Mörlen siegt, Gettenau verliert

(hep) Bei einem kompletten Spieltag stand am vergangenen Wochenende den zwei erwarteten Ergebnissen eine Überraschung gegenüber. Der vielleicht etwas zu knapp ausgefallene 26:23-Auswärtssieg der HSG Mörlen bei der HSG Herborn/Seelbach war ebenso im Rahmen der Erwartungen wie die 27:30-Auswärtsniederlage der SU Nieder-Florstadt II bei der HSG Nordeck-W./All./Londorf.

Eine deftige Überraschung stellt jedoch die 26:30-Niederlage des TV Gettenau bei der HSG Hungen/Lich dar, was die Schützlinge von Thomas Höhl auf Platz sechs der Tabelle abrutschen lässt.

HSG Herborn/Seelbach – HSG Mörlen 23:26 (11:16): Auch das dritte Auswärtsspiel in Serie, das die Mörler Handballer gegen Mannschaften aus der hinteren Tabellenregion zu bestreiten hatten, wurde erfolgreich absolviert. Der Auswärtssieg strahlte dabei zwar nicht den ganz großen Glanz aus. Doch Betreuer Josef Schätzle meinte nach dem Spiel. "Hauptsache gewonnen und zwei Punkte auf der Habenseite". Vor dem Hin-tergrund, dass beide Mannschaften in der vergangenen Spielzeit noch zwei Klassen voneinander trennten, hätte man sich dennoch einen anderen Auftritt der Ruddat-Truppe vorgestellt. "Ernsthaft in Gefahr war der Sieg eigentlich nie, auch wenn die Bärenstädter das Spiel in der ersten Hälfte eine Zeit lang ausgeglichen gestalten konnten", erläuterte Schätzle weiter. Nur zu Beginn gelang es den Gästen, ihr Tempospiel durchzuziehen. Die Gastgeber waren darauf jedoch gut eingestellt und verschleppten mit langen Angriffen das Spielgeschehen. Damit beraubten sie Mörlen um seine stärkste Waffe.

Überdies legten sie eine hohe Treffsicherheit an den Tag. Der Gast begann konzentriert und führte schnell mit 4:1 (5.). Danach setzte sich die Taktik der Hausherren durch, zur Verwunderung der mitgereisten Gäste Anhänger stand es auf einmal 6:6 (12.). Bis zum 9:9 blieb das Spiel ausgeglichen. Vier Mörler Tore in Folge sorgten für das 9:13 (25.). Bis zum 16:21 Mitte der zweiten Hälfte hatte dieser Abstand Bestand. Danach mussten die Schützlinge von Trainer Ruddat gleich zweimal in einer 4:6-Unterzahl agieren und schaukelten sich an den Schiedsrichterentscheidungen hoch, was für die Konzentration auf das eigene Spiel nicht förderlich war. Die gastgebende HSG nutzte dies und kam bis auf 21:24 heran (54.). Die größere spielerische Klasse der Wetterauer ließ allerdings nicht mehr zu, der Drei-Tore-Vorsprung wurde souverän nach Hause gebracht. Garanten für den Sieg waren eine gute Abwehrarbeit mit einem vorzüglichen Tobias Kassebaum im Tor. Negativ ins Gewicht fiel die Tatsache, dass die Mannschaft mit den gut herausgespielten Torchancen wieder einmal zu fahrlässig umging, was den Gegner im Spiel hielt.

HSG Mörlen: Kassebaum, Steinacker; Ungerwetter (1), Christian Birkenstock (1), Philipp Möbs (6/1), Bischof (2), Dönges (3), Cisek, Sebastian Dietz (3/1), Daniel Birkenstock (2), Stolte, Boller (3), Johannes Möbs (3), Bernhard Dietz (2).

HSG Herborn/Seelbach: Sänger, Dietermann; Nickel (3), Hühne (4), Schmidt (4), Henss (1), Wanzel, Seißler (2), Tader (1), Kettler (1), Schön (6/5), Mann (1).

