« Trotz der Niederlage zollte der »Co« und Betreuer der Lollar den eigenen Spielern ein dickes Lob: »Riesenrespekt an die Mannschaft, die nie aufgegeben hat.« In der Schlussphase kassierten die Lollarer zwei Rote Karten, wobei die Hinausstellung von Marlon Los Santos mit der dritten Zeitstrafe die Gastgeber sicherlich geschwächt hat. Kevin Dannwolf, Trainer der HSG Mörlen, war natürlich glücklich über den Sieg. »Wir wollten Lollar solange wie möglich ärgern«, hatte er als Marschroute ausgegeben.

Und so entwickelte sich eine Partie, in der zwei gleichwertige Mannschaften aufeinandertrafen. Das Spiel war spannend bis zu letzten Sekunde und in jeder Beziehung ausgeglichen. Hatte sich ein Team einmal abgesetzt (z.B. Mörlen nach 20 Minuten zur 13:10-Führung), dann konnte es sich nicht lange des Vorsprungs erfreuen. Drei Minuten vor dem Ende brachte Christian Weidner Lollar mit 30:29 in Führung. Gästespieler Daniel Frosch glich eine Minute später aus, sein Teamkollege Sebastian Alt sorgte 80 Sekunden vor dem Ende für das Mörler 31:30, sechs Sekunden vor Schluss sorgte Lollars Oliver Matanovity für dem 31:31-Gleichstand, ehe praktisch mit der Schlusssirene Mörlens Mika Berger zum 32:31 traf und seiner HSG Mörlen den dritten Saisonsieg bescherte. Bei alle Freude über den Sieg räumte Dannwolf ein: »Es war ein glücklicher Sieg. Das Spiel hätte auch anders ausgehen können.«

Torschützen, Mörlen: Frosch (8/2), Alt (7), Berger (6), Wulf (4), Bernhard Dietz (3), Berlich, Otto (je 2).

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Fabian Grosso (Florstadt/Gettenau) trifft gegen den Lindener Torwart Aristotelis Moutopoulos. © Andreas Chuc

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