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HSG Mörlen sucht Trainer und bangt um Halle

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Sportlich im Soll, Problemzonen gibt es aber trotzdem: Die Spieler der HSG Mörlen mit Trainer Gunnar Ruddat (im langärmigen Shirt), der in seine letzten vier Monate im Bad Nauheimer Stadtteil geht. 	(Foto: Nici Merz)
Sportlich im Soll, Problemzonen gibt es aber trotzdem: Die Spieler der HSG Mörlen mit Trainer Gunnar Ruddat (im langärmigen Shirt), der in seine letzten vier Monate im Bad Nauheimer Stadtteil geht. (Foto: Nici Merz) © Nicole Merz

Die Bezirksoberliga der Männer besitzt bei Handballern der Region einen hohen Stellen wert. Nimmt man zu den fünf heimischen Vertretern noch die im Nordosten des Wetteraukreises beheimatete HSG Gedern/Nidda dazu, kommen von den 13 Vereinen der Liga nahezu die Hälfte aus dem Wetter-aukreis.

Aus sportlicher Sicht ist die BOL das Minimalziel eines ambitionierten Vereins. Insbesondere, wenn man sich eine qualitativ hochwertige Jugendarbeit auf die Fahne geschrieben hat. Sie gilt zudem als erste Stufe auf dem Weg zu höheren sportlichen Weihen. Neben dem Meistertitel ist auch der zweite Platz heiß begehrt, verspricht er doch die Teilnahme an Entscheidungsspielen gegen den Zweiten des Bezirks Frankfurt/Wiesbaden. Landesliga-Absteiger TSV Griedel mischt kräftig im Kampf um die Spitzenplätze mit. Gute Mittelplätze belegen die MSG Florstadt/Gettenau, die HSG Mörlen und die HSG Münzenberg/Gambach. Um vorne noch einmal angreifen zu können, wird allerdings eine Siegesserie benötigt. Nach hinten sollte nichts mehr anbrennen. Mittendrin im Abstiegskampf befindet sich wie bereits in der Vorsaison der WSV Oppershofen, der mit einem Punkt Vorsprung auf dem vorletzten Tabellenplatz steht.

TSV Griedel (2./18:6 Punkte): Beim TSV ist man bester Stimmung. Ein Zusammenhang mit der derzeitigen Platzierung wird zwar nicht verleugnet. Dass es zur positiven Stimmungslage aber nicht unbedingt Spitzenplätze braucht, wird ebenfalls betont. Mannschaftskapitän Timm Weiß erläutert: »Unsere junge Mannschaft stammt vorwiegend aus dem eigenen Nachwuchs. Da ergibt sich die Freude über das Zusammenspiel mit Kameraden, die man von Kindheit an kennt, automatisch.« Dass die Mannschaft um den Aufstieg mitspielt, überrascht ihn schon. »Bei den Niederlagen in Dilltal, Mörlen und bei Gedern/Nidda, aber auch bei knappen Erfolgen war zu sehen, dass es uns an Konstanz fehlt, um unsere spielerischen Möglichkeiten dauerhaft aufs Parkett zu bringen«, erklärt Weiß. Luft nach oben sieht er noch im Zusammenspiel, das sich automatisch verbessern wird, wenn jeder Einzelne aus seinen vorhandenen Qualitäten noch mehr herausholen kann. Das erste Rückrundenspiel, bei dem der Tabellennachbar aus Lumdatal zu Gast in Butzbach ist, gilt als Gradmesser für den weiteren Weg. »Als Spieler will ich jedes Spiel gewinnen.

Aber in der Rückrunde warten schwere Auswärtsspiele auf uns.« Mittelfristig muss die Rückkehr in die Landesliga das Ziel sein. Es ist also nicht zu befürchten, dass Weltuntergangstimmung herrscht, falls der Aufstieg nicht gelingt. Mitnehmen würde man ihn aber gerne, das macht auch Timm Weiß deutlich.

Lehr beflügelt die neue MSG

MSG Florstadt/Gettenau (5./14:10 Punkte): Keinerlei Geburtswehen zeigt die neu gegründete MSG Florstadt/Gettenau. Den Wechsel auf der Trainerbank von Sven Tauber zu Zoran Miljkovic hat die Mannschaft gut verkraftet, ebenso wie die Integration der Gettenauer Spieler in das Florstädter Gefüge. Ein guter Rundenauftakt mit 12:2 Punkten aus den ersten sieben Spielen hat die MSG nach oben gespült. Obwohl es in den vergangenen Spielen nicht mehr ganz so rund lief und nur noch 2:8 Punkte zu Buche standen, darf man in Florstadt mit dem Erreichten zufrieden sein. Drei der insgesamt fünf Niederlagen fielen denkbar knapp aus und zeigen auf, dass man in jedem Spiel seine Siegchance hat. Die MSG befindet sich in einer Tabellenregion, die der Mannschaft so eigentlich nicht zugetraut war.

Hervorstechend ist eine sehr gute Abwehr, die von Trainer Miljkovic variabel eingestellt wird. Daneben besitzt man mit Kim Lehr einen Spielmacher der gehobenen Klasse. Die Mannschaft scheint zumindest reif dafür, ihren Platz unter den ersten fünf auch in der Rückrunde erfolgreich verteidigen zu können. »Wir sind auf dem richtigen Weg, das Potenzial ist da und mit der derzeitigen Platzierung können wir gut leben«, erklären Jürgen Wagner, der Chef der MSG, und Trainer Miljkovic übereinstimmend. In der Rückrunde möchte der MSG-Trainer besonders die jungen Spieler weiter fördern, um sie zu Leistungsträgern aufzubauen.

HSG Mörlen (7./13:11 Punkte): Mörlen spielte eine gute Vorrunde und steht mit einem positiven Punktekonto da. Damit liegt man punktgenau im Rahmen der eigenen Erwartungen und Vorgaben. Dass es im Umfeld aufgrund der letztjährigen überragenden Platzierung vielleicht andere Vorstellungen gab, stört wenig. Eventuell könnten die Niederlagen gegen Dilltal, Florstadt/Gettenau und Vollnkirchen den Gesamteindruck etwas trüben. Das relativiert sich jedoch.

Die Genannten haben in diesem Jahr einen Qualitätssprung nach oben gemacht und belegen Plätze in oberen Tabellenregionen. Was Mörlen zu leisten vermag, zeigen die Spiele gegen die Top-Teams Griedel, Wettenberg und Lumdatal. »Hier hat mich die Mannschaft voll überzeugt und tollen Handball gespielt«, macht der HSG-Vorsitzende Bläsche klar. »Wenn wir die Punktausbeute der ersten Halbserie wiederholen können, wäre das schon toll«, ergänzt er. Sorgenfalten gibt es in Mörlen lediglich über die Tatsache, dass Trainer Gunnar Ruddat zum Rundenende aufhören wird. »Ich bin optimistisch, noch vor Beginn des ersten Rückrundenspiels am 23. Januar seinen Nachfolger präsentieren zu können«, lässt Bläsche verlauten. Ernsthafte Probleme wird es allerdings geben, wenn die Frauenwaldhalle aufgrund der Flüchtlingsproblematik nicht mehr zur Verfügung stehen sollte. »Wenn dieses Szenario eintritt, wird die Zukunft des Handballsports in Bad Nauheim infrage gestellt. Rund 300 Handballer sind dann ohne Heimat. Besonders im Jugendbereich werden wir Spieler verlieren.

Es werden finanzielle Probleme auf uns zukommen. Wichtig auch, der Wegfall sozialer Komponenten. Gerade hier besitzt die HSG innerhalb unserer Kommunen großen Stellenwert. Wir stellen eine Identifikationsgröße dar«, wird vom Vorstand aufgelistet.

HSG Münzenberg/Gamb. (8./13:11 Punkte): Die HSG macht es gerne spannend. Nicht weniger als sieben Spiele gingen mit zwei oder weniger Toren Unterschied über die Bühne. Das Problem ist die mangelnde Kons-tanz. Bisher gelang es nicht, zweimal in Serie zu gewinnen. Daraus ergibt sich die momentane Platzierung. Mit der ist man unter der Burg zwar zufrieden, weiß aber auch, dass die Mannschaft Potenzial für höhere Ränge besitzt. Als gelungen betrachtet man die Integration der Zugänge, die als Verstärkungen angesehen werden. Besonders der junge Philipp Becker im Tor erweist sich als Gewinn für die HSG. Die Mannschaft ist in der Breite gut aufgestellt und besitzt eine gute Mischung aus Jung und Alt. »In der Rückrunde wird unser Ziel sein, mehr Konstanz in die Leistungen der Spieler und der Mannschaft als Gesamtes zu bringen«, erläutert Trainer Claus Well.

»Nicht nur die Mannschaft, auch die einzelnen Spieler unterliegen noch zu großen Schwankungen«, führt er weiter aus. Ein Grund dafür ist sicherlich die Tatsache, dass aufgrund beruflicher Termine für etliche Spieler kein geregeltes Training möglich ist. »Die jungen Spieler müssen lernen, ihre Rollen konstanter auszufüllen und die Älteren ihre bisherigen neu justieren«, erklärt der HSG-Trainer. Aufgrund der bisher gezeigten Einstellung seiner Spieler sollte dies in der Rückrunde auch gelingen.

WSV Oppershofen (12./5:19 Punkte): Dass man vor einer schweren Saison stehen wird, war im Lager des WSV jedem bewusst. Aufgrund personeller Probleme fand die Mannschaft nur langsam zusammen. Erst im achten Spiel gelang der erste Sieg. Wichtig, sowohl für das Punktekonto als auch für den Kopf, war der 27:26-Erfolg bei Gedern/Nidda, dem direkten Konkurrenten im Kampf um den einzigen Abstiegsplatz. Die in diesem Spiel gezeigte Leistung kurz vor Weihnachten soll für Trainer Samir Muratoglu und seine Spieler Richtschnur für die Rückrunde sein. Gegen den gleichen Gegner wird auch die Rückrunde eröffnet.

Helfen sollen dabei Julian Muth und Oliver Roth, die im neuen Jahr wieder zum Kader gehören werden. Ihr Einsatz eröffnet dem WSV neue Möglichkeiten im Rückraum, was auch dem bisher überzeugenden Kreisläufer Bardo Raab mehr Räume schaffen wird. Neben ihm wussten in der Vorrunde der erfahrende Fabian Exner und der junge Christian Schmidt zu gefallen. Traditionell Verlass ist in Oppershofen auf die Torhüter. Hier stellte vor allem Routinier Steffen Roth sein immer noch vorhandenes Pozential unter Beweis. »Ziel für die Rückrunde ist es, an die zuletzt gezeigten Leistungen anzuknüpfen«, gibt Dieter Witzenberger, 1. Vorsitzender des WSV und zugleich Mannschaftsbetreuer, die Marschroute vor. Er weiß um die Schwere der Aufgabe, die nur mit harter Arbeit von Erfolg gekrönt sein wird.

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