HSG Nordeck-W./All./Lon. – SU Nieder- Florstadt II 30:27 (12:17): Im Gegensatz zur Vorwoche, als sich die SU gegen den Tabellennachbarn Hungen/Lich mit der bisher schlechtesten Saisonleistung präsentierte, zeigte sich der Aufsteiger beim Gastspiel im Lumdatal von seiner besseren Seite. Und das, obwohl die Personalmisere bei den Männern der SU auf die zweite Mannschaft durchschlug. Trainer Christian Sacks und Christian Backes waren bei der zeitgleich spielenden ersten Mannschaft im Einsatz. Zusätzlich fehlten mit zur Heyden, Jankowetz, Freitag und Zotzmann weitere wichtige Spieler. Diesem Umstand ist die Niederlage in erster Linie zuzuschreiben. Florstadt präsentierte sich entschlossen und überzeugte über die gesamte Spielzeit mit großem Kampfgeist. Speziell in der ersten Hälfte war die Mannschaft auch spielerisch präsent.

Bis zur 20. Minute blieb das Spiel bei wechselnder Führung ausgeglichen. Dann setzte sich Nieder-Florstadt bis zur Pause mit 17:12 ab. Nach Wiederbeginn zeigte sich HSG spielstärker und verkürzte den Rückstand kontinuierlich. Nach dem 23:23 (45.) ging den Gästen allmählich die Luft aus, da die Wechselmöglichkeiten eingeschränkt waren. Dazu kamen noch Spielabschnitte, in denen die SU in Unterzahl agieren musste. Lediglich vier Tore in den letzten 15 Spielminuten waren zu wenig. Unter dem Strich bleibt zwar die Enttäuschung über den Punktverlust, aber auch die Hoffnung, auf dieser Leistung und vor allem der Moral der Mannschaft aufbauen zu können.

SU Nieder Florstadt II: Max Lux; Schüler, Petri Scholz (3), Umsonst (6), Kaucher (3), Nagel, Ruhrmann (2), Andreas Lux (2), Krämer, Wolf (9/4), Draxler (1).

HSG HSG Nordeck-W./All./Lon.: J. Schlotter, C. Schlotter; Haemer, Kaus, Metka, Flamann (5), Pickhardt (4), F. Schmidt (6), L. Schmidt (7), Mauerer, Weis (1), Thiele (7/4), Kornmann.

HSG Hungen/Lich – TV Gettenau 30:26 (15:14): "Aufgrund einer pomadigen Spielweise haben wir das Spiel zu Recht verloren", konstatierte ein enttäuschter TVG-Trainer Thomas Höhl. "Lediglich zwischen der 15. und 30. Minute haben wir den Handball gespielt, den ich mir von meiner Mannschaft vorstelle". Offensichtlich hatten seine Schützlinge den Gegner mit Blick auf die Tabelle unterschätzt. Da mit Oliver Marek auch noch der Top-Torschütze des Gegners verletzungsbedingt fehlte, gingen die Gäste ohne die nötige Anspannung ins Spiel. Die Gastgeber setzten sich über 6:2 und 9:4 bis auf 14:6 ab (15.). Die folgende Auszeit von Gettenaus Trainer zeigte die beabsichtigte Wirkung. Seine Mannschaft spielte auf einmal wie verwandelt. Mit einem 7:0-Lauf wurde der 14:13-Anschluss hergestellt. Anstatt nach Wiederbeginn an diese Leistung anzuknüpfen, verfiel der TVG jedoch wieder in die Lethargie der Anfangsviertelstunde. "Wir haben alleine acht Tempogegenstöße ausgelassen", erklärte Thomas Höhl. Dies lag unter anderem an einem starken Mike Heinl im Tor der HSG. Nach dem 25:23 agierte Gettenau in der Deckung offener, um noch eine Wende herbeizuführen. Das Gegenteil war der Fall.

Die HSG nutzte die entstehenden Lücken, um den 30:26-Sieg sicherzustellen. Die Tatsache, dass mit Kreisläufer Christoph Müller ein wichtiger Spieler nicht dabei war, wollte Höhl am Ende nicht als Entschuldigung für die verdiente Niederlage gelten lassen. Für Hungen/Lich war es erst der zweite Sieg.

TV Gettenau: Modler, Stettner; Mayfield (6), Ginter (4/2), Tinz (3), Simon (6/1), Hintze (1), Mogk (8), Lösche, Schmitt, Quak, Knoke, Siering, Reuter.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare